Der innere Sklave und die unbewussten Codes

aus der Reihe: „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten“,

 

“Shades of Grey” – eine Massenhysterie

Ich weiß, der Titel dieses Artikels klingt sehr provokant. Aber was ist das schon in unserer Zeit, wo ein Film wie “Shades of Grey” eine Massenhysterie verursacht und die Menschen stundenlang für Kinotickets Schlange stehen, während der Film Besucher- und Einnahmenrekorde verzeichnet? Ich selbst habe diese Bücher (Shades of Grey) nicht gelesen und den Film auch nicht gesehen. So weiß ich nicht, worum es in der „Geschichte“ geht. Ich kann nur in die Informationen einfühlen, die aus den Medien zu mir durchkommen. Weil, egal um was es im Buch wirklich geht und wie der Film gedreht ist: Menschen stürmen die Kinokassen auch aufgrund der medialen Berichterstattung.[1] In meinem Buch „Erwachen im MenschSein – Das Experiment“ macht sich der in einer „anderen Welt“ als der unseren aufgewachsene Jan Gedanken über die ihm verrückt-spaßig vorkommende unsere Welt, die Welt der Regeln:

Exp„Es war wirklich schwierig für Jan, sich so eine verrückte Welt vorzustellen, aber es war auch spaßig und lustig für ihn, zu denken, dass es so eine freie Welt wirklich gab. Eine Welt, wo es möglich war, so verrückte Regeln auszudenken und alle zum Mitspielen zu begeistern: ‘Es muss sicher ein toller Job sein, ein Regelerfinder für dieses Spiel zu sein. Man könnte seiner Fantasie freien Lauf lassen und durch die Erfindung und Bestimmung der Spielregeln jedes Mal eine neue Welt erschaffen. Zum Beispiel so, als würden sich an einem Tag alle Menschen nur gleichen Schrittes, nur in eine Richtung bewegen dürfen und in einem anderen Augenblick dreht man alles um und sie müssten plötzlich alle im Höchsttempo in verschiedene Richtungen laufen. Was für eine Welt!’“

Die unbewussten Codes

Gemeint ist mit diesem Beispiel, dass in uns Menschen so etwas wie Zeitschlösser, Zeitzünder, Codes und Codeworte (eine gewisse Art Druckknöpfe) gibt, wie zum Beispiel im Aufzug. Drückt man die „2“, beginnt sich der Aufzug zu bewegen und bringt uns auf kürzestem Weg in die zweite Etage. Drückt jemand bei uns so einen bestimmten Knopf, kann er unsere Aufmerksamkeit dorthin (in ein Stockwerk) befördern, auf das unser „Knopf“ programmiert ist. Nun ist es bekannt, dass vor allem Psychopathen und psychopathische Persönlichkeiten sehr ausgeprägte Sensoren haben, um bei uns solche „Knöpfe“ zu finden und sie mit Vorliebe zu drücken. Es ist mittlerweile auch kein Geheimnis, dass viele Persönlichkeiten, die Regelerfinder bzw. Machthaber dieser Welt, also diejenigen, die öffentlich oder im Hintergrund das Sagen haben und uns allen gern den Weg weisen, hoch ausgeprägte psychopathische Merkmale haben.

Ich selbst war überrascht, wie die Leserzahlen gegenüber meinen anderen Artikel gestiegen sind, als ich meinen Artikel „Wie vertragen sich die Hochsensibilität und Sex“ veröffentlicht habe. Auf einmal war mein Artikel ungewöhnlich sichtbar. Der Anstieg der Lesequote bewegte sich nicht etwa bei fünfzig oder sechzig oder neunzig Prozent. Nein, die Steigerung war dreihundert Prozent oder mehr. Sex sells! Sex verkauft! Angeblich ein Klischee, aber er schien sogar auch meinen Text zu bewerben. Und obwohl ich bis jetzt nur einen einzigen Artikel zum Thema Sex und Sexualität schrieb, ist das meist eingegebene Wort in die Suchmaschinen, über die Leser auf meine Homepage finden, der Begriff „Sex“. Dieser Begriff ist anscheinend ein Zauberwort, ein „Codewort“, das im Un(ter)bewusstsein auf das viele Menschen, gar viel zu viele Menschen programmiert sind. Das neueste öffentliche „Experiment – Shades of Grey“ mit einem massenhaften Ansturm von freiwilligen Teilnehmern zeigt dies deutlich. Es ist ein Schaltknopf und wie Jan in meinem „Buchexperiment“ meint: Jeder, der diesen Knopf drücken kann, kann die Masse dorthin bewegen, wohin er sie haben möchte. Ist es an der Zeit, dass die Kassen klingeln, verkaufe ihnen etwas mit dem Aufkleber Sex! Es ist aber nicht Sex wie Sex. Willst du, dass die Kassen besonders klingeln und die Menschen nachher ordentlich gehirngewaschen sind, dann verspreche ihnen etwas gewagt Anrüchiges und Schmuddeliges. Mit einem einfachen Liebesfilm, der auch viele romantische Sexszenen beinhaltet, kommt man heutzutage wahrscheinlich nicht weit. Warum eigentlich?

So, wie ich aus den Medienberichten herausgehört habe, ist das Versprechen des Filmes “Shades of Grey” eine geballte Inszenierung von „Sex“, „Sado-Maso“ und „atemraubender Erotik“ – alles Schlagwörter, also Codes für manches Unterbewusstsein, mit einer vielversprechenden Botschaft, dass man offensichtlich auch durch psychisch-körperlich schmerzvollen Sex Erotik erleben und zur ekstatischen Befriedigung gelangen kann. Nun „SM“ wird als etwas angesehen, zu dem sich nur Randgruppen bekennen. Also warum diese Massen? Warum gehen in die Kinos auch Menschen, die auf solche Sexpraktiken gar nicht stehen und sie selbst nie ausleben wollen? Welchem Ruf folgen diese Menschen, wenn jede einzelne Situation in unserem Leben auch unserer (inneren) Heilung dienen kann? Was ist bei diesen, bei so vielen Menschen nicht heil?

Im falschen politisch-wirtschaftlichen SM-Film erwacht?

Der innere Sklave, Befriedigung, Mindestlohn, existenzielles Minimum, Vertrag, "Shades of Grey" - eine Massenhysterie, Die unbewussten CodesEs ist mittlerweile kein Geheimnis, dass sich die meisten von uns „Normalos“, also der Teil der null-acht-fünfzehn-Bevölkerung, der aber doch noch ein wenig Grips hat und noch (!) eins und eins zusammenzählen kann, von der regierenden (Welt)Elite missbraucht und ausgenutzt fühlen; ob in Form von schikanierenden Regeln, menschenunwürdigen Gesetzen, räuberisch-erfinderischen Steuern und Abgaben oder leeren Versprechungen, Kriegsführungen in unseren Namen, Verpestung der Umwelt und sogar schleichender „Privatisierung“ (also Enteignung der Menschen) der ursprünglich uns allen gehörenden Schätze der Erde, die dazu da sind, um (zumindest) die menschlichen Grundbedürfnisse zu decken. Und mittlerweile gehört diesen „Regelerfindern“ fast alles und doch sind sie unersättlich. Sie sind verwöhnt im „Sich-alles-zu-nehmen“. Aus einem gewissen inneren Drang, dem Gruppenzwang oder aus Gewohnheit sind sie „gezwungen“ ihre „Trophäensammlung“ stetig zu erweitern, auch dann, wenn sie schon alles haben. Sie müssen (!?) immer weiter und immer mehr bekommen. Und wenn es nichts mehr gibt, was sie bekommen könnten, weil sie (eh) schon alles haben, drohen sie in ihrer Befriedigungssucht Entzugserscheinungen zu bekommen, werden ungeduldig, unhöflich, umtriebig, hungrig-unausstehlich. Für uns, als ihre auch wenn unfreiwillige (?) Gegenspieler werden sie so äußerst unangenehm, furchteinflößend, uns auf die Zehen steigend, an die Gurgel, unsere (noch) MinimumExistenz gehend. Wir ducken uns, gehen in eine Schutzstellung und überlegen eifrig, was wir ihnen noch geben, was wir ihnen (von uns) noch anbieten könnten, um für eine Weile Ruhe, eine Atempause zu haben.

Das Interessante ist, dass in so einem großen (politisch-wirtschaftlichen) Rahmen, wie ich es eben skizziert habe, können wir uns gut die sadomasochistisch ausbeutendes Arrangement vorstellen: Sie dominieren, wir ergeben uns oder bieten uns zu Mindestbelohnung (Mindestlohn), die sich eher als Bestrafung anfühlt an. Ja, wir beschweren uns ab und zu, nörgeln, jammern darüber, manche gehen sogar (regelmäßig) demonstrieren, revoltieren. Alles Zeichen dafür, dass wir es auf die eine oder andere Art in unseren Alltag integriert haben, dass wir es als ein Teil unseres Lebens, auch wenn unmutig, demonstrierend oder trotzend akzeptieren. Es ist halt so. Es ist übergeordnet. Wir sind zu kleine „Tiere“, um etwas gegen den (die) „Großen“ zu unternehmen. Zu einsam, zu allein, um gegen den Eingefahrenen, gegen den Schon-immer-da-gewesenen vorzugehen. Wir geben, was notwendig ist, um dann für uns selbst eine genormte Ruhe und ein wenig vom Leben im Rahmen der Möglichkeiten zu haben.

Erinnert sie das nicht an etwas?

An einen schlechten, uninteressanten Hollywood-Film über irgendwelche vereinsamten Vorstadthausfrauen. Kein Kassenschlager mehr, wenn sich die Frau jeden Abend brav zu ihrem gewöhnlich-despotischen Mann ins Bett legt, um das Notwendige so schnell und so schmerzlos wie möglich über sich ergehen zu lassen, damit sie dann wieder in ihren eigenen Alltag, in ihr Sein, zurückkehren kann. Sie weiß ganz genau, was sie dem Mann geben muss, damit in dem gemeinsamen (?) Leben das weniger Üble geschieht, damit sie das innere Tier in ihm entweder befriedigt und/oder nicht weckt. Ich glaube, da sind wir nicht weit von der Aussage, dass sie sich irgendwo als seine offiziell angeheiratete, zu funktionieren habende „Befriedigungssklavin“ fühlt. Keine große Sache, ist ja auch ein schlechter Film. Aber wie viele von uns fühlen sich mittlerweile nicht nur ab und zu, sondern fast ständig so, als wenn wir in einem schlechten Film leben? Gibt es da Parallelen?

(Fortsetzung folgt …)

Den zweiten Teil “Der innere Sklave und die endlose Scham” finden Sie hier ->

 

© 04/2015 Kristina Hazler

 

Die Artikelreihe „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten“ besteht aus folgenden Teilen:

  1. Der innere Meister
  2. Der innere Sklave und die unbewussten Codes
  3. Der innere Sklave und die endlose Scham
  4. Das innere (Ego)Kind und die kindliche Maske
  5. Das innere Kind und das Liebesmanko
  6. Der innere Schöpfer und seine schöpferische Depression
  7. Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung
  8. Der innere Boykotteur in der Praxis
  9. Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater
  10. Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie
  11. Der innere Engel in dieser Welt
  12. Der innere Versager und seine Transformation
  13. Der innere Genius – Es ist die höchste Zeit für eine Geniekultur
  14. Der innere Besserwisser und die Bereitschaft für nächsten Bewusstseinsschritt
  15. Der innere Kritiker – unsere ultimative Prüfinstanz
  16. Der innere (Lebens)Verweigerer und die überraschende Kehrwende

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