Warum das Rad neu erfinden – Die Illusion des Fortschritts

Dieser Artikel ist der Teil 1 der Artikelreihe: Das bewusste Wohnen und die Transformation der festgefahrenen Welten, welche Sie sich in der gesamten Länge (alle 6 Teile) hier downloaden können ->

Rad neu erfinden – warum nicht?

Welche Entwicklung ist innerhalb einer festgefahrenen, sogar selbst erschaffenen Welt möglich? Und ist es möglich, dass wir uns unabhängig von der großen Matrix[1] des Systems gewisse Matrizen, also illusorische Welten, unbewusst selbst erschaffen? shutterstock_208496725Kann es sein, dass unsere, sich wiederholenden täglichen Abläufe, die nicht aus innerer Überzeugung und innerer Freiheit geschehen, sondern Folge des kompromissvollen und selbstaufgegebenen Lebens gepaart mit Frust und Enttäuschung sind, nach und nach eine Art Projektion des (unzufriedenen) Vergangenen um uns herum erschaffen, eine träge Scheinwelt, die bis zu einem unsichtbaren, schöngeredeten, Gefängnis mutieren kann, aus dem es immer schwerer ist/wird auszubrechen? Obwohl wir uns stets nach der Freiheit sehnen, graben wir uns mit unseren Gewohnheiten und Festhalten an dem Gegeben, an den kleinen, ob materiellen oder immateriellen Siegen und Gewinnen selbst wortwörtlich ein Grab, weil eine so eingefahrene Eigenwelt zwar scheinbar eine eiförmige, nestartige Geborgenheit und Schutz bietet, aber oft keine frische Energie, keine Entwicklung, keinen Fortschritt mehr zulässt/hereinlässt, wodurch ein Alterungsprozess gestartet wird.

Was ist an einem Alterungsprozess so schlimm, wurde ich an dieser Stelle gefragt. Nun, ich bespreche in dieser Artikelreihe nicht den natürlichen Alterungsprozess, der ein Teil der Lebenserfahrung ist, sondern einen solchen, welcher der eigentlichen Natur (der Dinge) widerspricht und durch gewisse Entscheidungen, Rücksichtslosigkeit, Unverständnis der Naturgesetze und gleichgültiges bzw. destruktives Denken entsteht bzw. beschleunigt werden kann. Es geht mir nicht nur um die Alterung des Menschen selbst, sondern auch der Materie, der materiellen Dinge, wie zum Beispiel der Wohnungen und Häuser. Ich glaube, keiner will, nachdem er eine gerade frisch gebaute Immobilie bezogen hat, gleich mit den Reparaturarbeiten beginnen, nur weil das Material, aus dem das Haus gebaut wurde ermüdet, porös ist, frühzeitig zu bröckeln, also zu altern anfängt. In dieser Artikelreihe werde ich den Zusammenhang zwischen der unnatürlich alternden Materie und dem frühzeitigen geistigen und/oder physischen Altern der Menschen aufzeigen. Sicher kennt fast jeder irgendeinen Menschen in ziemlich jungem Alter, der den Eindruck vermittelt, dass er sich bereits aufgegeben hat und sein Geist nach und nach, obwohl vielleicht erst dreißig Jahre jung, degeneriert, altert, weil er keine neuen Impulse verarbeiten muss. Also ich empfinde so einen Zustand nicht als normal bzw. natürlich. Immer mehr Wissenschaftler kommen sogar zu der Ansicht, dass die Intelligenz der heute lebenden Menschen gegenüber der vor 50 Jahren stark rückläufig ist.[2] Wie wollen wir die Welt erneuern, aus der Krise führen, wenn wir als Masse bald nicht mehr fähig sind 2 und 2 zusammenzuzählen?

Gibt es einen unbewusst gestarteten persönlichen Countdown?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die meinen, dass die letzte „große“ Aktivität des Gehirns im unseren Leben die Anleitung komplexer Sterbeprozesse im Körper ist. Sprich, im Augenblick des Todes, bevor die Gehirnaktivität endgültig zum Stillstand kommt, sendet das Gehirn zu allen Organen und allen Körperzellen wichtige Impulse und der Körper, die Organe, die Zellen beginnen emsig ihren letzten Job Richtung Stilllegung und Zerfall des Körpers.[3] So, als wäre schon seit Ewigkeiten unser Körper, wenn ihn die Seele und der Geist verlassen, auf umweltfreundliche, effektive Selbstentsorgung programmiert.[4] Und ich habe überlegt, ob es möglich ist, dass das Gehirn solch eine Botschaft dem Körpersystem schon Jahre voraus schicken kann, und zwar in einem Moment, in dem sich der Mensch innerlich, ob bewusst und/oder unbewusst, gegen das aktive Leben und Erleben entscheidet. Wieso soll er (der Mensch) das tun? Vielleicht, weil er des Lebens müde geworden ist? Weil er desillusioniert ist? Oder weil es ihm so beigebracht wurde, weil ihm seine Umgebung „vorlebt“, dass ab einem gewissen Alter der Zug bereits abgefahren ist, man dem Altern nicht entgehen kann und ihm nichts anderes übrigbleibt, als sich in die Richtung „die Radieschen von unten zu betrachten“ zu begeben ? Bei manchen freien Geistern, in ihrem Vorab-Fühlen und -Denken, bedeutet schon die alleinige Aussicht auf eine baldige Heirat, Familiengründung und „Kinderkriegen“ den freigeistigen Tod. Also frage ich mich: Ist es möglich, dass alleine durch solche unbedachten, dahin gesprochenen, dahin gedachten Gedanken über das eigene Ableben das Gehirn dem Körper und dem Energiesystem vorab einen Impuls, für einen, in diesem Falle zeitlich programmierten Zerfall, schickt? Kann es sein, dass wenn jemand mit Fünfzig keine „Lebensenergie“ mehr verspürt, es vielleicht ein Hinweis darauf ist, dass er sich dieser eigentlich selbst durch den Gedanken, dass das Leben bald zu Ende ist, selbst abgeschnitten, selbst so programmiert hat? Kann es sein, dass so mancher Vierzigjähriger durch das Nachgrübeln über die Rente und damit verbundene subjektive Annahme, dass es dann so um die Achtzig aus sein wird, dem Gehirn bereits mit Vierzig befohlen hat, den (Ab)SterbProzess einzuleiten, damit es auf langsamem, sanftem Wege bis Achtzig sicher so weit ist? Wäre dies eine Erklärung der immer häufiger vorkommenden degenerativen Prozesse, welche wir automatisch dem Alter, dem Altern zuschreiben? Wenn es so wäre, würde es nicht gleichzeitig heißen, dass es so nicht sein müsste? Wäre es nicht der Logik nahe, dass wir möglicherweise „nur“ deswegen altern, weil wir bewusst oder unbewusst einen Befehl zu einer Demontage des Körpers und des Energiesystems gaben?

Mancher könnte einwerfen, dass es in seiner Wahrnehmung der Welt genau umgekehrt zu sein scheint als ich schreibe; dass die Menschen ewig leben wollen; siehe verschiedene Verjüngungsmassnahmen, Schönheitsoperationen und die „Ersatzteilechirurgie“, als würde sie dem natürlichen Alterungsprozess trotzen, ihn ignorieren wollen. Ich meine, jeder kann sich selbst in diese Phänomene einfühlen und sich ein eigenes Urteil bilden. Auf einer Seite haben wir die degenerativ wirkende, vegetierende, entgeistigte, auf anderer Seite die scheinbar übertrieben aktive, mit allen Mitteln Verjüngung wollende und die Jugend zur Schau stellende Verhaltensweise gewisser Menschen. Möglicherweise zwei Seiten ein und derselben Medaille. Die einen geben auf, die anderen kämpfen – um jeden Preis. Aber gegen was bzw. mit was?

Nicht umsonst nähern wir uns dem Zeitalter des immer bewussteren Menschen. Die Zeitqualität hat sich verändert und verändert sich weiterhin. Ähnlich wie bei einem irdisch-politischen Gesetz, wo die Unwissenheit über das Gesetz nicht von Schuld befreit (gebräuchlich: „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“), so scheint es immer intensiver und schneller hier bei uns auf der Erde in die Richtung zu gehen, wo Unbewusstheit keine Entschuldigung, sondern eine Fahrlässigkeit sein wird. Wie sollte es auch anders sein? Sonst würden wir nie lernen bewusst zu sein und bewusst zu handeln und die Konsequenzen unseres, ob bewussten oder unbewussten Tuns und Denkens zu verstehen.

Kann eine Unbewusstheit ein Fortschritt sein?

Die Problematik ist, dass unser gesamtes gesellschaftliches System, unsere Art, wie wir meist leben, wie wir wohnen und arbeiten, was und wie wir essen, auf dem Vergangenen basiert. Und wenn auch in irgendwelcher Epoche eine Bewusstheit für solches Tun und Handeln herrschte, so wurde sie von Generation zu Generation zwar wie ein altes Wissen weitergegeben, aber die persönliche Bewusstheit ist anscheinend verlorengegangen. Wir wissen nicht, warum unser Leben heute auf der Erde so ist wie es ist. Wir sagen, dass es die Folge des natürlichen Entwicklungsprozesses ist. Wenn wir uns dessen nicht bewusst sind, wie wollen wir wissen, dass es einem natürlichen Entwicklungsprozess entspricht? Wenn wir es nicht wissen, dann sind wir eindeutig in der Unbewusstheit diesen Dingen und auch dem gesamten Entwicklungsprozess gegenüber. Wir tun sie und wir hinterfragen sie kaum, weil wir glauben, dass es bereits dem Fortschritt entspricht es so zu tun. Aber ist es das wirklich? Kann eine Unbewusstheit, sogar die Unbewusstheit der Masse, ein Fortschritt sein? Kann es nicht sein, dass wir uns dort zur Beruhigung einen Fortschritt vorgaukeln, wo bereits eine Massendegeneration, Massenableben gestartet worden ist? Was für eine Blendung wäre das, sich in so einem Fall den Gedanken der fortschrittlichen Zivilisation zu Tode zu wiegen?

Die Illusion des Fortschritts

Wie sollte es sein, fragen sich sicher manche. Wir haben so viele Fortschritte in der Medizin, in der Technik, in der Raumfahrt erzielt, warum sollten wir uns also in einer Degeneration befinden? Aber viele spüren, dass all diese scheinbare Erfindungen und Erneuerungen in ein und dieselbe Richtung gehen und man selbst immer weniger glauben und nachfühlen kann, dass sie eine tatsächliche Erleichterung und Entwicklung bieten. Sie scheinen alle in die gleiche Gasse, in eine Sackgasse zu laufen. Warum? Weil sie allesamt zwar eine Erweiterung bzw. Entwicklung des Vorherigen sind, aber kaum ein Umdenken, eine (Er)Neuerung bedeuten. Sie versuchen nur das, was es schon gab/gibt, zu verbessern, effektiver, technischer, synthetischer, schneller und zugänglicher, manchmal sogar umweltfreundlicher zu machen. (Zu diesem Thema können sie in meinem Buch „Erwachen im MenschSein – Das Experiment“, im Kapitel „Die Erweiterung“ eine schöne und anschauliche Geschichte nachlesen)

Oft höre ich dieses Argument: „Man muss das Rad doch nicht neu erfinden!?“. Solche Aussagen haben etwas Seltsames an sich; ich nenne sie psychopathische Argumente. Sie kommen meistens dann, wenn man dabei ist, kreativ zu sein bzw. die Bewusstheit sucht, wenn man das scheinbar Allgemeingültige zu hinterfragen beginnt. Warum nenne ich solche Redewendung psychopathisch? Durch das große Feld der allgemeinen unbewussten Zustimmung einer scheinbaren Logik wandeln sich solche Aussagen zu einer „Wahrheit“. Mit der Zeit mutieren sie zu machtvollen Instrumenten gewisser Menschen, die mit schlagartigen Argumenten hantieren, um den Hinterfragenden aufs Heftigste zu manipulieren bzw. seine Überlegungen sicherheitshalber zu widerlegen/abzuwürgen. Sie haben die Kraft, wenn man es zulässt, augenblicklich die Weitsicht, die Horizonterweiterung, die Sicht von dem „noch nie Dagewesene“ umzuleiten, die Aufmerksamkeit auf das Alte, auf das, was schon immer da war zu lenken mittels der verkehrten Logik zu suggerieren, dass man doch nichts anderes braucht, im Sinne: „Ein Rad gibt es schon, warum dieses neu erfinden, so nehme das Rad und mach damit/daraus etwas!“ So basiert die heutige Gesellschaft, metaphorisch gesprochen, auf „einem alten Rad“. Metaphorisch aber auch wortwörtlich. Es gibt kaum etwas im unserem Leben, was nicht ein Rad beinhaltet, wo wir nicht in einem Rad drinnen wären und uns auf den Rädern regelmäßig in und von der Arbeit bewegen würden. Warum sollte es uns je gelingen, aus einem HamsterRad auszusteigen, wenn wir das Rad so anbeten und an seine allgemeine, unwiderrufbare Berechtigung glauben?

Haben Sie sich noch nie Gedanken über die Sinnhaftigkeit der „Neuerfindung des Rades“ gemacht?

Ein Leben ohne das sprichwörtliche „Rad“?

Und was sollte es bitteschön bringen, ein bereits erfundenes Rad neu zu erfinden? Aus meiner Sicht sind wir, die heutige Zivilisation regelrecht „radisiert“, also von einem „Rad“ hypnotisiert. Es lässt uns nicht los. Wir können uns kaum unser Leben ohne ein Rad vorstellen. Aber genau das ist das Problem! Wir sollten anfangen, unser Leben neu zu erfinden oder nicht? Wir spüren es doch, dass wir in einer Sackgasse stecken, dass etwas nicht „rund läuft“!

Mit dem Rad hat es etwas!

Entweder ist es zu ausgeleiert, für die heutige Zeit- und Energiequalität zu eckig geworden oder hat es bereits längst ausgedient. Das Rad der Zeit? Entlassen wir das Rad, entlassen wir uns selbst aus allem, was sich wie „täglich grüßt das Murmeltier“ in unserem Leben ermüdend und uninspirierend wiederholt.

Merkt ihr das? Wir sind des Rades müde. Wir sind langsam aber sicher von jeglicher Bewegung in einem Kreis angeödet und fadisiert. Kein Wunder, dass mancher bereits bei der Hochzeit das Gefühl hat, wenn er so die älteren Generationen betrachtet, das Leben sei vorbei.

Warum das Rad neu erfinden?

Warum sage ich so etwas, dass man das Rad doch neu erfinden soll? Warum spreche ich gegen dieses allgemein anerkannte „Etwas“. Was ist das eigentlich? Eine Regel? Ein Gesetz? Eine Feststellung? Ein Hinweis? Ein Rat, dass man das Rad nicht neu erfinden soll? Eigentlich ist das (Warum das Rad neu erfinden?) eine Frage. Und auf eine Frage sollte man eine Antwort finden, wäre sie nicht eine Suggestivfrage, also eine Frage, die uns schon die Antwort aufzwingt und jegliches selbständiges Denken im Ansatz verhindert. Also genug Gründe, um ausgerechnet deswegen genauer hinzuschauen und die Antwort jenseits der Suggestion zu suchen, bzw. auf sich zukommen lassen.

Im letzten Artikel[5] habe ich über solche Begriffe wie Telekinese, Teleportation, Telepathie, Levitation und das Beamen gesprochen und angedeutet, dass unsere Gesellschaft aufgrund der aktuellen Lebenskultur und Moral nicht soweit wäre, dass sich unter uns solche Fähigkeiten, die unser Leben immens erleichtern und umweltfreundlicher (was wirklich dringend wäre) gestalten würden, entfalten. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Gaben, das Potential dazu hätten. Jedoch ist es uns, als der Gesellschaft derzeit, aufgrund der noch weit verbreiteten und gelebten niederen Triebe nicht möglich, diese, obwohl manchmal schon im Geiste gelebt, in unser Alltagsleben einzugliedern, zumindest so lange nicht, bis wir nicht gelernt haben, mit ihnen bewusst als Gesellschaft umzugehen, außer, wir wären für noch mehr Chaos auf der Erde bereit.

Was wäre, wenn das Rad nicht längst erfunden worden wäre?

Das Rad neu erfinden
Das Rad neu erfinden

Was wäre gewesen, wenn damals das Rad nicht erfunden wäre? Hätten sich unsere Vorfahren nicht anders helfen müssen? Hätten sie nicht schon damals solche, für uns faszinierende geistige Fähigkeiten entwickelt? Wäre das Rad nicht, so würden wir heute vielleicht keine Autos haben und wir würden nicht innerhalb von einigen Stunden von einem Kontinent zum anderen fliegen können, dafür würden wir aber bereits in anderen Dingen, die kein Öl brauchen, geübt sein und würden uns inzwischen sicher und kultiviert auf eine andere Art von einem Ort zum anderen bewegen, z.B. durch das Beamen. Wir würden heute schwere Gegenstände mit keinem Flaschenzug, keinem Aufzug, keinem Gabelstapler heben, sondern sie vielleicht durch die Gedankenkraft präzise dorthin legen, wo wir sie haben wollen. Kein Schleppen von schweren Einkaufstaschen aus dem Supermarkt! Kein „verafftes“ Verhalten beim Einkaufen: zuerst einmal alles in den Einkaufswagen legen, dann von dem Wagen auf das Kassenförderband, von dem Band (wenn es zu schnell geht) wieder in den Wagen, dann in die Einkaufstasche, die Einkaufstasche in das Auto, vom Auto in die Wohnung, dann alles wieder ausräumen und einräumen usw. Ich meine, beobachten wir uns dabei, wie affig das Ganze ist? Wie viele Male müssen wir dieselben Sachen in die Hand nehmen, bis wir sie dort haben, wo wir sie haben wollen? Und das ist nur ein einfacher Einkauf und nur alleine dabei, mehrmals monatlich ein unzähliges, ineffizientes Hin und Her? Haben wir in unserem Leben nichts Besseres zu tun?

Also hätten unsere Vorfahren das Rad nicht erfunden, würden wir heute vielleicht unsere Einkaufsliste der Einkaufzentrale selbstverständlich telepathisch schicken und wenn wir per Gedankenübertragung das Okay für die Abholung empfangen haben, würden wir die benötigte Ware einfach per Teleportation[6] empfangen und sie mit unserem bewussten Einsetzen der Geisteskraft sofort auch in die gewünschten Regale bei uns zu Hause einordnen, ohne dabei überhaupt zu Hause sein zu müssen. Ein hellsichtiger bzw. telepathischer Kontrollblick nach Hause würde reichen, um festzustellen, ob alles auch glatt lief. Und der gesamte Ablauf, von der Einreichung der Einkaufsliste bis hin zum Kontrollblick zu Hause, ob alles wirklich auch auf seinem Platz ist, würde nicht länger als eine Sekunde dauern, da auf der geistigen Ebene die Zeit kaum eine Rolle spielt.

Gebe es kein Rad, gebe es heute auch keine Waschtrommel und damit auch keine Waschmaschine. Eine Katastrophe nicht wahr? Wir müssten aber nicht im Akkord verrückten, Zeit schluckenden Tätigkeiten nachgehen, die dem Szenario des Einkaufens ähneln. Wäsche schmutzig – Wäsche in den Wäschekorb – dann Wäsche in die Waschmaschine – Wäsche aus der Waschmaschine in einen Wäschekorb – Wäsche aus dem Wäschekorb in den Trockner oder auf die Wäscheleine – Wäsche aus dem Trockner oder der Leine in den Wäschekorb – Wäsche aus dem Korb auf das Bügelbrett – Wäsche bügeln und zusammenlegen – Wäsche in den Wäscheschrank – Wäsche aus dem Wäscheschrank – Wäsche anziehen – Wäsche schmutzig – Wäsche in den Wäschekorb und wieder von vorne. Wie wäre es ohne das erfundene Rad mit einem anderen Szenario? In der Früh aufwachen, sich das Design des aktuellen Outfits überlegen und geistig aus der Materie locker mit einem Wimpernschlag manifestieren? Am Abend die Energien, die die Materie zusammenhielten und zu unserem Kleid formten, wieder entlassen, Bluse, Hemd, Hose, T-Shirts, Unterwäsche einfach dematerialisieren, um sich am nächsten Tag wieder ein extra Frisches zu gönnen? Zu faul dafür, sich wieder ein neues Design zu überlegen? Na dann: vorm Schlafengehen einfach in die Hände klatschen, die Schmutzpartikeln geistig aus der Wäsche entsorgen, bügelfrisch aufhängen und dies alles genauso, nur in einer hundertstel Sekunde oder so lange, wie lange wir uns zum Beispiel mit dem Designen beschäftigen wollen, weil es uns gerade Freude macht.

Also, wäre das Rad damals nicht erfunden worden, hätten die Menschen möglicherweise ausreichend Zeit gehabt, sich über Jahrtausende in den geistigen Fähigkeiten zu üben und heute wären wir schon eine eingespielte Gemeinde, die all den möglichen Chaos in Griff hätte.

Das war nur ein kurzer Ausflug in „Was wäre wenn …“ und es ist klar, dass mit der Vergangenheit nichts mehr zu machen ist. In der Vergangenheit nicht, dafür aber heute! Heute können wir hinterfragen und uns von solchen Floskeln nicht einschüchtern lassen. Eher umgekehrt. Heute ist vielleicht endlich die Zeit, zu fragen: Was würde ich in der und der Situation tun, wenn es kein „Rad“ geben würde? Wie würde ich mir sonst helfen? In welche Richtung würde sich mein Denken und Tun bewegen? Würde ich doch zuerst das Rad erfinden müssen oder würden sich mir andere Wege offenbaren?

Die Zukunft ist in der Ganzheit

Und selbstverständlich ist das Rad nur eine Metapher. Wir können den Gedanken des Rades auf alles uns heute angeblich Bekannte anwenden. Auf unser Wohnen, das Schul- und Arbeitssystem, die Technik und, und, und … Ich finde, die Erfindung des Rades hat unseren Blick, unsere Aufmerksamkeit, unseren Fokus zu sehr auf das Materielle gerichtet. Es ließ uns jegliche Lösungen und Fortschritt nur in der Materie und durch die Materie zu suchen. Vielleicht ist jetzt aber die Zeit gekommen, den Blick zu heben, den Fokus von der Materie zu lösen. Ich spreche nicht davon, sich von der Materie abzuwenden – auf keinen Fall – sondern die anderen ergänzenden Aspekte der Materie, durch welche die Materie erst zu Materie wird, einzubeziehen. Waren einige Jahrtausende nicht genug, um die Materie isoliert zu studieren? Der aktuell nur auf die Materie fokussierte Blick begrenzt, bindet, blockiert die Erweiterung unseres Horizonts und damit auch die Sicht der unbegrenzten Möglichkeiten.

Wollen wir wirklich so weiterleben? In einem alten Rad? In einer Sackgasse? Mit dem Kopf gegen die Wand? Ständig versuchend dort weiterzugehen, wo es keinen Weg gibt?

Im nächsten Artikel werde ich dieses Thema aus dem Blickwinkel der aktuellen Art des Wohnens und Bauens betrachten, wo ich noch deutlicher aufzeige, warum das Rad bzw. das „Raddenken“ ausgedient hat, vorausgesetzt, wir entscheiden uns für das Leben, statt dass wir unserem Gehirn schon heute den Impuls zum Altern geben.

© 02/2015 Kristina Hazler

Der Artikel Das bewusste Wohnen und die Transformation der festgefahrenen Welten besteht aus folgenden Teilen:

  1. Warum das Rad (nicht) neu erfinden?
  2. Wenn uns die eigenen vier Wände in der Entwicklung hemmen 
  3. Die neue Art des Wohnens ist lebensplankonform und flexibel 
  4. Können passende Wohnräume unsere Potentialentfaltung unterstützen? 
  5. Wenn das eigene Haus zu einem Energievampir wird 
  6. Wollen sie wohnen oder möchten Sie Zuhause sein? 

 

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Fussnoten:

[1] Matrix – hier in der Anlehnung an den Film „Matrix“ aus dem Jahr 1999, in dem die Matrix eine Welt genannt wird, in der der Hauptdarsteller zu leben glaubt, die aber lediglich eine Simulation ist und er nur ein gefangener Sklave in einer computergenerierten Traumwelt ist.

[2] Studien in Ländern wie Neuseeland, Australien, Brasilien und Mexiko haben gezeigt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und dem Rückgang des IQ gibt. Es wird angenommen, dass der durchschnittliche IQ bis zum Jahr 2050 auf 86,32 fällt, wenn die Weltbevölkerung mit anhaltend hoher Geschwindigkeit wächst. Im Jahr 1950 lag er noch bei 91,64 – mehr als 5 Punkte höher. (weiter lesen in folgenden Artikeln: „Siegeszug der Dummheit“, „Forscher schlagen Alarm“).

[3] Der biologische Tod tritt erst dann ein, wenn die letzte Körperzelle abgestorben ist. Dieser Moment bleibt ein Geheimnis. Die Zeitspanne zwischen klinischem und biologischem Tod nennen Mediziner „intermediäres Leben“. Dieser Zeitraum kann sich über viele Stunden nach dem Hirntod erstrecken, bei Organspendern wird er bis zur Organentnahme künstlich verlängert. Obwohl diese Phase nach dem klinischen Tod einsetzt, können noch über das Rückenmark gesteuerte Reflexreaktionen – sogenannte Lazaruszeichen – ablaufen, beispielsweise eine Gänsehaut oder Muskelkontraktionen. Eine schwangere Frau kann sogar ihr Kind weiter austragen. Das Gehirn lebt noch etwa acht bis zehn Minuten, das Herz 15 bis 30 Minuten, die Leber etwa 30 Minuten, die Muskulatur zwei bis acht Stunden, die Spermien sterben zuletzt, bis zu 83 Stunden nach dem klinischen Tod. Über den genauen Zeitpunkt des Todes streiten Experten. Die Tatsache, dass nach dem Hirntod noch Zellen und Organe weiterleben, führt Kritiker zu der Meinung, dass das intermediäre Leben – wie der Name „vermittelndes Leben“ ja auch vermuten lässt – noch während des Lebens beginnt. Die Phase des Sterbens werde durch die Einführung der Hirntodfeststellung als Todeszeitpunkt per Definition beendet. In Wirklichkeit sei der Mensch erst dann tot, wenn keine Spuren von Leben mehr erkennbar sind.(Text entnommen von der Webseite „mein.sanofi.de“).

[4] Man kann vielleicht sogar annehmen, meinen Palliativmediziner wie Dr. Josef Hell, dass es so etwas wie ein biologisches Programm gibt für das Sterben: „Warum sollte Sterben nicht genau so natürlich sein wie Gebären? Es ist schließlich von der Natur vorgesehen und in beiden Fällen sind Botenstoffe und physiologische Mechanismen im Spiel, die im Körper für einen schonenden Ablauf sorgen. Sterben muss kein Todeskampf sein, sondern kann ein friedliches Gehen bedeuten“. Das Gehirn schüttet bestimmte Botenstoffe aus, die zum Stress-Kreislauf gehören: Sie stellen Hunger und Durst ab. In Krankenhäusern werden dann in der Regel auch Sonden, die Nährlösung zuführen, entfernt. Nicht einmal auf die Flüssigkeitsaufnahme bestehen Mediziner: „Gerade die leichte Austrocknung ist für den Sterbenden gut! Denn nur dann schüttet das Gehirn weitere Botenstoffe aus: Sie beruhigen und lindern Schmerzen, es sind körpereigene Opium-Stoffe, sogenannte endogene Opiate“, so Josef Hell. (entnommen von „Biologie des Todes“)

[5] Artikel: „Weil wir Menschen so sind, wie wir sind

[6] Teleportation (von griechisch τλε tele „fern“ und lateinisch portare „tragen, bringen“) bezeichnet den Transport einer Person oder eines Gegenstandes, allgemeiner von Materie von einem Ort zu einem anderen, ohne dass letztere dabei physisch den dazwischen liegenden Raum durchquert.

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