Unsere Energiehygiene hat mittelalterliche Züge

Ein Artikel (nicht nur) für hochsensible, sensible, empfindsame, empathische, erwachte und erwachende Persönlichkeiten

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Die meisten Menschen in unserem Kulturkreis nehmen die physische Hygiene für selbstverständlich. Im gemeinsamen Begegnen und in dem gegenseitigen Umgang erwarten wir ein Mindestmaß an gepflegter und sauberer Erscheinung. Aber wie schaut es aus mit der emotionalen, mentalen und sogar energetischen Hygiene? Ist diese überhaupt möglich? Und ist sie ein- und dasselbe, Aspekte einer Gesamthygiene, die mit der physischen Hygiene Hand in Hand geht? Geschieht es automatisch, wenn wir ein ausgiebiges Bad nehmen, dass wir uns dabei auch zum Beispiel emotional reinigen oder gehört mehr dazu?

Wenn die Sinne das Eingefahrene verlassen
Gerade aus dem Urlaub in Italien zurückgekommen, möchte ich meine Eindrücke schildern, die uns vielleicht helfen, die Problematik der physischen Hygiene besser zu verstehen. Mein Mann und ich buchten ein Appartement, einige hundert Meter vom Meer entfernt. Schon nach der Überquerung der österreichischen Grenze und spätestens nachdem wir die Berge hinter uns gelassen hatten und uns Udine näherten, gingen unsere Augen auf, im Kopf klärte sich etwas, als hätte man uns die Rollos aufgezogen und die Nase witterte genüsslich die andere Luft. Noch circa hundert Kilometer von der Küste entfernt lag das „Meer“ bereits mit seiner „Frische“ in der Luft. Ich nehme an, viele kennen dieses Phänomen. Die Farbenpracht der Natur änderte sich, obwohl der Verstand es sich nicht wirklich erklären konnte. Die Bäume waren doch noch immer grün, die Wiesen auch und die Felder – na ja – die waren halt „feldig“ und doch nicht. Sie waren nicht österreichisch grün und nicht österreichisch „feldig“. Gleicher Baum, z.B. Akazie und/oder Birke, aber ein anderes grün und irgendwie auch anderer Charme, andere Bewegung. Und dann endlich, das Meer! Bevor wir das Apartment bezogen, fuhren wir zuerst durch eine Pinienallee zum Strand, um uns mit der Umgebung bekannt zu machen und sie zu begrüßen. Was für ein Gefühl! Meine Seele, trotz der hunderte Kilometer langweiligen Anreise, war sofort da und meldete sich: Endlich zu Hause! Atmen! Schauen! Hören! Sich einfach sattsehen, sattriechen und irgendwie auch sattessen. Nur einfach sein.

Der energetische Müll
Das war genau der Ort, wo ich zumindest die nächsten zwei Wochen verbringen und meiner Seele und meinem Körper etwas Gutes, Wohltuendes gönnen wollte. Wäre ich nicht ein Mensch, dazu eine Frau, und bräuchte ich zu meinem menschlichen Sein nicht ein Dach über dem Kopf … So ging es Richtung Apartment. Nichts Unbekanntes, keine unerwartete Überraschung, kein Desaster. Wir fahren immer wieder dorthin und wohnen auch immer wieder in derselben Anlage. Nun, ich frage mich trotzdem jedes Mal, wieso, warum. Kaum öffne ich die Tür zu diesem Apartment, verschwindet die ganze Welt dort draußen samt ihrer Vitalität und ihrem Charme irgendwohin, außer ich flüchte mich auf den Balkon. Und in welche Welt trete ich ein, wenn ich den geliehenen Schlüssel umdrehe, die Tür vor mir aufgeht und ich eintrete, während sich die Tür hinter mir leise schließt? Eine Welt vor der Tür, eine andere Welt hinter der Tür. Vor der Tür möchte ich sein. Es belebt mich, ich gehe auf, wachse, bin beflügelt. Hinter der Tür ist es dicht, wie in einem Tunnel. Meine Flügel passen da nicht rein. Ich schrumpfe, auf den Kopf bekomme ich einen Deckel aufgesetzt und dann, so reduziert, bin ich mit der mich willkommen heißenden Umgebung von einigen wenigen Quadratmeter kompatibel. Und die Quadratmeter schrumpfen. Sie scheinen nicht räumlich das zu bieten, was sie versprechen. Jeder Quadratmeter wird noch von etwas anderem beansprucht und nur ein wenig davon mir zur Verfügung gestellt. Warum? Habe ich nicht den vollen Preis bezahlt? Habe ich Mitbewohner gebucht? Was war dort los oder besser gesagt, was befindet sich in den Räumen um uns herum, die wir so Tag täglich einige mehr, andere weniger, sorglos betreten? Egal, in welchen Land ich mich befinde, egal wie viele Sterne die Unterkunft bietet, eins haben sie gemeinsam – den energetischen Müll, der sich in den Zimmern bis zu der Decke stapelt. Jeder Übernachtungsgast schüttelt dort Einiges von sich ab und nimmt ein wenig wieder mit. Kaum einer räumt wirklich hinter sich auf. Warum auch? Für die Reinigung wird doch in den meisten Fällen bezahlt. Nur ist das übliche Personal kaum dafür zuständig, unseren energetischen Müll hinter uns wegzuräumen und auch meist nicht fähig das zu tun bzw. dafür berufen. In den meisten heutigen Kulturen befinden sich die Reinigungskräfte auf der unteren Sprosse der Gesellschafts- und Gehaltsleiter. Es sind meist einfache Menschen mit einfachem Bewusstsein und sie kommen öfters aus Kulturkreisen wo die physische Hygiene nicht unseren persönlichen Standards entspricht. Wo ist die Logik? Warum putzen, pflegen und räumen diese Menschen für uns weg? Bitte, verstehen sie mich nicht falsch! Ich schätze diese Leute und die Arbeit die sie tun! Ich spreche eher darüber, dass wir nicht verstehen, was wir von diesen Menschen erwarten und wir ihre Arbeit für nicht besonders wichtig halten, sonst wären diese Personen zumindest anders bezahlt und könnten, statt nach jeder Arbeitsschicht ins Koma fallen, dazulernen und nach und nach weitere Ebenen der Reinigung und der Pflege beherrschen – bis hin zur Ganzheitlichen.

Ganzheitliche Hygiene
GesichtApropos ganzheitlich! Schon fast zwanzig Jahre ein Superwort! Aber was versteht wer darunter? Was ist ganz und wann? Üblicherweise wird zum Beispiel unter ganzheitlicher Medizin verstanden, wenn bei der Heilung oder dem Therapieren nicht nur der Körper und die körperlichen Symptome behandelt, sondern auch der Geist und die Seele berücksichtigt werden. Sollte in der Zukunft, bald, so bald wie möglich, am besten schon gestern, nicht unser ganzes, unser aller Leben ganzheitlich sein und nicht nur die Medizin? Und wenn ja, gehört die Hygiene auch nicht dazu? Was würde ganzheitliche Hygiene bzw. ganzheitliche Reinigung bedeuten? Wie würde es aussehen? Zum Beispiel so eine Mundhygiene? Aus meiner Sicht, wie in der Überschrift erwähnt, befinden wir uns, was dieses anbelangt, erst im Mittelalter. So ist es wahrscheinlich auch nur meine eigene begrenzte, mittelalterliche Sicht der Dinge und irgendwann werden wir mehr und besser verstehen. Also aus meiner Sicht würde eine Mundhygiene bedeuten, dass ich nicht nur darauf achte, wann und wie oft ich meine Zähne putze, ob ich genug Kalzium zu mir nehme und ob ich einen Belag auf der Zunge habe, dass ich nicht zu saure Speisen zu mir nehme, kein Sodbrennen habe, weil dies alles sich auf mein Gaumenmilieu und den ph Wert und damit auf die Gesundheit der Zähne auswirkt, sondern ich verstehe, dass es genauso eine Rolle spielt, was ich gedanklich zu mir nehme, welchen Säure- bzw. Fäulnisgrad bereits diese Gedanken haben, was ich bedenkenlos herunterschlucke, um es dann wieder hochzuwürgen, womit habe ich Schwierigkeiten, es zu zerkauen und was spucke ich wieder aus? Wie vital und befruchtend ist das, welchen „ph Wert“ hat es, was ich von mir gebe? Oder hinterlässt es an meinem Zahnfleisch einen schimmeligen Belag, weil ich es zu lange zurückhalte und erst dann ausspreche, wenn es zu schimmeln beginnt und ich es endlich loswerden muss? Und das bin ich nur bei der Mundhygiene. Es wäre von großem Vorteil, ab und zu beim Zähneputzen statt gedankenverloren, bewusst dabei zu sein und sich einige bewusste Fragen zu dem eben Erwähnten zu stellen. Da wären dann die durch Zahnärzteschaft empfohlenen fünf Minuten für Zähneputzen höchstwahrscheinlich sinnvoll und endlich nachhaltig genutzt. Unser Bewusstsein fließt in alles was wir tun mit ein. Geben wir immer mehr die Verantwortung für verschiedene Tätigkeiten auf moderne Geräte ab, um mehr in der Unbewusstheit zu weilen, fallen wir in so einem Fall, z.B. während des Zähneputzens mit einer elektrischen Zahnbürste, in eine Art Trance, das uns unbewusst in Welten führt, die für unsere Mundhygiene möglicherweise nicht besonders vorteilhaft sind und den Mundraum, statt zu reinigen, vielleicht sogar „vermüllen“. Kaum jemand würde doch während des Zähneputzens noch ein Steak oder Schokolade essen oder nur die rechte Seite der Zähne putzen und die linke auslassen oder? Warum lassen wir dann die anderen Bereiche bei unserer (täglichen) Hygiene aus?

Immer mehr Menschen nehmen den emotional-mentalen Müll wahr
Und wenn sich schon manche Menschen ihrer Sorgen und unangenehmen Emotionen sowie faulender Gedanken entledigen, warum lassen sie sie dann in dem Raum liegen? Nach der Toilette spülen wir doch auch hinter uns weg, sammeln die Haare oder abgeschnittenen Nägel und entsorgen sie. Nur, weil der Rest der „Ganzheit“ nicht sichtbar ist? Weit gefehlt! Auf immer mehr Menschen trifft es ja nicht mehr zu! Für mich ist der abgesonderte, emotional-mentale Müll, den ich auch Schlamm nenne, weil man regelrecht darin untergehen bzw. bis zu den Knien oder sogar Hals versinken kann, genauso sichtbar bzw. wahrnehmbar als würde jemand seine nicht gepackten Koffer mitten im Zimmer stehen lassen. Nun, der Unterschied zum Beispiel zu abgeschnittenen und entsorgten Nägeln ist, ein gesammelter, im Raum hinterlassener Berg, ein Gemisch von verschiedenen Gedanken, Emotionen, Sorgen, Ängste, Trauer, Wut, Sehnsucht etc., was nicht unbedingt bedeutet, dass ihre Schöpfer um diese leichter geworden sind. Nein, meist multiplizieren sie sich (die Gedanken und Emotionen), als würde man mit einem Drucker Kopien machen, samt dem verzerrenden Faktor und damit eine immer geringere Lesbarkeit und bedenkliche Brauchbarkeit erzielen. Ein, zwei, oder auch tausend Gedanken, inklusive der damit einhergehenden Emotionen, landen auf dem Druckerglas, werden vom Scanner als etwas Druckbares erkannt und ein neues, kombiniertes Konglomerat von etwas, das so tut, als wäre es etwas „Brauchbares“, in die Welt ausgespuckt. Schüttet einmal euren Mülleimer auf den Drucker aus, drückt auf den Kopierknopf, wenn ihr einen Namen in der Welt habt … vielleicht könnt ihr das Ergebnis teuer, als ein Kunstwerk, verkaufen. Sorry, gerade habe ich mich in die Geschichte ein wenig hineingesteigert. Aber ich weiß nicht, wie ich es verständlicher machen soll 

Die Natur beherrscht die ganzheitliche Hygiene
Draußen hilft sich die Natur (die noch intakt ist) selbst mit unserer Smogspur, die wir hinterlassen. Sie braucht keinen Hokuspokus oder zum Beispiel Chakrenreinigung mit uns durchzuführen, damit die tägliche Hygiene erledigt ist. Nur in die Räume lassen wir die Natur mittlerweile nicht mehr rein. Umgekehrt. Die Häuser werden immer dichter gebaut und 100 Prozent isoliert, in vielen Gebäuden die Luftzufuhr elektronisch reguliert und kontrolliert. Und nicht nur das. Ich begegne immer mehr Menschen, die sich vor der Natur in die (vermüllten) Räume flüchten. Sie halten diese nicht mehr aus. Täglich begegne ich erschüttert dasitzenden Menschen in stickigen Räumen, die sich hinter dem Computer verstecken, die Jalousien vor den Fenstern zugezogen, so dass ja kein Sonnenlicht hereinkommt und den Raum auf natürlicher Weise desinfiziert. Fenster zu öffnen, um frische Luft hereinzulassen … daran denken sie schon lange nicht mehr. Wozu? Um Sauerstoff einzuatmen? Wer braucht den schon, wenn man jederzeit in den Krankenstand gehen kann? Voriges Jahr mitten in der Hitze kam ich in ein Büro in dem die Klimaanlage auf Hochtouren rannte, es war wunderbar kühl, aber nicht erfrischend, weil der Sauerstoff fehlte. Ich sagte zu den Menschen: „Hey Leute, macht kurz auch das Fenster auf. Dass die Luft gekühlt wird bedeutet nicht, dass genug Sauerstoff da ist.“ Darauf entgegnete der Chef des Büros: „Gebe es kein Sauerstoff im Raum, so wären wir schon alle tot!“

So können die Luft und der Wind die Gedankenwolken aus unseren „Bunkern“ nicht wegwehen und die Ecken mit dem Regen durchspülen. Manche glauben, dies mit Beräucherung der Räume ersetzen zu können. Was soll der Rauch mit den abgestorbenen Emotionen und Gedanken tun, die den unsichtbar abfallenden Haut- und Haarzellen gleichen? Sie verschlingen? Sie eliminieren? Umwandeln? In was? In reine Liebe? Ein wenig realistisch bleiben möchte ich schon. Wo ist die Liebe bei all der Angst vor dem Wetter, der Luft, der Sonne und dem Sauerstoff? Solche Menschen würden doch den Raum fluchtartig verlassen, sobald die Liebe dort einmal durchgeatmet hat. Räume, die einem Komposthaufen ähneln, bieten doch so manchem einen sicheren Schutz vor sich Selbst. Er braucht sich selbst nicht in dem vermüllten Zustand zu erkennen und kann auf den Lauf der Natur hoffen, wenn endlich ein vergessener Blumensamen aus dem Müll erwächst und erblüht. Ja, Wunder gibt es immer wieder. Aber müssen wir so weit gehen?

Ich möchte mehr Klarheit
Ich möchte mich nicht (mehr) nach dem Betreten eines Hotelzimmers, wo ich auf Entspannung und Erholung hoffe, die ersten Nächte in meinen Träumen oder im Halbschlaf durch die hinterlassenen Gedankengespenster und Wirrungen der früheren Gäste durcharbeiten müssen. Ich möchte nicht, nachdem ich regeneriert nach einem ausgiebigen Strandspaziergang ein Restaurant betrete, wo ich auf eine erlebbare Mahlzeit hoffe, zuerst eine Ohrfeige von stickigen, dicken, abgestumpften emotionalen Gedanken einstecken müssen, die mir als erstes, vor der Bedienung, so einen Willkommensgruß verpasst und die ich zuerst verdauen muss, damit ich überhaupt die Speisekarte lesen kann.

Wir hinterlassen immer einen energetischen Abdruck
Wir verstehen noch sehr wenig davon, hinter uns abzuräumen. Oft verhalten wir uns so: wir sind jetzt hier und nach uns die Sintflut. Möglicherweise sollte sie auch kommen, dann wäre aufgeräumt. Nur, wir bauen doch diese Dämme, regulieren die Flüsse, halten damit die unseren Geist und unsere Seele reinigenden Tränen zurück. Wie oft habe ich schon die erste Nacht in einem Hotelzimmer für andere geweint, damit ich dann überhaupt schlafen konnte. Wie oft musste ich den Ärger, der in der Luft hing und unterdrückt würde, über mich ergehen lassen, bis ich es mir mit dem Frühstückskaffee gemütlich machen konnte. Wie oft musste ich irgendeiner undefinierbaren Angst in die Augen schauen, bis ich ihr erklären konnte, dass sie nur eine Kopie von einer Kopie von einer Kopie ist: verzerrt, unreal und unberechtigt. Vieles von dem, was die Menschen vor der Welt als ihr tiefstes Geheimnis zu verstecken versuchen, hinterlassen sie bei jedem Schritt wie einen Fußabdruck im Sand hinter sich. Wir – manche – können es jedoch lesen, ob wir es wollen oder nicht. So, wie sie einen weißen Schuhabdruck auf einer frisch und schwarz asphaltierten Straße kaum übersehen können. Und die Straße, auf der wir gehen, ist nicht mehr schwarz. Sie ist voll mit überlappenden, verschiedenfarbigen Schuhabdrücken. Menschen, die geradeaus gehen, andere, die sich im Kreis drehen oder umkehren und zum Bekannten zurücklaufen.

Sensible Menschen flüchten sich oft in die Isolation
Und weil es immer mehr Menschen gibt, die nicht nur den physischen Dreck der Welt, sondern auch den energetischen wahrnehmen und nicht wissen, was sie damit tun bzw. wie sie sich helfen können, ohne selbst verschmutzt zu werden, erwächst in der aktuellen Zukunft eine neue „Art“ von Menschen, die den Schmutz und Schlamm fürchten, nicht ertragen können und sich deswegen hinter ihren Wänden physisch oder energetisch isolieren.

Im Mittelalter wunderte sich kaum jemand, wenn die Fäkalien die Straße runter flossen, obwohl die Antike schon mehr als tausend Jahre früher Kanalsysteme kannte. Wahrscheinlich nur ein Zeitreisender, der in die Vergangenheit aus der Zukunft reiste, hätte den Geruch der damaligen Straße als widerlich empfunden und hätte kaum mittendrin etwas Essbares zu sich nehmen können. Nun, ich mag auch nicht, wenn jemand ungeniert neben mir oder sogar auf meine Füße pinkelt und mir auf den Kopf „……“. Komme ich deswegen aus dem Jenseits, der Zukunft oder einem anderen Planeten?

Nicht jede Reinigung ist eine Reinigung
Einen anderen Urlaub buchten wir in einem „Biohotel“ in den österreichischen Bergen. Wir wussten nicht, dass wir so ein Hotel gebucht hatten. Wir suchten nach einer Bleibe in der Nähe der Gegend, wo wir sein wollten. Bei der Ankunft begrüßte uns ein großes Schild, der das Hotel als Biohotel auszeichnete, samt einer offiziellen Plakette, Zertifikat und Siegel. Okay, Bio kann ja nicht schaden. Schon überhaupt nicht mitten in einer so wunderbaren Landschaft, auf tausend Meter Höhe, mit frühlingsfrischer Luft. Denkt man sich. Einschlafen konnte ich aber auch nicht, obwohl alles rundum aus einem wunderbaren, ökologisch aufbereiteten Holz war – Natur pur. Das Übliche kam: Zuerst wurde mir kalt, dann kamen die Sorgen, die Ängste, dann das Herzrasen. Ich ging auf den Balkon. Es hörte auf. Ging ich rein, konnte ich kaum einatmen. Irgendwie gab es für mich nichts zum atmen. Am Tisch stand mit Rosenquarzkristallen möchtegern vitalisiertes Wasser, ich trank davon und mir wurde übel. Ging ich wieder auf den Balkon, war alles ok. Die Luft, die wunderbare Nacht, das Rauschen des vorbeifließenden Baches mit kristallklarem Wasser. Alles okay. Zuerst fand ich unter meinem Kopfkissen ein Kräuterkissen, das mit der Aufschrift „Für den ruhigen Schlaf“ geziert war. Im Nachttisch fand ich dazu einen „Beipackzettel“, der mir erklärte, dass das Kissen mit Herzfrequenz senkenden Kräuter gefüllt war, dass es mich eben beruhigen und in den Schlaf wiegen sollte. Nun, ich und mein Herz waren ruhig und die Kräuter bewirkten, dass mein Körper Alarm schlug, weil mein Herz nicht im eigenen Rhythmus, so wie es wollte, schlagen konnte und nach und nach komatös eingeschläfert wurde. Nach und nach arbeitete ich mich auch durch die energetischen Schichten des Zimmers durch, bis ich an irgendeine Grenze stieß, die mich in dem Zimmer eingeschlossen hatte und vom Natürlichen trennte. Am nächsten Tag beim Frühstück, völlig geschlaucht und matt, erfuhr ich von der Besitzerin des Hotels, dass das ganze Hotel „feng-shuiisiert“ wurde. Ich fragte sie, ob sie sich mit Feng-Shui auskennt und sie lachte nur, winkte mit der Hand ab und meinte: Ach was, sie verstehe überhaupt nichts davon. Sie hatte damit eine Firma beantragt, die es halt gemacht hat; das Hotel entstört, energetisiert hat usw. – für die Insider – halt das ganze Paket. Dann verstand ich, warum ich nicht schlafen und nicht atmen konnte. Ich hoffte auf die Kraft der Natur und die wurde aus dem Hotel ausgeladen. Das Hotel wurde „Natur-entstört“ und in eine künstliche Blase aus menschlichen Vorstellungen über Vitalität und „Bio“ gehüllt. Dort wo natürliche Reinheit herrschte wurde mit menschlichen Gedanken „gereinigt“. Das also war die Trenngrenze, an die ich in der Nacht gestoßen war. Das Traurige an der Geschichte war, dass diese „Behandlung“ des Hotels scheinbar die Voraussetzung für das „Bio“-Abzeichen war. Nun, statt Bio war das Hotel mit begrenzten, halb manifestierten menschlichen Gedanken und Absichten gefüllt, die aus welchem Grund auch immer, die Grundinformation – die Angst vor der Natur – in sich trug. Und das, weil man es für wichtig hielt, einen energetischen Schutz und energetische Umleitungen zu machen. So lagen wir mitten in der jungfräulichen Natur jeden Abend unseren Körper in einen künstlichen Kokon, gefüllt mit fremden Absichten, der uns vor etwas beschützen sollte/wollte, vor dem wir persönlich keine Angst hatten und keines Schutzes bedurften. Soweit kann es gehen, wenn man etwas tut, nur weil es „in“ ist oder es andere tun oder es irgendeine Kammer vorschreibt. Möglicherweise hat so etwas in einer Stadt einen Sinn. Aber dort, wo wir waren, und aus unserer Sicht, ergab es keinen. Wir legten uns von den tagsüber gemachten Ausflügen erholt schlafen; und wachten in der Früh zerknittert und geschlaucht auf, als müssten wir uns gerade wieder hinlegen.

Wann beginnen wir ganzheitlich zu baden?
Wie kamen wir damals aus dem Mittelalter raus? Wie geschah es, dass die Ratten und ansteckbare Krankheiten, die durch Fäulnis entstanden sind, aufhörten, die Normalität zu sein? Wir haben physisch die Angst vor dem Wasser überwunden, das damals als die Quelle der Krankheiten, weil verseucht, galt. Wasser sind auch Gefühle, Intuition, Kreativität, die Seele, der Mond, das Licht, die Dunkelheit, das Leben. Wann und wie überwinden wir die andere, nicht die physische Angst, vor dem Wasser? Wann beginnen wir, ganzheitlich zu baden, zu (er)gießen, zu spülen, auf den Wellen zu reiten, unterzutauchen, die Tiefe zu entdecken, sich tragen zu lassen?

Wann lernen wir die ausgediente, einst zweckgebundene Energie loszulassen?
Wann erkennen wir, dass das, was wir zum tausendsten Mal zerkauen, schon genug zerkaut worden ist und keine brauchbaren Inhaltstoffe mehr für uns enthält, dass der Rest ein Ballast ist, der ausgeschieden, kompostiert gehört? Wann hören wir auf, mit Mühsal und viel Aufwand, aus Höflichkeit und Respekt gegenüber der Geschichte und den alten Werten, etwas am Leben zu erhalten, was längst ausgedient hat und schon längst dabei war, sich zu verabschieden? Müssen wir wirklich in längst toten Gebäuden leben, die zum Schein, mit einem neuen Anstrich, zum „Weiterexistieren“ verdonnert werden und wir uns dann vor der in ihnen gebundenen „Schreckgeschichte“ in goldene Eier aus Licht hüllen müssen, um in ihnen überhaupt aushalten zu können? Wann lernen wir, Energie und damit meine ich auch die Materie, die von uns Menschen zweckgebunden wurde, der Erde zurückzugeben, nachdem ihr Zweck erfüllt ist? Wann lernen wir, die Energie, die von sich aus dabei ist, sich auf natürlichem Wege wieder zu dematerialisieren, sich in ihre ursprünglichen Bestandteile selbst zu zerlegen, um wieder neu dienen zu können – sie davon abhalten zu wollen? Wäre diese Welt nicht schöner, wenn sie nicht dem Leichenschauhaus, dem Friedhof oder der stinkenden Mülldeponie oder den mittelalterlichen Straßen gleichen würde? Müssen wir wirklich beschwerlich wachsen, die einzige Blume inmitten eines Komposthaufens sein? Können wir nicht auch auf der Wiese in der frischen Farbenpracht erblühen? Ob so oder so, eine Pflanze hat es schwer zu (er)wachsen und zu erblühen, wenn sie jedes Mal, mit einer neuen Schicht (von was auch immer) zugeschüttet wird und keinen Zugang zu Sonne und Luft hat.

Was können wir tun?
Also, was können wir tun, um uns aus dem Mittelalter zu lösen und die Welt, statt mit dem Gestank gärender Gedanken und fauler Eier zu überfüllen; ums sie zu einem Ort zu machen, der einen Platz für keimende, fruchtbringende Ideen bietet, damit sich das Rascheln des Keimens und des vitalen Wachstums sowie der Duft der Blüte und der Süße der Früchte frei über das Land den Weg bahnen kann?

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© 05/2014 Kristina Hazler, http://kristinahazler.com, http://BewusstseinsAkademie.com

 

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Alle meine Artikel zum Thema
„HSP“, „Energie- und Lichtarbeit“, „Erwachen und Aufstieg“
in der Reihenfolge des Erscheinens:
1) Ein ungewöhnlicher Appell an (hoch)sensible und erwachte Persönlichkeiten
2) Wenn die Zeit zum Packen gekommen ist
3) Die Psychosomatik war gestern und ist nur ein Teil der „Wahrheit“
4) Hört auf, Wirbel zu machen, mit deren Folgen ihr nicht zurechtkommt!
5) Was kommt in den nächste Tagen, Wochen, Monaten auf uns zu?
6) Weg von Archetypen, hin zur eigenen Natur
7) Der fahrlässige Umgang mit der Müdigkeit
8) Unsere Energiehygiene hat mittelalterliche Züge
9) Die Kunst des Empfindens
10) Wie vertragen sich Hochsensibilität und Sex?
11) Die Entmündigung durch verkehrt gelebte Spiritualität
12) Die Rückkehr der verlorenen Persönlichkeitsanteile
13) Die Zeit des persönlichen Armageddons
14) „Energieholismus“ – die potenzielle Sucht des spirituellen Kriegers

15) Es ist an der Zeit die Magie zu entmystifizieren
16) Die Magie und ihre zwei Seiten
17) Wenn das System Alarm schlägt, kann auch Magie im Spiel sein
18) Wann brauchen wir Magie wirklich?
19) Lichtkörperprozess und/oder Bewusstseinsprozess?

online ab 22.12.2014, 09:00 -> 20) Das geniale Selbstheilungssystem eines Lichtkriegers
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online ab 24.12.2014, 09:00 -> 22) (Be)Seele Dein Jetzt!

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