Der Zusammenbruch des Systems ist vertagt – Teil 2

Teil 1 finden Sie hier ->

Der Zusammenbruch des Systems ist aus der Rücksicht auf uns vertagt

Es kann sein, dass der Zusammenbruch des Systems schon ganz nah war, dass er gestern oder morgen hätte passieren können. Wird er aber (so wie ich es wahrnehme) nicht. Und das allein aus der Rücksicht auf uns!!!

Wir haben viel zu große Angst davor, sind nicht vorbereitet und die meisten hängen selbst noch viel zu tief im System drinnen; handelt es sich auch „nur“ um den Empfang der Sozialhilfe, Geldverdienen, Kinder in den Kindergarten zu geben, Strom zu benutzen, einkaufen zu gehen …

Der Zusammenbruch

Wir Menschen sind seltsame Wesen. Wir können in einem einzigen Atemzug das Gleiche, nach dem wir uns sehnen, unbewusst verneinen.

Warum sehnen wir uns also nach etwas, was uns gleichzeitig Angst einjagt und aus diesem Widerspruch heraus chaotische Energien, die uns überfordern erzeugt? Warum eifern wir eigentlich einem Zusammenbruch entgegen? Warum?

Der Tod „nur“ eine menschliche Wunscherfindung?

Warum eifern wir als diesem Zusammenbruch entgegen? Meiner Meinung nach, wie ich so oft schreibe, aus der verkehrten Logik[1] heraus. Weil wir gelernt haben, in Dimensionen von Leben und Sterben, von Anfang und Ende zu denken. Wir glauben, damit das Neue kommen kann, muss das Alte gehen, also sterben, bzw. wir wollen es glauben, weil wir viele Dinge, mit denen wir nicht in unseren Vorstellungen zurechtkommen, tot sehen wollen. Der Tod ist möglicherweise eine menschliche Wunscherfindung; eine Methode, sich etwas endgültig zu entledigen, was uns nicht passt; seien es sogar wir selbst und unser eigenes Leben. Im Bewusstsein der meisten Menschen existiert nicht die Prämisse:

  1. einfach weiterzugehen, einen Schritt nach dem anderen, immer weiter

und

  1. dass das Eine das andere bedingt. Dass sich also aus dem Einen das Andere ergibt bzw. entsteht, dass das Eine im Anderen integriert, ein Teil davon, ist.

Wenn wir uns etwas entledigen wollen, verstehen wir nicht, dass ausgerechnet dieses Etwas uns an den aktuellen Punkt gebracht hat, wo wir bereit sind etwas Neues, Anderes entgegenzunehmen. Zerstören wir (auch nur gedanklich) die Welt, die uns in das Nächste bringen soll, müssen wir wieder von vorne anfangen und befinden uns somit im Spiel: “Und täglich grüßt das Murmeltier“. Es passiert nichts Schlimmes. Es geschieht nur, dass wir uns im Kreis drehen, dass wir wieder denselben oder ähnlichen Situationen und Umständen begegnen und diese sogar erschaffen müssen (!), damit wir dann wieder an dem gleichen Punkt der möglichen Erneuerung, des weiteren Schrittes stehen und uns erneut für den Tod des Alten oder für das Weiterleben von allem was ist entscheiden.

Widerstand gegen die Erneuerung geht auch auf unser Konto

Die aktuellen tragenden Energien, zumindest in Europa, sind rücksichtsvoll und einfühlsam mit uns. Sie puschen nicht, obwohl es sich für manche so anfühlen kann. Es wurde erkannt, dass bei jedem neuen energetischen Schub in Richtung „Loslösung vom Alten“ eine Welle von Angst und Panik und somit auch Widerstand aus den „eigenen Reihen“, also aus den Reihen der so gerne Lichten, Bewussten, Aufgeklärten und Spirituellen ausgeht. Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt: Viel von dem Widerstand, den wir im Zusammenhang mit der Erneuerung spüren, geht von uns selbst aus! Weil wir nicht bereit sind! Weil wir uns nur einen partiellen, vorstellbaren, nachvollziehbaren und somit auch kontrollierbaren Wechsel wünschen. Wir sind bei dieser Sache nicht bedingungslos und somit sind wir auch nicht im Vertrauen.

Überraschung!? Wir Vertrauen nicht auf das Neue, nicht auf das, was kommen sollte!

Also warum und in welcher Frequenz soll es einkehren, wenn die Frequenz des Vertrauens nicht offen ist? Alles, was nicht auf dieser Frequenz zu uns kommt, kennen wir schon zur Genüge und in allen möglichen Schattierungen.

Wer ist auf den Zusammenbruch des Systems vorbereitet und warum?

Und noch eine Überraschung habe ich: All diejenigen, die wir von ihren „Thronen“ und Chefsesseln gestürzt sehen wollen, sind auf den Übergang schon besser vorbereitet als viele von uns. Wie kann das sein? Weil sie instinktiv sind. Weil die meisten von ihnen vorausschauend sind und weil sie trainiert sind, Vorkehrung zu treffen. Und doch spielen sie derzeit die eine Karte aus:  die Verzögerungskarte. Sie sitzen am Hebel und können mit uns spielen. Lassen sie den Hebel los, sind sie bereit zu gehen, erzeugt es eine Angstwelle in der Bevölkerung, was gleichzeitig das Bewusstsein und die Schwingung verdichtet und für eine Weile somit wieder angenehmere Bedingungen für die Machthaber in ihren gewohnten Sesseln macht. Es ist ein Spiel. Sie spielen mit uns und das ärgert uns dermaßen, dass wir eine weitere dichte Welle von Ärger erzeugen und nicht sehen, dass wir auch mit uns selbst spielen und dass dieses „Selbstspiel“ erst überhaupt die Resonanz (zu ihnen) im Außen erzeugt.

Die Zeit danach

Im europäischen Massenbewusstsein sind verschiedene Konzepte für die „Zeit danach“ abzulesen. Der Großteil davon ist simpel strukturiert und beinhaltet die Hoffnung auf:

„So wie es jetzt ist … bloß ein bisschen besser“.

Die meisten verstehen ihr aktuelles Leben bzw. ihre Lebensumstände als etwas, was sie sich mit viel Mühe erarbeitet haben; auch wenn es oft nur das Minimum ist und dieses wollen/können sie nicht (wieder) verlieren, sie wollen es „nur“ verbessern. Und das ist verständlich und menschlich! Und doch wird sich das Zukünftige, was schon längst vor der Tür steht, und dem keiner die Tür aufmacht, nicht so abspielen. Warum nicht? Weil, wie die meisten wissen: Das, was sie gerade leben, ist gar nicht ihr (das für sie passende) Leben, sondern nur ein Kompromiss. Das was sie für ihr Minimum halten, ist gar nicht ihr Minimum! Viele leben schon jahrzehntelang auf einer Sparflamme und auf einem Nebengleis. Dort ist jedem seine persönliche Kraft, Mut und Energie für die bahnbrechende Erneuerung aber nicht vorhanden! Entweder sind wir bereit oder sind wir es nicht. Ein bisschen bereit zu sein – das zählt nicht.

Aber wofür sollen wir eigentlich bereit sein?

So, wie ich das spüre, sollen wir bereit sein für eine Zeit, die uns, ohne Wenn und Aber, ermöglicht, uns selbst zu begegnen. Wie im Innen so im Außen. Und wir tun uns selbst und unserem Umfeld und dem zumindest europäischen Bewusstseinsfeld einen Gefallen, wenn wir bereit sind: 

  • uns auch in unseren Ängsten und Widerständen im Zusammenhang mit dem scheinbar Angestrebten zu begegnen
  • wenn wir bereit sind, uns selbst nicht zu täuschen, nicht mit einer Illusion von unserem angeblich längst bereiten Selbst zu belügen 

Die wahrscheinliche Wahrheit ist: Wir werden nie bereit sein, weil wir uns (menschlich) selbst nie vorbereiten können, weil wir gar nicht wissen, wie wir es tun sollen, weil wir nicht wissen, was uns erwartet und wo es langgeht. Das Leben bereitet uns immer auf alles vor, wenn wir es zulassen. Lassen wir es also zu? Lassen wir unsere Vorstellungen und Kontrolle los? Auch wir? Die Lichten, Bewussten, Spirituellen? Wenn nicht wir, wer dann? Wer soll sonst ein Vorreiter, des Sich-bedingungslos-in-die-Arme-des-Lebens-zu-legen, sein? Wer soll mitfühlend und verständnisvoll da sein, wenn sich die Türen öffnen und das Bahn- und Bannbrechende beginnt?

Erwachenswiderstand beilegen

Der Zusammenbruch des Systems ist also vertagt, weil wir das System sind und bilden. Hören wir auf, auf die anderen mit den Finger zu zeigen und uns in Alibis zu sonnen, welche uns die “Nicht-verstehen-Wollenden“ bieten. Wir vergessen oft, dass wir alle Menschen sind und wir alle unsere Muster haben, die uns im Mangel und in Hypnose halten. Wir vergessen, dass die Machthaber auch Menschen sind, die genauso – ob wir es glauben wollen oder nicht – durch ihre persönlichen Transformationen und Dehypnotisierungen gehen. So, wie sie, wehren sich auch viele von uns dagegen und solange wir in diesem Erwachenswiderstand sein werden, so lange werden wir als „unsere“ Vertreter Menschen wählen, die dasselbe tun.

Wieso gehen wir nicht einfach weiter? Warum lassen wir das Leben nicht uns leben? Warum lassen wir das Leben nicht durch uns tun und wirken? Warum schauen wir ständig auf das, was angeblich falsch läuft, was andere schlecht tun und wie sie damit unser Leben behindern, statt bei uns zu bleiben und selbst das zu tun, was wir für richtig halten?

Aufgrund der chaotischen und unklaren, menschlich erzeugten Tendenzen erwartet uns eine intensive Zeit. Bleiben wir bei uns, kümmern wir uns um uns und unser Leben. Tun wir das, was zu tun ist, was wir empfinden, dass wir es tun sollten. Gehen wir endlich unseren Impulsen nach. Gehen wir uns selbst nach oder auch nicht – jedem seine Entscheidung.

Der Zusammenbruch des Systems ist vertagt. Jeder hat noch mit sich selbst genug zu tun. Wir haben jetzt einige Monate „SelbstPause“ hinter uns. Wir haben uns ablenken, anders ausrichten, beschäftigen und hypnotisieren lassen. Ja, auch wir Lichten, Bewussten und Spirituellen. Irgendwie haben wir uns nach dem Alten, Bekannten, Dramatischen gesehnt. Haben wir jetzt genug? Sind wir nach diesem Intermezzo bereit, weiterzugehen – die Aufmerksamkeit auf uns selbst und unser eigenes Leben gerichtet?

© 02/2016 Kristina Hazler

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Fußnoten

[1]   Über „verkehrte Logik“ und ihren Einfluss auf unser Leben können sie in meinem Buch: „BewusstseinsCoaching 2 – Die verkehrte Logik“ lesen