Ein Engel möchte kranke Herzen heilen

Ein Engel versteht etwas auf der Erde nicht und so wendet er sich an Gott und fragt:

„Lieber Gott, ich versteh da eine Sache nicht; es gibt viele Menschen mit einem so kranken Herzen. Warum heilst du ihre Herzen nicht?“

und hört und versteht für sich diese Antwort:

Für jeden kommt seine Zeit!

Der Engel spürt in die Antwort hinein, aber versteht noch immer nicht und fragt weiter:

„Diese Menschen quälen sich aber so. Also warum nicht gleich? Du bist doch allmächtig. Wenn du möchtest, könntest du ihre Herzen gleich heilen, oder?

Ja, könnte ich …

„Und warum tust du das nicht?“

Aus verschiedenen Gründen. Einer davon ist, weil ihre Mitmenschen es nicht aushalten würden. Wenn sich so ein krankes Herz augenblicklich zu heilen beginnen würde, müsste es zuerst alles Kranke befreien, was es in sich seit längeren Zeiten trägt und speichert. Nicht jede, in der so ein kranker Mensch lebt, ist für solche Wellen des alten Schmerzes, gestauten Ärgers, Zweifels, Schuldgefühle, Verurteilungen, Anschuldigungen bereit. Eine augenblicklich aktivierte Heilung würde aufgrund von wenig Bewusstheit des Betroffenen und seiner Umgebung für heilungsbedingte Prozesse und Geschehnisse oft eine gegenteilige Wirkung haben. Die Umgebung würde sich von dem Heilenden abwenden, statt ihn bei der Heilung zu unterstützen. Der sich in Heilung Befindliche würde sich aufgrund von den oberflächlich-offensichtlichen Ausbrüchen und Explosionen noch stärker verschließen und ablehnen.

Ein Engel möchte kranke Herzen heilen

„Das verstehe ich einerseits, aber andererseits auch wieder nicht. Gibt es für diese Menschen also keine Chance auf Heilung? Mir kommt das so vor, dass solange so viele Menschen aus ihren kranken Herzen denken, fühlen und handeln, verursacht das nur noch mehr Leid und damit weitere Wunden, Verletzungen und die Welt selbst kränkelt dann immer mehr.“

Ja und nein. Alle Menschen gehen durch Prozesse des Erkennens hindurch. Oft geht es darum, dass ein Mensch überhaupt erkennt, dass er Hilfe und/oder Heilung bedarf. Dann trifft er innerlich (ob bewusst oder unbewusst ist eigentlich egal) eine Entscheidung, dass er nicht krank, sondern heil sein möchte. Hat er eine solche Entscheidung getroffen, wird er in Umstände und in eine Umgebung begleitet/gezogen, die für seine Heilung förderlich sind. Oft bedeutet es, dass er in ein soziales Umfeld, zu dem er wechseln muss, mit den Auswirkungen und Wellen seines Heilungsprozesses umgehen kann. Viele Menschen können bzw. wünschen sich, so eine einschneidende Umfeldveränderung erst im nächsten Leben zu vollziehen. Sie suchen sich dann bereits von Geburt an ein familiäres Umfeld, das mit ihren Themen optimal umgehen und den Heilungsprozess unterstützen kann; ohne sich davon einschüchtern zu lassen.

„Verstehe ich auch. Aber warum sind dann diese Menschen nicht gleich in solche Familien und Umstände hineingeboren worden?“

Weil sie es nicht gewählt haben. Weil sie die Notwendigkeit der Heilung noch nicht erkannt haben.

„Aber warum hast du ihnen nicht geholfen, die Notwendigkeit der Heilung früher zu erkennen?“

Weil sie es nicht wollten.

„Wie könnten sie etwas nicht wollen, wenn sie es gar nicht wussten, dass sie es haben?“

Das ist eine gute Frage!

Also müssten sie es schon irgendwo gewusst haben, sonst hätten sie den „Umweg“ nicht wollen können. Ohne ihr „Dazwischenfunken“ wären sie automatisch in für sie passende Umstände gekommen.

„Wenn ich deine Worte in mir richtig empfange und übersetze, dann muss ich leider erneut sagen, dass ich das wieder nicht verstehe. Warum sollte sich jemand nicht heilen wollen, wenn er weiß, dass er das braucht und dass es geht?“

Genau! Denke nach. Warum sollte jemand etwas nicht wollen, von dem er weiß, dass es das gibt und möglich ist? Er muss sich für sich von einem anderen, als dem für ihn optimalen, den heilenden Weg, irgendeinen Vorteil versprechen. Also was für ein Vorteil könnte ein Mensch sich erdenken, wenn er sein krankes Herz (noch) nicht heilt?

„Ja, da stehe ich total an! Ich kann mir beim besten Willen keinen Vorteil vorstellen, der einem ein krankes Herz bieten könnte. Es kann keinen Vorteil geben …“

Für dich als Engel vielleicht nicht, aber für einen Menschen vielleicht schon. Geh und beobachte die heutige Erde und die Menschen unter diesem Aspekt. Frage dich: Was wäre bei dem oder dem Menschen anders, wäre er heil im Herzen? Könnte er dann noch das tun, was er gerade tut? Wäre er in der Umgebung und mit den Menschen im Kontakt, mit denen er das ist? Würde er noch die Augen verschließen und wegsehen und nichtspüren können?

Und sehe auch, wie viele Menschen sich um einen Menschen mit krankem Herzen bemühen, wie viel Aufmerksamkeit und Unterstützung er bekommt, wie viel ihm (von guten, mitfühlenden, aber auch mitleidenden und co-abhängigen Seelen) abgenommen und der Weg geebnet wird.

„Ich werde es mir genauer ansehen, aber ich ahne auf was du hinauswillst.“

„Ich habe noch eine Frage: Warum sind ausgerechnet Menschen mit solchen kranken bzw. verschlossenen Herzen in den führenden Positionen auf der Erde? Wo ist die Logik? Warum haben diese Menschen das Sagen? Und was können sie wem aus ihrem kranken Herzen heraus überhaupt sagen?“

Diese Menschen versuchen eine Lücke in sich zu füllen. Sie suchen mit allen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen nach Liebe und Anerkennung. Dadurch wollen sie stärker etwas erreichen als andere Menschen, um dafür Lob und Anerkennung zu ernten.

„Aber ich empfinde es bei manchen so, dass sie gar nicht auf Anerkennung und Lob aus sind, weil sie doch so Vieles tun, was andere vor allem verletzt und ihnen weh tut – das verstehe ich unter kranken Herzen. Es scheint mir öfters so, als würden sie sogar Spaß und Freude daran haben, wenn sie etwas zerstören können, was anderen wichtig ist und sie es lieb haben.“

Ja, diejenigen, die „Fortgeschrittenen“, die es (un)bewusst spüren, dass sie die fehlende Liebe mit anderen Dingen nicht ersetzen können – ertragen es nicht, wenn sie andere in der Liebe und Liebesfähigkeit sehen. So versuchen sie, alles zu eliminieren, was ihnen die Liebe vor Augen führen würde, auch wenn es die Liebe der anderen ist.

„Ist das die Erklärung, warum sich die Welt derzeit in so etwas wie in einem destruktiven, selbstzerstörerischen Modus befindet? Die Entwicklung der Kranken – die Bewusstheit für ihre Liebesunfähigkeit?“

So in etwa könnte man die aktuelle Lage in manchen Ebenen und Bereichen betrachten.

„Das ist ja aber irre! Warum greifst du nicht ein? Warum tust du nicht etwas? Das kann ja alles nicht sein! Wie kann es da für die Menschen je einen Weg geben, wenn sie alles zerstört haben, was sie an die Liebe erinnert? Wie sollen sie sich dann wieder auf die Liebe besinnen können?“

Aber die Liebe kann man doch nicht zerstören!

Ich habe gesagt: Sie versuchen all das zu zerstören, was sie (ihrer Vorstellung nach – aus dem kranken Herzen heraus) an die Liebe erinnert. Das bedeutet nicht, dass sie tatsächlich die Liebe oder die wahren Erinnerungsaspekte im Außen und auch in sich je zerstören können. Das ist ja die Erfahrung, die sie schließlich machen werden – egal wohin sie gehen, was sie tun – die Liebe war und ist immer da. Nur ihr krankes Herz kann und möchte es nicht sehen. Aber die (Liebes)Zeit kommt für jeden.

Die Liebe kann man nicht zerstören.

© 05/2016 Kristina Hazler

Der Mensch und seine Heilung - Das göttliche Puzzle—————————-

 

Zum Thema empfohlen

—————————-

Wenn Sie über das Erscheinen meiner neuen Texte, Bücher, Rezepte und Workshops informiert werden wollen, dann melden Sie sich bitte für meinen NEWSLETTER an, Sie können sich zu jeder Zeit selbst wieder abmelden.

—————————-

 

Kommentar verfassen