Können passende Wohnräume unsere Potentialentfaltung unterstützen?

Dieser Artikel ist der Teil 4 der Artikelreihe: Das bewusste Wohnen und die Transformation der festgefahrenen Welten, welche Sie sich in der gesamten Länge (alle 6 Teile) hier downloaden können ->

Fällt es uns ein, das bereits Gegebene zu hinterfragen?

Die heutige Wohn- und Bauweise ist so wie sie ist, weil wir sie nicht anders kennen. Wir wissen nicht, ob wir wirklich (so) bauen müssen, um wohnen zu können. Wir haben es seit Jahrtausenden so gelernt. Es ist in unserem Blut, unseren Genen, unserer Bewusstseinsmatrix. Es fällt uns nicht ein, zu hinterfragen, ob wir überhaupt (so) bauen müssen, um zu wohnen. Wenn, dann wird das Bauen modernisiert. Aber fragt sich einer, ob das Bauen überhaupt notwendig ist? Die aktuell neueste Errungenschaft in der „Bauszene“ ist ein Haus, dass aus einem 3D Drucker stammt[1]. Ungewöhnlich, innovativ, einfach etc., aber es ist noch immer ein Haus, optisch ungefähr so, wie wir es seit jeher kennen. Wie sollen wir auf diese Erde neues Gedankengut gebären und Alternativen (er-)finden, wenn es uns nicht einfällt, das bereits Gegebene zu hinterfragen? So, wie ich hier unser Denken im Zusammenhang mit Bauen und Wohnen aufzeige, so verhält es sich damit, in allen unseren (Lebens)Bereichen. Deswegen meine ich auch, dass wir uns seit Jahrhunderten nicht wirklich weiterentwickelt haben; weil all die Neuerungen, all die Erfindungen, die es heute gibt, vor allem Innovationen sind; also Verbesserungen von etwas, dessen Grundgedanke vor hundert oder sogar mehreren Jahrhunderten gelegt worden ist.

Was bedeutet es, etwas Neues zu gebären?

Können passende Wohnräume unsere Potentialentfaltung unterstützen?, Wohnweise, Potentialentfaltung, Schöpfung, Neues zu gebären, Neue Wohnräume erschaffen
Passende Räume finden

Bedeutet es nicht, sich gedanklich zu leeren, für einen Moment zu vergessen, was es bereits gibt, sich auf das eigene Potential zu besinnen und eine Idee entstehen, kommen zu lassen? Jeder Mensch kann nur das „Gebären“, nur solche Ideen können hier auf die Erde durch ihn kommen, für welche er konditioniert und ausgestattet ist; also solche, mit denen er kompatibel ist, zu denen er eine Resonanz hat, zu denen er in sich ein Verständnis, ein Übersetzungspotential und das Fachwissen trägt. Diese Art des Gebärens der neuen Ideen ist ein Instrument der Selbsterkenntnis und des sich selbst Kennenlernens. Entsteht, kommt durch mich hier in dieser Dimension etwas Neues, etwas scheinbar Ungewöhnliches, sogar gedacht Unmögliches, habe ich dadurch die Chance zu erkennen, was für ein Potential ich habe, wo ich der Fachmann, die Fachfrau bin, was mein Schwerpunkt, meine Möglichkeiten sind. In so einer „Neuidee“ spiegelt sich mein gesamtes Dasein, mein Gesamtwissen, basierend auf allen meinen Erfahrungen und Erlebnissen aller früheren Leben – egal, ob hier auf der Erde oder woanders. Eine neue Idee, neue Möglichkeit, neue Art definiert, entsteht als die Befruchtung all unseres bisherigen Wissens und aller Erfahrungen; gekrönt mit dem Vertrauen in uns, in die Schöpfung und in die sogenannte Leere, die keine Leere ist. Ausgerechnet die Besinnung auf diese Leere eröffnet einen Raum, in dem die gesamten Erfahrungen einfließen und sich zu etwas allumfassend Zusammenhängendem, universell Sinnvollem, das in der Ganzheit, in der Gesamtheit eingebettet ist, formen kann.

Aber was wenn das Potential der Masse für das Neue bei Weitem noch nicht ausreicht, um eben Neues, gänzlich Neues zu denken, zu erschaffen? Was wenn diejenigen, die es könnten aber glauben, dass es (noch) nichts bringt ihre Ideen zu verwirklichen, zu manifestieren?

Ich glaube, daran liegt das nicht. Ich glaube, diejenigen, die es „könnten“, die tun es auch bereits. Es wird nur durch den Unwillen der Masse, die für Neuerungen nicht bereit ist, überlagert, ignoriert, demontiert. Das ist die Verzweiflung der „Gebärenden“ und der „Umsetzenden“. Nicht, dass man das Gefühl hat, dass es nichts bringt, sondern dass es genau das bringen würde, wonach gleichzeitig das Volk, die Erde, der Fortschritt schreit, es dann aber leider – was für ein menschliches Paradoxon – boykottiert. Die Frage stellt sich also, warum boykottieren wir etwas, wonach wir uns eigentlich sehnen? Jeder von uns tut dies, ob in kleinem oder in größerem Rahmen. Dort können wir, jeder mit sich selbst, anfangen, den eigenen inneren Boykotteur[2] zur Rede zu stellen und ihn fragen, was sind seine Beweggründe um uns davon abzuhalten, wonach wir streben. Die ehrlichen (Selbst)Antworten sind nicht selten überraschend. Versucht man den inneren Boykotteur nicht zu ignorieren bzw. zu verdrängen, sondern zu ihn verstehen und mit ihm zu kommunizieren[3], können wir die Erfahrung machen, dass er sich nach und nach zu etwas (mehr) „Gewinnbringenderem“, etwas „Neuem“ wandelt. Möglicherweise hält er uns nur zurück, bevor wir weitergehen, weil wir dort, wo wir gerade sind, einfach etwas noch nicht „erledigt“ haben.

Und mancher könnte noch ein Paradoxon entdecken: Wie soll man erst durch etwas Neues sein Potential entdecken, wenn man zuerst das eigene Potential kennen sollte um etwas Neues kreieren zu können?

Außerhalb der Polarität, dort, wo möglicherweise alles zur selben Zeit, im selben Raum geschieht, ist das kein Widerspruch. Das Sein und die göttlichen Wege sind „unergründlich“. Einer muss zuerst sein Potential erkennen, damit etwas Neues entstehen kann, ein anderer steht sich mit seinen mentalen Überlegungen selbst nicht im Weg, wenn er sein Potential noch nicht kennt, sondern sich locker auf das „Abenteuer Leben“ einlässt und spontan auf das, was kommt, reagiert. In der spontanen Reaktion, wenn er im „Jetzt“ ist, wenn er sich nicht kontrolliert, kann etwas Unerwartetes geschehen. Ein Mensch, der noch nie in der Wildnis war und noch nie mit wilden Tieren zu tun hatte, kann wahrscheinlich schwer seine Fähigkeit, mit wilden Tieren zu kommunizieren, mitten in einem Betondschungel entdecken. Bringt ihn der Lauf des Lebens jedoch dazu, dass im Urlaub, zum Beispiel im australischen Outback, sein Autotank leer wird und er auf einmal, auf sich alleine gestellt, einem wilden Tier gegenübersteht, in diesem Augenblick reagiert etwas „Übergeordnetes“ aus/in ihm. Es sind solche Situationen, die uns dazu bringen sich selbst über die Schulter zu schauen und staunen, wie man reagiert, was man da tut, was man von sich gibt. Es sind Unterrichtsmomente, wo wir uns (über uns) selbst in dem unterweisen, was wir (über uns) noch nicht wussten – und die „Elemente“ spielen mit. Aus dieser Erfahrung heraus können wir unser nicht geahntes Potential, das uns weitere Türen öffnet erkennen. Geschieht uns das öfters, gewöhnen wir uns an dieses „Unterrichten“ und sind dann fähig, wieder zurück im Betondschungel, uns diesem Zustand zu öffnen und sich überraschen zu lassen.

Ich und Du – wir alle sind schöpferische Wesen

Schade dabei ist, dass die Mehrheit der Menschen sich selbst nicht so einschätzt, dass sie solcher „Geburtsvorgänge“ fähig wäre. Schon alleine die vorigen Zeilen überwältigen sie. Ja, sie spüren, dass es möglich ist, aber bei anderen, bei den „Großen“, bei den außergewöhnlichen Menschen, die das Können, den Fleiß, den Mut usw. haben – aber nicht bei ihnen selbst, oder?

Wie sieht es bei Ihnen aus? Trauen sie sich so einen schöpferischen Vorgang zu?

Wenn uns die eigene (übergroße) Schöpfung ohnmächtig macht

So beginnen die „Befruchtungs- und Gebärorgane“ bei den Menschen, die sich bewusst oder unbewusst gegen schöpferisch-gebärende Prozesse entschieden haben, zu verkrümmen bzw. zu degenerieren. Und Achtung! Ich meine damit nicht nur unsere physischen Geschlechtsorgane. Es ist eine ganze Palette von physischen, energetischen und geistigen „Organen“, die zusammenwirken, um so eine Ideenbefruchtung und ihr Gebären in Gang zu bringen. Und ja, so wie eine normale Geburt, tut so eine neue Idee, bis sie geboren wird, vor allem wenn wir verkrampft sind, oft ziemlich weh. Sie scheint oft übergroß für uns und die Geburtskanäle zu sein, die mit der Zeit solche Geburtsvorgänge nicht mehr gewohnt und deswegen verengt sind. Und oft stoppen wir so einen Geburtsprozess schon im Ansatz oder versuchen, ihm entgegenzuwirken. Wir spüren, dass sich da etwas in uns zusammenbraut. Aber wir spüren auch, dass sie (die neue Idee) möglicherweise mit der gängigen Meinung nicht vereinbar ist, und dass sie uns eher mehr Schwierigkeiten als Vorteile bringen könnte. So treiben wir den Ideenembryo schon in seinem ersten Wachstumsstadium regelrecht ab. Jedoch, wenn uns die eigene Schöpfung größer erscheint als wir selbst, liegt es eigentlich daran, dass wir uns (in unserer Größe, unserem „großen Potential“ und unseren „großen“ Fähigkeiten) noch nicht erkannt haben. Wir können nämlich nicht einmal im Ansatz etwas gebären, dem wir nicht gewachsen wären!

Jemand könnte die aktuelle Situation auch anders sehen. Er könnte sich fragen, warum ich meine, dass die Geschlechtsorgane verkümmern, wenn es mancherorts so erscheint, als würden viele Menschen zu den Sexbesessenen mutieren.

Wir sollten an dieser Stelle aufmerksamer werden. Ich habe hier nicht über Geschlechtsorgane und auch nicht über Sex gesprochen. Ich habe mir hier über die „Befruchtungs- und Gebärorgane“ und über die „schöpferisch-gebärende Prozesse“ Gedanken gemacht. Aus meiner Wahrnehmung (auch) für feinstoffliche Vorgänge und Vorgänge jenseits des Feinstofflichen (nicht-stoffliche) stellen unsere physischen Geschlechtsorgane nur einen kleinen Teil der physischen oder feinstofflichen und nichtstofflichen Organe dar, die sich an einem Befruchtungs- und Gebärprozess beteiligen, ob hier in der physischen Dimension oder in anderen Dimensionen. Das, was wir sichtbar in der „dritten“ Dimension erschaffen/gebären, ist nur ein winziger Bruchteil dessen, was wir außerhalb des physischen kreieren. Die aktuelle „Sexbesessenheit“ ist für mich kein Zeichen für unverkümmerte Organe, sondern die Bestätigung. Weil die restlichen, sich an den schöpferischen Prozessen beteiligte Organe nicht mehr optimal zusammenarbeiten, verschiebt sich die Aktivität nur in die aus dem Kontext gerissene Ebene und sucht dort die Befriedigung. Im Unterbewusstsein ist die ursprüngliche Information (dass u.a. auch mittels Sex eine Aktivierung gewisser befruchtende Tore möglich ist) noch aktiv. Durch mentalen Sex, also Sex, der nur aus dem Kopf, aus dem Ego, aus dem Befriedigungsdrang heraus zustande kommt, öffnen sich keine schöpferischen Tore, sondern es geschieht etwas ganz anderes. Man sollte aber vorsichtig beim Schubladisieren sein! Es ist individuell. Bei einem ist der Sex ein Teil des schöpferischen Prozesses, bei einem anderen, der mit einem „Sexvirus“ befallen ist, geschieht ein Energieklau, der eine Art „Fütterung“ ist und dadurch eine kurzzeitige Zufriedenheit verschafft. Das so ein Mensch auf die Energie eines anderen Menschen angewiesen ist, um gesättigt zu sein, deutet schon darauf hin, dass seine Energiebahnen, die ihn mit dem Notwendigen automatisch versorgen würden, nicht ausreichend aktiv oder intakt sind.

Ich persönlich würde gerne mit Menschen arbeiten, sie coachen, die sich entscheiden, ihre schöpferischen Kräfte zu entstauben, in Gang zu bringen und sich auf sie und das eigene Potential einzulassen. Ich würde liebend gern die Ideen- und neue Wege-Geburtshelferin dabei spielen :)

Wir sind es gewohnt, das arrangierte Leben voller Kompromisse zu leben

Aber ich bin noch immer bei dem Thema des Wohnens. Wie schon gesagt, wir hinterfragen nicht, ob wir, um zu wohnen, überhaupt bauen müssen. Und was wenn das klassische Wohnen veraltet ist? Was, wenn wir etwas Anderes, Passenderes brauchen? Was wenn manche von uns, statt zu wohnen, statt sich um das Haus und die Wohnung zu kümmern und zu pflegen, eigentlich die ganze Zeit unterwegs sein sollen?

Aber bitte, da dürfen wir die Ebenen nicht verwechseln. Klar wird das Unterwegs sein heute schon gelebt und wir die meiste Zeit nicht (mehr) zu Hause verbringen, sondern irgendwo unterwegs. Aber so ein „unterwegs sein“ meinte ich nicht! Das wäre nichts Neues. Diese heutige 8-15 Stunden Dienstzeit und Fahrzeit pro Tag ist ein Schema, das in die Welt passt, die so ist wie sie ist (also weil das „Rad“[4] erfunden worden ist, weil wir so wohnen, bauen, denken, leben, wie wir es tun – das Hamsterrad eben). Und ich habe auch nicht über das „Zuhause“ gesprochen, sondern über das Wohnen. Wieviele von uns empfinden das, wo sie aktuell wohnen als das wirkliche Zuhause? Was ich meinte ist, dass es möglicherweise Zustände gibt, in denen wir uns befinden können, ohne wohnen bzw. bauen zu müssen und uns trotzdem Zuhause zu fühlen. Also 24 Stunden am Tag unterwegs und gleichzeitig zu Hause zu sein! 24 Stunden am Tag bei sich zu sein! Und mit unterwegs meine ich nicht nur (!) das physische Unterwegs-sein. Niemand sagt, dass das Umdenken, das Neudenken, das Andersdenken leicht ist. Wir sehen an diesen Beispielen, wie schwer es für uns ist, sich auf zumindest eine Vorstellung jenseits des Bestehenden, des Eingelebten einzulassen.

Was könnten wir also tun, statt sich den größten Teil des Tages und der Nacht in energieraubenden Räumen aufhalten? Sehen wir eine Alternative? Ich spüre manchmal, dass es nicht alles sein kann. Oft werden mir dieselben, zuerst noch angenehmen, Räume zu eng und unbehaglich. Irgendwie kann ich auf einmal keinen ruhigen Platz mehr finden, als müsste ich in dem Augenblick irgendwo anders hin, um mich entspannen und regenerieren zu können. Aber wohin? Diese Unruhe dauert so lange, bis ich mich mehr oder weniger unfreiwillig arrangiere, bis ich mich mit dem was ist zufrieden gebe. Aber es ist (nur) ein Kompromiss! Dieses Arrangement bedeutet für mich eine gewisse Abkopplung, eine Unterbrechung der „Ideenfindung“, des Schöpferischen.

Also Leute, wer von ihnen trägt in sich das Potential, eine Alternative zu der heutigen Wohnweise zu gebären? Bei den steigenden Immobilienpreisen? Bei den steigenden Mieten, Heizkosten, Betriebskosten usw. Wer bräuchte nicht eine Option, um wieder frei und beweglich zu sein? Ich bräuchte dringend eine Alternative, sie nicht?

© 03/2015 Kristina Hazler

Der Artikel Das bewusste Wohnen und die Transformation der festgefahrenen Welten besteht aus folgenden Teilen:

  1. Warum das Rad (nicht) neu erfinden?
  2. Wenn uns die eigenen vier Wände in der Entwicklung hemmen 
  3. Die neue Art des Wohnens ist lebensplankonform und flexibel 
  4. Können passende Wohnräume unsere Potentialentfaltung unterstützen? 
  5. Wenn das eigene Haus zu einem Energievampir wird 
  6. Wollen sie wohnen oder möchten Sie Zuhause sein? 

____

____

Fussnoten

[1] 3D-Drucker fertigt zehn Häuser an einem Tag (Spiegel.de)

[2] Gehört zu der Arbeit mit dem eigenen inneren Team. Ich berate, bzw. coache sie gerne zu diesem Thema. Siehe auch ein Seminar zu diesem Thema bei unserer BewusstseinsAkademie.

[3] Workshop: Die Kommunikation mit dem inneren Boykotteur und seine Wandlung zu innerem Helfer und Berater

[4] Ein Thema das in dem ersten Teil dieser Artikelreihe ausführlich besprochen wurde