Am Strand von Irgendwann – Zeichen und Botschaften

Das Puzzle setzt sich zusammen

Phil, 33

Der Weltuntergang

Über vier Jahre ist es nun her. Keine angenehme Zeit wenn ich daran zurückdenke. Ich wohnte in Wien in einer Wohnung, die mir nicht gut tat und steckte in einer Beziehung die mich nicht glücklich machte. Gekündigt hatte ich auch, da ich einer Arbeit nachging, die meiner Gesundheit nicht gut tat. Es war nicht das erste Mal, dass ich in meinem Leben unglücklich war. Dieses Gefühl begleitete mich schon seit meiner Kindheit und kam vor allem in den Wintermonaten. Doch in dieser Intensität hatte es mich noch nie getroffen. Meine Welt schien gerade für mich unterzugehen. Ich träumte sogar davon! Und ein Buch, gefüllt mit Verschwörungstheorien und Prophezeiungen, zeigte mir auf, wie dieser Weltuntergang vonstattengehen sollte. Ich war überzeugt davon, dass es passieren würde und wollte davor fliehen. Doch ich wusste nicht wohin.

Da lag ich nun. Seit drei Tagen weder gegessen noch getrunken. Nein, ich wollte mich nicht umbringen. Auch wenn mir schon ab und zu der Gedanke kam. Ich hatte von etwas gelesen, das sich „Lichtnahrung“ nannte und dachte, es wäre mein einziger Ausweg. Wenn ich nichts mehr bräuchte, nicht einmal Nahrung, wäre ich endlich frei. Heute weiß ich, dass ich in diesem Moment und in dieser Verfassung unmöglich dieses Licht in mir hätte aufnehmen können. Ich war in Unfrieden geraten mit dieser Welt, wie ich sie da draußen vorfand und ebenso mit meinem bisherigen Leben. Ich wollte nicht mehr. Meine Nieren schmerzten, und ich wusste, wenn ich noch ein oder zwei Tage weiter machte, wäre es vorbei mit mir. Wenn man am absoluten Nullpunkt angelangt ist, gilt es eine Entscheidung zu treffen. Klar, es wäre leicht gewesen jetzt zu sterben, aber eigentlich wollte ich doch einfach nur wieder gesund und glücklich sein. Ja, einfach wieder leben! Ich wusste noch nicht, was mir in meinem Leben dazu fehlte. Ich hatte mich zu dieser Zeit aber schon mit einigen Büchern und Filmen befasst, in denen darüber gesprochen wird, wie man etwas, das man in seinem Leben gerne hätte, manifestiert. Ich wusste schon ungefähr, wie es funktionierte. Also schloss ich meine Augen und stellte mir einfach vor, wie ich in weißes Licht gehüllt, lächelte und glücklich war. Das war Alles, was es in diesem Moment brauchte. Es gab noch Träume in mir, die gelebt werden wollten und es galt herauszufinden welche. Kurze Zeit später spürte ich, dass es Zeit war aufzustehen. Ich trank ein großes Glas Wasser und fühlte wie das Leben, von meinen Füßen an aufwärts, in mich zurück floss. Mein Körper war heiß und meine Haut knallrot. Am nächsten Morgen wachte ich auf, ging ins Bad und stand vor meinem Spiegelbild. Ein fragendes Gesicht blickte mich an und wollte wissen: „Wer bist du eigentlich?“ Tja, gute Frage!

Zeichen und Botschaften

Die folgende Zeit war keines Falls leicht für mich. Selbstzweifel ließen mich nicht in Ruhe. Meine Kraft kam nur langsam zurück, und es gab auch Tage, da hatte ich gar keine. Aber ich merkte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Ich begann Zeichen und Botschaften wahrzunehmen. Es waren keine besonderen Dinge, doch für mich schienen sie in diesem Moment als solche. Auf dem Krug, aus dem ich mein Wasser trank, war die Schweizer Flagge zu sehen und auch sonst auf meinen täglichen Wegen, fiel mir das Kreuz in rot-weiß, immer wieder ins Auge. Das Thema Hawaii kam auch immer öfter vor. Nicht nur in der Lotto-Werbung. Nein, auch meine Schwester veranstaltete ihren Geburtstag unter diesem Thema. Was sollte ich nur damit anfangen? Ich hatte schon meinen Rucksack gepackt, entschlossen einfach loszugehen. Aber wohin? In die Schweiz und dann nach Hawaii? Ohne Geld und was soll ich dort eigentlich? Ich spürte, dass es doch noch zu früh war und wahrlich, es gab noch einiges zu tun. Meine Zähne wollten geheilt werden, sowie das Asthma, ausgelöst durch eine Allergie, und Depressionen, machten es mir nicht leicht, positive Gedanken zu fassen. Ich hatte keine Arbeit, und das Arbeitsamt wollte mir deshalb keine Ruhe geben. Ich überlegte mir, Sozialarbeiter zu werden, startete sogar eine Ausbildung zum Waldorflehrer und entschied mich dann doch für einen Kurs zum Rettungssanitäter. Vielleicht deshalb das „Rote Kreuz“? Soll ich Menschen retten? Aber ich merkte schnell, dass ich keine Kraft hatte, um auch nur irgendetwas Neues anzufangen. Ich konnte niemanden retten oder helfen. Nein, ICH brauchte Hilfe! Es war also an der Zeit zu heilen, loszulassen und Hilfe anzunehmen. Doch das sollte ich erst später erkennen.

Ich stand kurz vor meiner Prüfung zum Rettungssanitäter, konnte mich jedoch kaum konzentrieren. Mein Vater bot mir immer wieder an, bei ihm einzuziehen, damit ich endlich aus der Wohnung, die mir den Atem raubte raus komme. Die Allergie gegen die Katzen meiner damaligen Freundin setzte mir zu, doch ich war noch nicht so weit. Ich kämpfte immer noch dagegen an. Gegen mich selbst. Ich hatte Angst davor, was sein würde, wenn ich das jetzt nicht schaffe. „Wie tief würde ich fallen? Was passierte nur mit mir?“

Die Kraft weiter zu machen, war nicht mehr da, und so nahm ich die Hilfe meines Vaters an. Ich ließ endlich los! Er nahm mich bei sich auf. Seine, damals schon, ehemalige Lebensgefährtin und ihre zwei Söhne lebten gemeinsam mit ihm, in einem Haus außerhalb von Wien. Ich beendete sowohl den Sanitäter-Kurs, als auch die Beziehung zu meiner Freundin, ging zu einem Arzt und ließ mich wegen Depressionen krankschreiben. Es kostete mich einiges an Überwindung, doch ich merkte, dass all dies notwendig war. Ich nahm jede Art der Heilung an, die ich nur kriegen konnte. Über meine Mutter kam ich zur Bioresonanz und begann das Asthma und die Allergie zu heilen, indem ich zu den Behandlungen ging und meine Ernährung umstellte. Es stellte sich heraus, dass ich weder Zucker noch Fleisch, Milchprodukte, Kartoffeln, Karotten, Weizen, Tomaten und einige andere Lebensmittel zu mir nehmen sollte. Ich hörte, wenn auch nur vorübergehend, auf zu rauchen und trank keinen Alkohol. Na toll! Also doch Lichtnahrung? Ich ernährte mich zu dieser Zeit also hauptsächlich von Brokkoli-Suppe. Später entdeckte ich, dank eines Hinweises meines besten Freundes und seiner Freundin, einige andere Produkte, die mir gut taten. Ebenfalls war ich, durch die Unterstützung meines Vaters, in Behandlung bei einer Psychotherapeutin und ging zu einer netten Dame, die mir mit Reiki und Rückführungen weiterhalf. Dadurch wurde ich auf Themen in meiner Familiengeschichte aufmerksam. Ich machte Spaziergänge, die immer länger wurden und betätigte mich wieder sportlich. Ich meditierte jeden Morgen und Abend gemeinsam mit meinem Vater, und Schritt für Schritt ging es mir besser. Klar gab es immer wieder Momente, in denen ich Rückfälle hatte, doch die wurden immer weniger und ich machte weiter.

In dieser Zeit der Regeneration folgte ich weiterhin den Zeichen und dank meiner Familie und Freunde bekam ich immer wieder neue Hinweise, wie es weitergehen sollte. Die ehemalige Lebensgefährtin meines Vaters half mir mit einer „Engelheilung“, wie sie es nannte. Sie legte mir ihre Hände auf, und in einem tiefen Trance-Erlebnis bekam ich das Bild von einem Strand. Ich blickte auf einen wunderschönen Sandstrand, umgeben von einer Felsküste, Palmen und anderen tropischen Pflanzen, die ich nicht kannte. Im Hintergrund türkisblaues Meer und links hinter mir, erhoben hinter den Felsen, konnte ich ein Haus sehen. In diesem Moment fühlte ich etwas wundervolles. Ich hatte das Gefühl, angekommen zu sein. Tränen des Glücks flossen über mein Gesicht und ich konnte die Wärme und Geborgenheit spüren, die dieser Ort ausstrahlte. Ich wusste, dort muss ich hin! Doch wo war dieser Strand? Ich hatte ein Ziel, auch wenn ich noch keine Ahnung hatte, wo es war. Bei meinen Meditationen visualisierte ich immer wieder diesen Ort und er schenkte mir Kraft und Zuversicht.

Das Puzzle setzt sich zusammen

Auf einem Familienfest machte mich meine Stiefmutter auf etwas aufmerksam. Sie erzählte mir von Farmen, auf denen man „wwoofern“ kann. Ich hatte noch nie davon gehört, doch sie meinte, dass man dort, gegen Kost und Logis, mitarbeiten kann. Sie hatte sofort mein Interesse, da ich als Kind schon gerne Zeit auf Bauernhöfen verbracht hatte und dort auch fleißig mitgeholfen habe. Ich nahm an einer Infoveranstaltung teil und meldete mich an. Doch das war es auch noch nicht! „Mit meiner Pollenallergie auf Feldern und am Bauernhof? Und außerdem, in Österreich gibt es keine Strände!“ Ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte, doch es stellte sich später heraus, dass es ein neuer Hinweis war.

Bei einer anderen Begegnung, mit einem sehr guten Freund meines Vaters, sollte ich ein weiteres Puzzlestück bekommen. Wir waren gerade dabei gemeinsam zu kochen und redeten darüber, was ich gerade erlebte. Da kam ihm auf einmal eine Idee. Er erzählte mir von einer Finca auf La Gomera, wo er vor Jahren einmal gewesen sei und meinte, dass man dort ebenfalls mitarbeiten kann. Ich war begeistert. Später googelte ich sofort diese Finca und sah mir die Bilder an. Das Meer war zu sehen, viele wunderschöne Pflanzen und auch die schöne Anlage. Der Strand sah zwar nicht wirklich so aus, wie in meiner Vision, doch ich sendete sofort eine Bewerbung hin. Ein euphorisches Gefühl machte sich in mir breit. War es das nun? Hatte ich endlich meinen Platz gefunden? Ein paar Tage später erhielt ich eine Antwort. Es stellte sich heraus, dass dieser Ort schon sehr bekannt war und sie eine Warteliste von Bewerbern hatten. Ich sollte es nächstes Jahr noch einmal probieren. Nein! So lange konnte ich nicht mehr warten. Es drängte etwas in mir und wollte gelebt werden. Ich wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Wo war denn nun endlich dieser Ort? Anscheinend war es noch nicht so weit und es sollten weitere Zeichen folgen.

Eines Tages wurde ich zu einem Familientreffen der Freundin meines besten Freundes eingeladen. Ich ging damals sehr offen mit meinem Zustand um und damit, was ich so erlebte. Ich erzählte ihnen vom wwoofern, der Finca auf La Gomera und dass es mich in die Ferne ziehe. Einer ihrer Brüder warf plötzlich ein, dass ein sehr guter Freund von ihm eine Weltreise machte und der schönste Ort, an dem er auf dieser Reise gewesen sei, war Tonga. „Tonga? Noch nie gehört. Wo ist das? Afrika?“ Es ließ mich nicht mehr los! Also setzte ich mich am Abend an meinen Laptop und googelte „Tonga“. In diesem Moment fuhr es mir durch meinen ganzen Körper. Das Erste, was ich zu sehen bekam, war die Staatsflagge. Eine rote Flagge, mit weißem Feld in der oberen linken Ecke und darin…ein rotes Kreuz! Die Schweiz! Ich las weiter und entdeckte, dass Tonga ein polynesisches Königreich mitten im Südpazifik ist, welches aus mehr als 170 Inseln besteht. Polynesisch? Sind Hawaiianer nicht auch ein polynesisches Volk? Als nächstes brauchte ich nur mehr „Tonga“ und „wwoofern“ eingeben, als sich schon eine Website mit verschiedenen Farmen öffnete, auf denen man wwoofern konnte. Alle meine Zeichen vereint. Ich hatte es endlich gefunden!

Ich schrieb einige Farmen auf verschiedenen Inseln an und ein paar Tage später bekam ich auch schon eine Zusage. Ich buchte einen Flug für einen Aufenthalt von zwei Monaten, da man ein Ausreiseticket braucht, um überhaupt einreisen zu dürfen. Ich bereitete mich auf meine Reise vor und freute mich schon sehr, endlich losstarten zu können. Drei Wochen, bevor ich meinen Flug hatte, erhielt ich eine E-Mail. Die Farm, von der ich meine Zusage bekommen hatte, teilte mir mit, dass es momentan aufgrund des Wetters sehr trocken sei, es zu wenig Trinkwasser gäbe und sie mich maximal für eine Woche aufnehmen könnten. „WAS? Das gibt es doch nicht! Was jetzt?“ Doch ich blieb im Vertrauen. Obwohl sie die einzige von ein paar Farmen war, welche ich angeschrieben hatte, die mich aufnehmen konnten. Doch ich wusste, dass ich noch nicht alle angeschrieben hatte. Ich schrieb also noch einer weiteren Farm, auf der Hauptinsel Tongatapu. Am nächsten Tag bekam ich auch schon eine positive Antwort. Es war zwar nicht die Insel, die ich mir ausgesucht hatte, aber ich blieb im Vertrauen, dass es genau der Ort sein würde, wo ich sein sollte.

Das andere Ende der Welt

Es war so weit. Gemeinsam mit meiner Familie stand ich nun am Flughafen, verabschiedete mich in dem Glauben, vielleicht nicht mehr zurückzukommen und checkte ein. Klar war ich nervös. Ich war davor noch nie allein verreist und schon gar nicht so weit weg. Weiter weg von Zuhause, als nach Tonga, hätte ich nicht reisen können. Zwölf Stunden Zeitunterschied und nun wartete eine Reisezeit von mehr als siebenunddreißig Stunden auf mich. Über London, Los Angeles und Auckland sollte es gehen. Nach einer langen Reise, bei der ich vor Aufregung nicht einmal zwei Stunden geschlafen hatte, kam ich endlich am Flughafen von Nuku´alofa an. Ich wurde abgeholt und als ich endlich auf der Farm ankam plagten mich Zweifel: „Was soll ich hier?“ Die Farm sah sehr verwahrlost aus und erinnerte mich an unangenehme Zeiten meiner Kindheit. Meine Mutter hatte ein völlig anderes Empfinden von Sauberkeit als ich es hatte. Ich hatte mich oft für mein Zuhause geschämt und deshalb nur selten Freunde zu mir eingeladen. Doch dies sollte nicht das einzige Thema meiner Kindheit bleiben, mit dem ich auf Tonga konfrontiert wurde. Ich fühlte mich nicht sehr wohl, als ich mein Zimmer bezog. Es lag in einer Hütte, die zur Farm gehörte und war genauso heruntergekommen, wie die Farm selbst. Doch ich war müde und legte mich schlafen.

Später als ich munter wurde, ging ich zum Abendessen und lernte die dreiköpfige tongaische Familie kennen, bei der ich untergebracht war. Eine liebevolle Mutter mit ihrem Mann und einer damals siebenjährigen Tochter, mit der ich mich schnell sehr gut verstand. Die eigentlichen Besitzer der Farm waren gerade in Neuseeland und ich sollte sie erst später kennenlernen. Ein australischer Freund der Familie kochte gerade. Er hatte einen Humor, der meinem sehr ähnlich war. Das machte es mir leichter, mich zu öffnen und ich fing an, mich wohl zu fühlen.

Am nächsten Tag lernte ich die Farm kennen und begann damit, meinen dortigen Aufgaben nachzugehen. Die Ziegen waren auf die Wiese zu bringen, die Hühner und Gänse zu füttern, die Eier sollten eingesammelt und gewaschen werden. Als ich damit fertig war, fuhr ich gemeinsam mit dem Australier in die Stadt und lernte die Umgebung kennen. Doch eines der schönsten Ereignisse in meinem Leben, wofür ich heute noch dankbar bin, sollte am darauf folgenden Tag geschehen.

Angekommen!

Als ich mit meiner Arbeit fertig war und wusste, dass ich einen ganzen Nachmittag Zeit für mich hatte, fragte ich die Mutter der Familie, wo der nächste Strand wäre. Sie beschrieb mir den Weg und erzählte, dass ich kurz vor der Küste an eine Gabelung kommen würde. Nach Links gäbe es einen schönen großen Strand, wo sie selbst gern mit ihrer Familie hinging. Nach rechts gäbe es einen genauso schönen großen Strand mit einer kleinen touristischen Anlage. Doch dann wäre da noch ein schmaler Fußweg gerade aus, der zu einem kleineren Strand führe. Mit dieser Information ging ich also los. Die Sonne brannte herunter, denn es war Mittag und der Weg war nicht gerade kurz. Nach einer Weile fand ich eine Mango auf dem Boden. Die erste Mango meines Lebens, die ich nicht aus dem Supermarkt hatte! Ich hob sie auf und fragte den Farmer, den ich in der Ferne erspähen konnte, in rufender Lautstärke, ob ich sie essen könnte. Ein freundliches „Enjoy it!“ folgte als Antwort. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass damit die Mango gemeint war, doch bald sollte ich erfahren, was es wirklich damit auf sich hatte. Ich schmatzte also meine leckere Mango und ging weiter, bis ich endlich an der Kreuzung ankam. So und was jetzt? Rechts oder links? Doch dann sah ich diesen, vom Bodenbewuchs fast überwucherten aber deutlich erkennbaren, schmalen Weg. Irgendetwas in mir wusste, dass ich ihn nehmen sollte. Ich folgte meiner Intuition und ging gerade aus. Nach wenigen Metern konnte man das Meer sehen und seit einiger Zeit auch sehr deutlich riechen. Der Weg führte mich an einem Haus vorbei und bevor es zum Strand runter ging, stieg ich einen, von niedrigen Palmen und anderen Pflanzen schattig bewachsenen, Pfad herunter. Und da stand ich nun! Ich hatte ihn endlich gefunden! MEINEN STRAND! Alles passte. Die Felsen links und rechts von mir, die Pflanzen und Palmen um mich herum, vor mir ein wundervoller Sandstrand, dahinter schimmerte das türkisblaue Meer und links hinter mir stand, etwas erhoben, ein Haus. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Tränen der Erleichterung kullerten über meine Wangen. Ich war endlich angekommen!

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Später fand ich heraus, dass Tonga ein Ort der Heilung für mich sein sollte. Ich lebte für sechs Monate auf dieser Farm. Andere Wwoofer, die mir auf der Farm begegneten, die Familie bei der ich lebte und Bekanntschaften mit Einheimischen, alle hatten sie Botschaften und konfrontierten mich mit Themen meiner Kindheit. Durch gegenseitigen Austausch, dem Wiedererleben alter Konflikte und im Schutze einer fremden Heimat, lernte ich auf eine andere Art und Weise, mit diesen Themen umzugehen. Der vermeintliche Weltuntergang entpuppte sich als ein Teil meiner Welt, der in mir gestorben war! Ein Teil, der Angst hatte vor dieser großen weiten Welt und davor, endlich sich selbst zu leben. Weitere Reisen nach Süd-Ost-Asien und Lateinamerika sollten folgen und für sie galt dasselbe. Viele interessante Geschichten könnte ich euch erzählen, und wer weiß, vielleicht kreuzen sich eines Tages auch unsere Wege, um voneinander zu lernen. Doch diese eine, als ich meinen Strand manifestierte und wie ich ihn in Tonga letztendlich fand, erzähle ich am liebsten. Sie steht für mich als Symbol dafür, was ich, durch Geduld und Zuversicht, alles erreichen kann und schenkt mir sowohl Freiheit als auch ein tiefes Vertrauen ins Leben. Klar, manchmal verliere ich es wieder, doch wenn ich mich an solche Ereignisse erinnere, finde ich schnell wieder auf meinen Weg zurück.

Momentan verbringe ich sogar meinen ersten Winter seit drei Jahren in Österreich. Klar hätte ich mich gern ins nächste Abenteuer gestürzt, und ein Reiseziel wäre auch vorhanden gewesen, doch das Leben wollte mich diesmal woanders haben. Mein Vater ist nach Deutschland gezogen und will das Haus verkaufen. Also ist es für mich an der Zeit, ein eigenes Zuhause zu finden. Wie meinen Strand, habe ich auch meine Traumwohnung manifestiert. Durch mein erlerntes Vertrauen ins Leben weiß ich, dass sie da sein wird, wenn es so weit ist.

Und auf meinem Weg zu diesem Zuhause, durfte ich etwas Neues erfahren. Diesmal konnte ich meine Themen dort heilen, wo sie ihren Ursprung hatten.

Auf meinen Reisen hatte ich eine gewisse Leichtigkeit, mich meinen Themen zu stellen. Andere Menschen, wundervolle Orte und Urlaubsstimmung. Doch mit etwas Mut und den Erfahrungen, die ich dabei sammeln durfte, fällt es mir nun leichter, meine Themen mit den eigentlichen Personen und Situationen zu meistern. Ich fühle mich wieder wohl in meiner Heimat und lebe in Frieden mit meiner Familie, meinen Freunden, anderen Menschen, mit dieser Welt und vor allem…mit MIR.

Deshalb kann ich heute sagen:

Danke liebes Leben, dass du mich immer dort hinführst, wo ich gerade sein soll!“

© 2018, Phil Free, kep.philipp@gmail.com

 

Diese Geschichte ist ein Teil des Projektes „Die Meister des Lebens – Geschichten die das Leben schreibt“ und wird demnächst auch in Buchform erscheinen. Weitere Geschichten der Meister des Lebens hier ->

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