Mehrwissende verpfuschen die Transformation

„Mehrwissende verpfuschen die Transformation“ ist die Fortsetzung des Artikels Entmündigung durch verkehrt gelebte Spiritualität

Die Sackgasse der „Mehrwissenden“

Ich höre: Energie ist alles und alles besteht aus Energie. Ich frage mich: Entweder ist Energie alles oder das Alles besteht aus Energie, aber ist es dann alles? Wenn Alles aus Energie besteht und es doch noch nicht alles ist, was ist das Alles noch?

Für mich ist Energie etwas Formbares, Interessantes, oftmals Träges, fast Physisches. Sicher gibt es auch feinere Energien mit feineren Schwingungen, wunderbar durchsichtig, wohlwollend. Aber es gibt für mich auch das Bewusstsein. Man kann es kaum erklären, man muss es an sich selbst, selbst erleben. Den Unterschied und die Interaktion, die Ergänzung der beiden: des Bewusstseins und der Energie. Wir Menschen verhalten uns phänomenal. Einst glaubten wir, es gibt, existiert nur das, was wir sehen. Dann entwickelte sich die Menschheit weiter und (er)lernte die Wirksamkeit zum Beispiel von Elektrizität, der Radioaktivität oder Radiowellen – alles ein fürs Auge unsichtbares Zeug und trotzdem war es da und man konnte es auf einmal sogar nutzen, etwas damit anstellen. So verstanden Menschen, dass es möglicherweise Dinge auch dann gibt, wenn sie sie nicht sehen. Sie entwickelten Apparate, die das Unsichtbare messen konnten und landeten gleichsam in der gleichen Sackgasse wie vorher. Sie bildeten sich ein, es existiert nur das, was sie, ob doch nicht mit dem menschlichen Auge sehen, aber doch mit den von Menschen entwickelten Maschinen messen können. Bei einigen wenigen blieb jedoch die Erinnerung an die ursprüngliche Erfahrung, dass es möglicherweise immer noch etwas gibt, was der Mensch nicht sieht, auch durch die Messgeräte nicht und diese Menschen wurden „hellsichtig“ – sie sahen etwas, was andere Menschen nicht sahen – und obwohl fortgeschritten im Geiste landeten gleichsam viele von ihnen (weil eben Menschen und phänomenal) wieder in gleicher Sackgasse. In ihrem Unbewusstsein erklärte es sich, dass das, was sie sahen, schon alles ist, was es gibt. Es musste doch so sein, weil sie doch schon mehr sahen und sehen als andere und sogar mehr als die modernsten Apparate messen, aufzeichnen können. So treten sie leider erneut so lange im Hamsterrad, bis ihnen nicht einfällt, dass es doch möglicherweise nicht alles war was ist, nicht die ganze Wahrheit und schon überhaupt nicht die Ganzheit.

Wenn die Mauern eine dienliche Funktion haben

Ich persönlich finde es fahrlässig, wo wir schon so viele Male über unsere Begrenztheit und Blindheit belehrt worden sind, in dieser Zeit, wo so viele Menschen nach energetischer und spiritueller Beratung Ausschau halten wie noch nie, diese durch die Behauptungen, alles für sie zu wissen und zu sehen, in die Irre zu führen. Wir als Therapeuten, Hellsichtige und Hellfühlige … wie können wir uns bitte sicher sein, dass wir wirklich Alles und alle Zusammenhänge sehen und erkennen?

Transformation
Die begrenzte Sicht der heilenden Transformation?

Wenn jemand meint, für einen anderen Menschen Karma zu neutralisieren, zu transformieren oder zu entfernen zu können … weiß er wirklich aber wirklich (!) wirklich, dass der Mensch das, was er selbst als Therapeut für die Karma des Klienten hält, tatsächlich etwas ist, was der Mensch nicht mehr braucht?

Viele lernten andere Ebenen, Bereiche, Welten, Universen zu besuchen und Ausflüge quer durch die hochschwingenden Dimensionen zu machen und doch denken sie einseitig. Ihr Denken ist weiterhin dreidimensional, statt multitaskingfähig und multidimensional. Sonst würden sie wissen, dass das, was wir aktuell hier und jetzt aus unserer momentanen Begrenztheit heraus als unangenehm, als Blockade oder gar Karma empfinden, in einem anderen Bereich möglicherweise etwas augenblicklich besonders Dienliches und Zielführendes sein kann. Und nicht zielführend in irgendeiner parallelen Existenz, sondern für mich, hier und jetzt, auch wenn ich es in hier noch nicht so empfinden kann. Ein Beispiel dazu:

Jemand empfindet sich im Moment in einer Sackgasse. Sein Leben bewegt sich nicht weiter, er tritt auf der Stelle, es fällt ihm nichts Neues ein. Keine Ahnung, wie er sich helfen, was er tun kann, um weiter zu kommen. Er geht als zu einem Therapeuten und der erklärt ihm, dass er vor einer Wand, einer Mauer steht. Nun gut. Er bietet eine Rückführung in ein Leben an, in dem sich sein Klient diese Mauer aufgebaut habe, um diese dort wieder abzubauen, zu erlösen. Zusammen finden sie den Weg. Die Mauer wird als solche erkannt und demoliert bzw. in irgendeine höhere Dimension oder in das universelle Feuer verjagt. Sache erledigt! Mensch kann sich schlafen legen, in der Früh zufrieden zu Hause aufwachen und los gehst … endlich geht es weiter.

Wirklich?

Hat das wirklich jemand von euch so einfach erlebt? Oder hofft ihr noch, die richtige Mauer in der richtigen Inkarnation zu erwischen, deren endgültige Auflösung/Entfernung sich dann doch schließlich im augenblicklichen Vorankommen spiegelt?

Oder aber kann es irgendwann dann passieren, dass ihr plötzlich Gefühl habt, dass euch etwas fehlt. Etwas von euch selbst. Es könnte zwar weitergehen, der Weg hat sich vor euch durch die entfernte Mauer geöffnet, geebnet, offenbart, aber auf einmal findet ihr eure „Füße“ nicht, um den Schritt zu wagen und den Weg zu gehen? Nun ja, kein Wunder, weil ein Baustein fehlt. Ein Schritt in einer anderen Inkarnation, auf den ihr eigentlich gewartet habt, bis dieser getan wird und in der Zwischenzeit wurdet ihr auf ein kleines Standby geschaltet. Für den einen Schritt brauchte man aber in einer ganz anderen Inkarnation (welche in der Rückführung nicht „begutachtet“ wurde) die besagte und leider bereits entfernte Mauer, an der ihr früher fleißig mehrere Leben lang gebaut habt, um euch endlich passend zu erheben um darüberblicken zu können oder drüber zu klettern. Jetzt ist aber die Mauer futsch. Eure eigenes Werkzeug und eure eingesetzte Energie weilen freiwillig entsorgt in dem „Fegefeuer des spirituellen möchte-gerne-alles-von-unangenehmem-reinigenden-Universum“. Viele Leben habt ihr euch eigentlich für den einen Schlüsselschritt vorbereitet, dann eine zweistündige Rückführung gemacht und die eigene Arbeit sofort wieder erlöst und verabschiedet. Gratuliere!

Wir kennen dieses Gefühl aus unseren Kindergartentagen, wenn jemand unsere Sandburg, in die wir unsere ganze Phantasie, das ganze Herz hineinsteckten, zerstörte. Was konnten wir tun? Es blieb uns, entweder zu weinen, sich zu ärgern, eine neue zu bauen oder sich trösten und durch eine Süßigkeit von dem Verlustschmerz ablenken zu lassen.

Die verpfuschte Transformation

Wir tragen in uns das Wissen, dass wir alles wissen und glauben dann, dass wir als Menschen (!) wirklich alles wissen, auch dann wenn wir gerade nicht(s) wissen. Eine komplizierte, an den Haaren herbeigezogene Geschichte. Sind wir deswegen begrenzte Menschen, damit wir alles wissen oder damit wir bestimmte Erfahrungen machen, die wir als allwissende Wesen nicht machen könnten?

Ja, wir können an unseren Energiefeldern und unseren, wie auch an fremden Energien spielen, so wie wir mit den Sandkuchen spielen können. Aber wir können genauso den Kopf in den Sand stecken oder uns Sand in die Augen streuen.

Energie kann man angeblich transformieren – und so wird Transformation einer nach der anderen herbeigerufen und transformiert, was das Zeug hält. Die Energie der ganzen Nachbarschaft, der Stadt, gar der ganzen Erde soll einer Transformation unterliegen. So licht und hell wie möglich soll alles werden. Ich weiß nicht … hat sich noch nie einer von den Licht und noch mehr Licht Anrufenden zu lange in der Sonne aufgehalten? Im einem heißen, himmelblauen, wolkenlosen Sommer beschweren wir uns doch alle, wie unerträglich der Tag ist.

Wenn wir schon die Energie transformieren wollen, wissen wir auch wie und in was und was die Transformation beinhaltet und ob wir dafür bereit sind?

In Liebe? Wie transformieren wir Energie selbst in Liebe, wenn wir im Allgemeinen so wenig von Liebe verstehen? Ja, wir sehnen uns alle nach Liebe. Aber verstehen wir sie? Ungefähr so, wie wir die Energie verstehen. Leute, warum pfuschen wir nur ständig dort, wo und von dem wir am wenigsten Ahnung haben? Warum tun wir nicht jeder das, was wir am besten können, wenn wir zu dieser Welt und deren Veränderung beitragen wollen? Kein Wunder, dass die Welt immer verpfuschter ausschaut, wenn keine Professionisten, sondern wir als Pfuscher am Werk sind.

Weiter über die BewusstseinsTransformation lesen Sie in der Fortsetzung: „Klärung der Bewusstseinsebenen und Energieabsorption“ (online ab 29.08.2016)

© 08/2016 Kristina Hazler, (Ersterscheinung 08/2014)

 

Weitere Artikel von mir zum diesem Thema und HSP in der Reihenfolge:
1) Ein ungewöhnlicher Appell an (hoch)sensible und erwachte Persönlichkeiten
2) Wenn die Zeit zum Packen gekommen ist
3) Die Psychosomatik war gestern und ist nur ein Teil der „Wahrheit“
4) Hört auf, Wirbel zu machen, mit deren Folgen ihr nicht zurechtkommt!
5) Was kommt in den nächste Tagen, Wochen, Monaten auf uns zu?
6) Weg von Archetypen, hin zur eigenen Natur
7) Der fahrlässige Umgang mit der Müdigkeit
8) Unsere Energiehygiene hat mittelalterliche Züge
9) Die Kunst des Empfindens
10) Wie vertragen sich Hochsensibilität und Sex?
11) Die Entmündigung durch verkehrt gelebte Spiritualität
12) Die Rückkehr der verlorenen Persönlichkeitsanteile
13) Die Zeit des persönlichen Armageddons
14) „Energieholismus“ – die potenzielle Sucht des spirituellen Kriegers

15) Es ist an der Zeit die Magie zu entmystifizieren
16) Die Magie und ihre zwei Seiten

Der Mensch und seine Heilung - Das göttliche Puzzle—————————-

Empfehlung

Zum Thema empfehle ich auch folgende Bücher:

 

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Erwachen im MenschSein - Das Experiment

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