Die Bühne des Lebens und die inszenierte Welt

Wie viele Male passiert es uns, dass wir Situationen, Geschehnissen begegnen, die uns voll verrückt, wie irrsinnig vorkommen. Man denkt, man träumt nur und hofft, bald aufwachen zu können. Man versucht sich die Augen zu reiben, sich zu zwicken und innerlich oder auch laut meldet sich:

„Das kann doch nicht wahr sein!“

und … ich behaupte – Sie haben Recht! Es ist nicht wahr. Auf einer Ebene könnte man alles, was uns hier physisch, irdisch begegnet, mit einer Art Show vergleichen und wenn sie eines Tages ausrufen – das kann doch nicht wahr sein! – haben sie es vielleicht gerade geschafft, für einen kurzen Moment einen Backstageblick zu erhaschen.

Die inszenierte Welt

Wir sind in solch einem Zustand nicht der Zuschauer, der in der ersten Reihe sitzt, den die Vorstellung gänzlich in seinen Bann gezogen hat, dass er rund um sich alles vergessen hat und sich plötzlich mitten in einer dargestellten Illusion befindet. Nein! Wir sind jemand, der plötzlich aus der herbeigeführten (von wem auch immer) Trance erwacht ist, erstaunt den Kopf schüttelt und merkt, dass er die ganze Zeit nur ein Zuschauer war, den die Faszination des Spieles vollkommen mitgerissen hat, dass man sogar sich selbst vergessen hat. Fast eine Vorstellung lang lebten wir mit den Schauspielern ihr Stück mit, tauchten in die inszenierte Welt hinein und konnten den Alltag und das Eigene für diese Zeit ausblenden, vergessen, eine Erleichterung, eine Entspannung in der Imagination abseits der eigenen Sorgen finden. Je nachdem wie gut das Stück war, wie es einen mitgerissen hat, könnten wir jegliches Zeit-, sogar Körper- und Ichgefühl, verlieren. Umso schwerer und langsamer erwachen manche, kehren so manche nach der Vorstellung in die eigene Welt zurück. Am liebsten würden sie noch da sitzen bleiben. Die Darsteller sollen am besten weiter so tun als ob, die Zuschauer sollten noch immer unterhalten werden, nur um nicht auftauchen zu müssen. Wie nach einem wunderbaren Traum, wo man sich schon des Aufwachens bewusst ist, sich an der Schwelle zum Tag und dem Tagesbewusstsein befindet, aber am liebsten noch ein Weilchen in der Traumwelt bleiben und genießen würde. Man schließt wieder die Augen, versucht erneut in die Tiefe zu gehen, aber es geht nicht mehr. Das Bewusstsein hat das Erlebte bereits als einen Traum enttarnt und es ist nicht mehr möglich, sich bewusst das unbewusste Traumdasein vorzutäuschen. Der Alltag rückt immer näher und der Traum verblasst. Schade, denkt man sich, wenn es ein schöner Traum war, man dankt Gott, wenn die Nacht gespenstisch verlaufen ist.

In der Rolle des (Schau)Spielers

Als Zuschauer hat man es leicht. Das Ende des Ausfluges in eine andere Welt ist vorausschaubar. Mit dem Ende der Vorstellung wird man automatisch geweckt oder die Putzkolonne schickt einen spätestens wieder nach Hause. Man kann sich seines Erwachens sicher sein. Umso freiwilliger und sorgloser taucht man wahrscheinlich in diese fremde Welt ein.

Aber wie gestaltet sich das Ganze, wenn man sich selbst nicht in der Rolle des Zuschauers, sondern des Schauspielers befindet?

Foto zum Artikel: Die Bühne des Lebens und die inszenierte Welt von Kristina Hazler, Tags:

Wenn man ein Schauspieler ist, der wirklich gut ist … der das Talent hat, sich in die Rolle vollkommen hineinzuversetzen, für die Dauer des Stücks alles um sich herum zu vergessen, sich von sich selbst spätestens in der Garderobe zu verabschieden und mit dem Anlegen des Kostüms und der Schminke zu jemandem anderen glaubhaft zu mutieren … So glaubwürdig, dass dieser beim Blick in den Spiegel nicht mehr sich selbst, sondern seine Rollenidentität sieht … Auf der Bühne geht er in der Rolle völlig auf. Man kann es ihm kaum glauben, dass er es nur spielt. Nein, er lebt es! Man denkt, er ist es selbst. Als Zuschauer vergisst man, dass hinter der Maske ein Schauspieler, ein anderer Mensch steckt, der nur so tut als ob. Nein, man könnte glauben, er ist so, er spielt sich selbst:

Die Bretter, welche die Welt bedeuten …

Auf einmal gibt es nur eins … die Bühne. Man weiß nicht mehr wann der Vorhang hochgegangen ist, man weiß nicht wann er runter geht. Man weiß gar nicht mehr, dass es da einen Vorhang gab. Man sieht die Bretter nicht, man sieht nur die Welt. Es gibt keine Zuschauer, es gibt keine Schauspielkollegen … Es ist jetzt und man lebt. Man lebt mitten in einer Rolle. Man ist in ein Kostüm geschlüpft und begegnet den im Drehbuch festgehaltenen Ereignissen. Man erleidet Schicksalsschläge. Man trauert, lacht. Es schmerzt, man weiß sich keinen Rat. Man wird von allen verlassen, steht alleine da – auf den Brettern, niemand kümmert sich um einen – das Leiden kann man der ganzen Körperhaltung, von den Augen, dem gesamten Wesen ablesen. Man fällt auf die Knie, schüttet sich die Asche auf den Kopf, reißt die Haare aus, wendet die Augen zum Himmel, fleht Gott an, ihm zu helfen. Aber die Himmelskulisse antwortet nicht. Verzweifelt sucht man nach helfender Hand, aber die ist im Drehbuch nicht vorgesehen. Das Publikum tobt vor Begeisterung. Der Schauspieler hat eine glänzende Leistung vollbracht! Der Vorhang geht runter, die Zuschauer bleiben mit Standing Ovation stehen, niemand bewegt sich. Der Vorhang geht hoch – der Schauspieler steht nicht lächelnd vor dem Publikum und verbeugt sich nicht dankend für die Anerkennung, nein! Er kniet noch immer in seiner letzten Pose, in seiner Verzweiflung, mit verzerrtem Gesicht. Mit leerem Blick starrt er ins Publikum, aber sieht es nicht. Das Applaudieren hat kein Ende – der Schauspieler ist wirklich grandios! Der Vorhang geht zum letzten Mal auf und runter, die Menschen beginnen das Theater zu verlassen. Niemand weiß, dass auf der Bühne der Schauspieler auch ohne sein Publikum noch immer kniet und leidet. Er ist verlassen, aufgegeben, hilflos, weiß nicht wie es weitergehen soll – das Drehbuch ist hier doch zu Ende. Bis hierher hat er es tausend Mal geübt, bis hierher hat er das Geschehen im Blut, aber was jetzt? Die Bühne ist leer, die Kollegen sind nach Hause gegangen, überall ist Dunkel, das Licht wurde ausgeschaltet. Irgendwo findet er noch Kraft, steht doch noch auf und tapselt sich durch das Theater hindurch, bis er schließlich auf der Straße landet. Im Kostüm, in der Schminke. Niemand erkennt ihn. Er sieht sich im Schaufenster, und er sieht sich nicht. Er ist noch immer in der Rolle, aber er weiß es nicht. Er identifiziert sich mit der Verkleidung und mit dem Stück, aber plötzlich gibt es Ungeübtes, Unvorhergesehenes. Die Welt um ihn herum weiß nicht, dass er nur spielt, er selbst doch auch nicht. Jeder begegnet ihm in seiner Rolle, nicht in seinem Ich. Er schaut wie ein armer Bettler aus, in zerrissener Kleidung, durch die Asche verschmutzt – viele wenden sich von ihm ab, einige werfen ihm bemitleidende Blicke zu, andere beschimpfen ihn, rufen ihm Beleidigendes nach. Oder trägt er möglicherweise eine Verbrechervisage? Die Leute flüchten, verstecken sich vor ihm, haben Angst – und er versteht es nicht. Er geht auf sie zu, versucht zu lächeln, bemüht sich Kontakt zu knüpfen, ein paar nette Worte zu sagen und … vielen kann er Angst von den Augen ablesen. Einige attackieren ihn, werden aggressiv. Er versteht es nicht. Er wollte doch nur … Er wollte ein paar nette Worte sagen, nach dem Weg fragen … und dann auf einmal sieht er sich im Schaufenster. Eine furchterregende Gestalt! Ein in der Wut verzerrtes Gesicht, ein bedrohlich wirkendes Wesen glotzt ihm aus der Auslage entgegen. Das kann doch nicht wahr sein! Wie ist denn das passiert?! Das bin ich?! Das soll ich sein!? … Hilferuf … flüchtige Gedanken … ein Augenblick der Wahrheit? Sich endlich selbst erkennen …? Endlich sehen, wer man tatsächlich ist? Der Spiegel … sagt er die Wahrheit?

Was sagt der Spiegel? Ja, du bist furchterregend … die Menschen haben Recht, wenn sie sich vor dir fürchten. Siehst du es, du fürchtest dich doch selbst vor dir. Nicht die Menschen, denen du begegnet bist, waren böse, nein, siehst du – du bist es selbst – der Spiegel lügt doch nicht …

oder …

soll man lieber auf das Gefühl hören. Was sagt es?

„Das kann doch nicht wahr sein! Das bin doch nicht ich! Das kann nicht ich sein! Ich bin das nicht!“

Wer hat jetzt Recht? Der Spiegel? Das Offensichtliche? Das nicht zu Leugnende? Das, was alle sehen und bestätigen oder das leise, das unsichere, das schüchterne Gefühl in einem – das bin doch nicht ich?

Auf was hören, nach was sich ausrichten? Nach dem Spiegel oder dem Gefühl? Kopf oder Herz? Wo ist die Wahrheit?

Ein junger Mann geht die Straße entlang. Der Tag ist wunderschön, er nutzt ihn. Er schlendert so herum, lässt den Gedanken freien Lauf, schaut, was ihm begegnet, sucht nach Inspiration, wartet oder lässt Ideen auf ihn zukommen. Trotz des Lärms und der vielen Ablenkungen der Straße ist er bei sich. Unbeirrt schreitet er seinen Weg durch die Stadt voran. Und da begegnet ihm etwas. Er taucht auf aus seinen Gedanken. Es wird lebendig. Ein Déjà-vu stellt sich ein. Er ist fasziniert und kann es gleichzeitig nicht glauben. Die Welt und das Leben sind wirklich verrückt – was für Bilder und Momente sie bieten! Alles ist hier möglich – denkt er sich, während er verblüfft und verdutzt einem Mann zuschaut, der vor einem Schaufenster kniet, verzweifelt und verängstigt um sich herumschaut. Die ganze Szene wirkt tragikomisch. Komisch, weil die Maske, welche dieser Mensch anhat, furchterregend sein soll, und weil der Mensch hinter dieser Maske sich selbst fürchtet. Tragisch, weil dem Jungen bewusst wird, dass die Furcht die echten Gefühle sind, dass dies keine Inszenierung ist. Und im nächsten Moment erkennt er! Es kommt ihm alles bekannt vor! Plötzlich weiß er es! … Vor Wochen hat er diese Szene schon einmal gesehen! Das Stadttheater hat ein Stück aufgeführt, das er sich angeschaut hat. Beeindruckt von den Schauspielerkollegen ging er mit der Hoffnung nach Hause, einmal auch so einmalig spielen zu können. Und jetzt das! Er weiß nicht von wo, aber er weiß es. Er weiß nicht wieso, aber er tut es. Irgendeine Kraft treibt ihn an, auf diesen unglücklichen Mann zuzugehen. Er denkt nicht nach. Er schreitet und er versteht. Er lässt sich von der Maske, von dem Kostüm nicht täuschen. Er selbst als Schauspieler von Beruf weiß, wie schwer es ist, sich von einer Rolle, die man länger gespielt hat, die man gelebt hat, zu lösen. Dass es aber so weit gehen kann, wusste er nicht …

Er reicht dem Kollegen die Hand, hilft ihm aufzustehen. Der schreckt sich, zieht sich zurück, wendet sich ab. Er weiß doch, dass sich die Menschen vor ihm fürchten. Er will doch nicht noch einen erschrecken. Der Junge lässt sich nicht täuschen. Er legt beruhigend die Hand auf seine Schulter, dreht seinen Kopf zu sich, schaut ihm in die Augen und beginnt die Schminke abzuwischen. Er hilft ihm aus dem Mantel raus, der zu den Requisiten des Stadttheaters gehört und … dreht ihn wieder zum Schaufenster um. Verblüfft schaut der Schauspieler das eigene Bild an und ruft laut: „Das kann doch nicht wahr sein!“ und eine Stimme in ihm antwortet: „O doch, das ist wahr.“ Der Spiegel lügt doch nicht. Er ist es! Ja, jetzt erkennt er sich wieder. Jetzt weiß er! Jetzt erinnert er sich. Die Lebendigkeit in seinen Augen fehlt noch, die Strapazen der letzten Tage sind ihm anzusehen, aber er ist es wieder! Dankend schaut er zum jungen Mann, der lächelt nur ein wenig verlegen und zuckt mit den Schultern. Er kann seine Frage, wie das nur passieren konnte, auch nicht beantworten. Es ist halt passiert. „Berufsrisiko …“ sind seine letzten Worte, während er schon weiter seinen Weg schreitet und dem gerade Erlebten in seiner eigenen Welt nachgeht. „Faszinierend“ denkt er sich und hofft, dass er ein guter Schauspieler sein kann, während er auf der Bühne ist und dann wieder jedes Mal zu sich kehren kann, nachdem der Vorhang runtergefahren wurde.

Nachdenklich schaut sich der junge Mann um. Viele Menschen, viele Gesichter treiben sich auf der Straße herum. Arme, Reiche, Opfer und Täter, Mütter und Väter. In manchen ist Freude und Abenteuerlust zu lesen, in vielen Trauer, Hoffnungslosigkeit, Leere, Verzweiflung. Er versucht zu sehen, wie viele davon sind Masken, Kostüme, wie viele davon sind Kollegen, die das wahre Leben mit der Bühne verwechselt, die vergessen haben. Er sieht Scharen von Königen, Präsidenten, Politikern, Managern, Geschäftsmännern, Direktoren und anderen „Wichtigen“, sowie Kindern, Schülern, Arbeitern und sonstigen „Normalos“, aber auch die „Privilegierten“, Reichen und Schönen, Berühmten, Bekannten und Anerkannten und die „Erbärmlichen“, Ärmlichen, Schwachen, Nichtshabenden, Nichtstaugenden, Verletzlichen, Verletzenden, Hilflosen und Hilferufenden, wie auch die Mächtigen und Kräftigen, angsteinflössenden Herkulese und Terminators. Viele Hamlets, Romeos und Julias, Möchtegerngoliaths, kunterbunt durch all die Drehbücher und Skripten dieser Welt. Und schließlich geht er wieder an einem Schaufenster vorbei. Er bleibt stehen und schaut sich an. Was sieht er? Ist er das? Was, wenn er auch einer von ihnen ist? Was, wenn er auch sein Kostüm nicht ausgezogen hat? Er schaut und schaut, kurz ist diese Verunsicherung, dieser Zweifel da. Er schaut einmal weg, reibt sich die Augen und dann schaut er noch einmal in den Spiegel. Nein, er lässt sich doch nicht verrückt machen von diesem Bild. Er ist er, egal was das Bild sagt, egal was für eine Schminke, Maskerade er anhat. Er müsste es doch wissen, wer sonst? Sein Gefühl kann ihn doch nicht täuschen. Er schaut, spürt lieber in sich hinein und er sieht sich. Ich bin ich – sagt er sich und befreit, erleichtert schreitet er in den Tag weiter. Alles ist möglich!

Trotz so eines lebendigen Bildes will ich nicht vergessen, dass ich über die Gesundung schreibe. Also wie soll dieses Bild zu verstehen helfen, was uns krank macht und was uns heilt?

Der Seelenfrieden

Die Identifizierung mit der Rolle, in ihr vorhandener inszenierter Qual, das Persönlichnehmen der nach Drehbuch gespielten Missgeschicke, Tollpatschigkeit, Unbeholfenheit, Kleinheit, Niedergeschlagenheit und damit verbunden das Rückschlüsseziehen, wer man ist, trägt nicht besonders zu eigenem Seelenfrieden, Entspannung und Freude bei. Der Geist quält sich, versteht nichts, ist verwirrt, rattert ohne Ende, sucht nach Erklärungen, Auswegen. Man zieht sich zurück, versteckt sich, will von sich selbst und der Welt nichts mehr wissen. Der größte Irrtum und die Angst auf dem Wege zu sich selbst. Der Glaube an ein böses Erwachen, des Erkennens des eigenen nichtsnutzigen, kleinen, mickrigen oder bösen Ich. Einem Ich zum Auslachen oder zum Weinen. Einem Ich, von dem sich alle abwenden, das alle auf den Mond schießen wollen. Oder einem Ich von einem anderen Planeten kommend, kein zu Hause habend und hier nichts zu suchen sollend … was, wenn dies alles hinter der Maske steckt? Was für einen Grund hätte ich doch sonst gehabt mich zu maskieren, tarnen, hinter der Fassade unterzutauchen und mir selbst und den anderen etwas vorzuspielen? Wer bin ich denn? Wenn ich nicht der bin, der ich bin? Bin ich dann noch ich? Wie fühle ich mich dann, wie denke ich, was tue ich? Kann ich noch ich sein?

Kopfschmerzen, Fieber, Schwere, Trägheit, Gelähmtheit, Depression …

Nur Ruhe haben, in Ruhe gelassen werden …

Nichts hören, nichts wissen wollen …

Alles tut weh, drückt, zwickt, brennt. Das fast zu eigenem Leib gewordene Kostüm beginnt zu bröckeln, sich zu lösen – Angst, Unbekanntes, Unsicherheit, Verwirrung, Schmerz, Hoffnung?

Das kann doch nicht wahr sein! – ist der Satz der Befreiung. Alles nur ein Spiel! Nicht wirklich wahr.

Es zwickt, drückt und schneidet ein, weil es ein Kostüm ist, das zu eng geworden ist. Es fühlt sich unsicher, weil das Drehbuch zu Ende ist. Keine Fortsetzung mehr, nichts was man proben und üben könnte. Immer mehr fällt man aus der Rolle raus, immer mehr erwacht man bei sich. Man schaut sich um und denkt: „Das kann doch nicht wahr sein, wo war ich die ganze Zeit?“ Schaut sich um, sieht die Bühne, die Bretter, welche die Welt bedeuten sollen, die Kulissen, all die Kollegen, die noch nicht sehen, aber auch die, welche schon auf einen warten und applaudieren. Grandiose Vorstellung und noch grandioserer Ausstieg, Erwachen. Es zwickt und drückt, schmerzt und brennt – so ungeschützt die eigene Haut der Welt zu zeigen ist ungewohnt. Sich zu trauen ohne Maske auf die Straße zu gehen ist nicht leicht, ein neues Gleichgewicht muss man zuerst erlangen. Man lernt wie ein kleines Kind aufs Neue die ersten Schritte zu gehen. Es dauert jedem seine Zeit, bis sich die Stabilität und das Wohlgefühl wieder einstellen. Viele geglaubte Traumata und Schicksalsschläge, Wunden und Verletzungen müssen wie eine Illusion erkannt und abgelegt werden. Die Heilung schreitet mit großen Schritten voran. Man erkennt, man war nicht wirklich weg. Man war immer da. Das Ich war immer ich. Auch wenn nur in einer Rolle, in einer Verkleidung. Hätte es jemand anderer gespielt, hätte das Stück, die Rolle, eine gänzlich andere Note, gänzlich andere Ausstrahlung gehabt. Auch wenn man sich selbst getäuscht hat, auch wenn man glaubte nicht ich zu sein, immer und überall, zu jeder Zeit, hinter jeder Camouflage war es das eigene Ich, das wahrnahm und erlebte, sich tarnte oder täuschte. Ich bin ich – das ist die Heilung, das ist die Entspannung, das kann der Anfang des Friedens mit sich selbst und in sich sein. Nichts Anderes mehr werden zu wollen oder zu müssen. Nur sein. Man ist doch immer ich, ob im Werden oder im Sein, ob bewusst oder im Unbewusstsein.

Kann das alles wahr sein?

Ich bin ich – das ist doch logisch oder?

© 2010 Kristina Hazler

Dieser Artikel ist eine Leseprobe aus dem Buch „Der Mensch und seine Heilung – Das göttliche Puzzle“, Kapitel „Die Bühne“, Seite 125


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