Der Weg zu meinem Traum

Ich versuchte immer wieder vor dem Leben wegzulaufen

Catalina, 23

 

Schon als Kind habe ich davon geträumt, ein Model zu werden, aber aufgrund verschiedener Ereignisse in meinem Leben verlor ich  diesen Traum für eine längere Zeit aus den Augen.

Kindheitstraum

Meine Mutter starb als ich sechs Jahre alt war. Sie selbst war noch sehr jung und ich kann mich nicht mehr wirklich daran erinnern, wie ich mich fühlte. Mein ganzes Leben veränderte sich schlagartig. Ich hatte gerade mit der Volksschule begonnen und, um mich nicht erklären zu müssen und dem Mitleid aus dem Weg zu gehen versuchte ich teilweise den Tod meiner Mutter zu verschweigen. Wenn die Kinder nach der Schule nach ihrer Mutter suchten und glücklich zu ihnen gingen, konnte ich vergeblich auf meine eigene warten, denn sie war nicht mehr da. Nach kurzer Zeit gewöhnte ich mich aber daran. Ich konzentrierte mich vor allem auf die Schule. Ich lebte ab sofort bei meiner Oma, der Mutter meiner Mutter, während der Kontakt zu meinem Vater nicht besonders gut war. Er war selten für mich da und wenn er da war, verspürte ich Angst – das ist aber eine andere Geschichte.

Erst mit elf Jahren erinnerte ich mich wieder an meinen Kindheitstraum. Nur damals habe ich mich noch nicht getraut etwas dafür zu tun. Ich war doch noch ein Kind und hatte keine Unterstützung. Zu dieser Zeit nahm ich den Kontakt zu meinem Vater wieder auf. Ich suchte wieder die Nähe zu ihm, wollte ihm eine Chance geben und hoffte darauf, dass er sich geändert hatte. Außerdem erfuhr ich, dass ich einen kleinen Halbbruder bekam und wollte ihn unbedingt kennenlernen. Im Laufe dieser Annäherung versprach mir mein Vater, mir irgendwann mal ein Fotoshooting zu bezahlen, damit ich mich mit professionellen Fotos bei verschiedenen Modelagenturen bewerben könne. Es kam nur leider nie dazu, bis heute hat er sein Wort nicht gehalten. Eigentlich hat er noch nie sein Wort gehalten.

Ich versuchte immer wieder vor dem Leben wegzulaufen

Meinen großen Traum vergaß ich jedoch nie, obwohl ich  für seine Umsetzung  viele Jahre nichts unternahm. Sorgen plagten mich, es ging mir nicht gut, ich war dauernd verängstigt. Dazu kam noch, dass ich mich selbst nicht hübsch fand. Und als wäre es nicht genug, wurde ich in der Schule auch noch gemobbt. Es hat in der Volksschule begonnen und endete erst, als ich die Schule abgebrochen hatte. Anfangs waren es nur die Mädchen, die Probleme mit mir hatten,  später,  im Gymnasium hatte ich aber plötzlich aus mir unerklärlichen Gründen eine Zeitlang beide Geschlechter zum Feind. So war ich erneut alleine. Ich wandte mich ab, hing mit den falschen Freunden, die ich außerhalb der Schule kennenlernte, herum, änderte mein Äußeres indem ich anfing mich zu schminken und meinen Kleidungsstil zu ändern. Ich begann mich weiblicher anzuziehen, was mir letztendlich aber keinen Vorteil verschaffte, eher im Gegenteil. Noch dazu sorgte ich mich um meine Oma und ihre Gesundheit. Sie ist stur und achtet nicht auf sich. Das Verhältnis zu ihr war manchmal kompliziert und finanzielle Sorgen hatten wir auch immer. Es gab Zeiten, da hatten wir sogar kein warmes Wasser und keinen Strom. An manchen Tagen fand ich meine Oma nach der Schule bewegungslos am Boden liegen. Dies löste große Verlustängste in mir aus,  außer ihr gab es in meinem Leben nur noch meine Tante, die mich unterstütze  und mir gut zuredete, wenn sie da war.

Mir wuchs das alles über den Kopf. Ich begann mich mit einer Rasierklinge selbst zu verletzen. Ich hatte es einmal im Fernsehen gesehen und kannte auch Menschen, die es taten. Ich verletzte mich selbst, um wieder etwas zu spüren, mich zu spüren und zu spüren, dass ich noch am Leben war. Ich war gerade erst ein Teenager geworden. Ich denke, manchmal habe ich mich selbst verletzt, um mich zu bestrafen. Es wurde mir doch jahrelang erzählt wie schlecht ich bin. Die Narben trage ich noch heute an meinem Körper und frage mich, wie ich meinem Körper, mir selbst nur so etwas antun konnte?! Allerdings liebe und schätze ich mich und meinen Körper jetzt umso mehr. Wenn ich es doch selbst nicht mache, macht es keiner.

Mit ungefähr 15 Jahren habe ich eine meiner schlimmsten Zeiten erlebt – ich wurde unter anderem vergewaltigt. Bei all diesen traumatischen Erlebnissen, tauchte in mir immer wieder die Frage auf, warum mir all die schlechten Dinge passieren mussten. Mir wurde bewusst, dass ich nicht wusste, wer ich war, da ich meine Wurzeln nicht kannte.

Ich bin in Österreich geboren – ein Land, das ich nicht wirklich meine Heimat nennen kann, da ich Wurzeln in Uruguay (mütterlicherseits) und in der Slowakei (väterlicherseits) habe. Nirgendwo bin ich wirklich daheim. Ich werde überall als „Ausländerin“ wahrgenommen, noch dazu verleugnete ich stets meinen slowakischen Aspekt, weil ich nicht ein Teil meines Vaters sein wollte. Inzwischen lernte ich jedoch, es zu akzeptieren. Ich verstand, dass es auch etwas Wertvolles ist, weil es zu mir gehört. Obwohl ich in mir Gene aus verschiedenen Ländern trage, bin ich trotzdem in Wien zu Hause. Hier befinden sich all die Menschen, die ich liebe und bei denen ich mich Zuhause fühle, und das macht meine Heimat aus! Bevor ich das verstand, war es für mich nicht besonders einfach, denn ich versuchte immer wieder vor dem Leben wegzulaufen.

Der Weg der Heilung

Eine Zeitlang war ich arbeitslos und beruflich orientierungslos, ging jedoch in die Abendschule. Psychologie interessierte mich, ich war mir aber nicht sicher, ob ich wirklich als Therapeutin arbeiten wollte. Mein Sehnen galt nach wie vor dem Modeln. Ich wollte reisen und irgendwie war es mir auch wichtig, anderen Menschen bei ihrem Streben nach Glück zu helfen. Aber vor allem wollte ich viel sehen und viel erleben, weil man niemals wissen kann, wann das Leben letztendlich vorbei sein wird und deswegen will ich bewusst jeden Augenblick mit wundervollen Erinnerungen füllen.

Eines Tages dämmerte mir, dass ich mich erst einmal um meine eigene Heilung kümmern muss. Also begann ich viele Bücher zu lesen, die sich mit der Heilung und positivem Denken beschäftigen und mich auch mit deren Hilfe mit mir selbst intensiv und bewusst zu befassen. Dabei fiel mir auf, dass ich negativ dachte, in vielen Situationen eher das Negative sah und meistens negative Wörter in meinem Ausdruck benutzte. Mit viel Mühe begann ich, mich auf das Positive und Schöne im Leben zu fokussieren, positiver zu denken und mich von vielen Personen zu trennen. Schließlich lernte ich Dinge loszulassen und bewusst im Moment zu leben. Das Loslassen praktizierte ich, indem ich mir selbst verziehen und Dramen meiner Vergangenheit hinter mir gelassen habe, denn ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe. Ein weiterer Lernschritt folgte: Ich lernte stärker und glücklicher zu sein, erlaubte mir Fehler zu machen, weil ich verstand, dass Fehler zu machen zum Leben gehört, und diese Erkenntnis war wunderbar. Ich fing an Liebe und eine Art vollkommener Dankbarkeit in mir zu empfinden, und das gab mir Kraft, endlich an mich und meinen Traum zu glauben. Ich durfte auch tolle Menschen kennenlernen, die mit mir arbeiteten und mir einiges über das Mensch-sein beibrachten. Durch Zufall kam ich zu einer Bewusstseinscoachin, die mir half meine Sensibilität zu erkennen. Ich erkannte, dass ich vieles spürte, es aber nicht bewusst wahrnahm und nicht unterscheiden konnte, ob ich mich im jeweiligen Moment selbst fühle oder die Schmerzen und Launen eines anderen an meinem eigenen Körper wahrnehme. Aufgrund dieser Sensibilität fühlte ich mich manchmal physisch krank und leicht reizbar. Ich war wegen geglaubten eigenen Zuständen, wie auch wegen meiner eigenen verdrängten, vergangenen Geschehnisse, des Öfteren im Krankenhaus. Über Monate, wenn nicht Jahre, musste ich mich jeden Morgen übergeben. Dies schränkte mich stark in meinem Leben ein. Und dann kam das Unerwartete: Erst als ich verstand, warum das so war und aufhörte zu versuchen gesund zu werden, bin ich gesund geworden! Klar gibt es ab und zu Tage, an denen es mir immer noch so geht, aber ich lerne damit umzugehen, ohne mir selbst Vorwürfe zu machen.

Eine liebe Freundin, die ich in der Abendschule kennenlernte, hat mir ebenso sehr geholfen. Sie ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin und beschäftigt sich mit Neurolingualerprogrammierung[1]. Während einigen Sitzungen versetze sie mich in eine Art Trance  und das half mir eine Zeit lang niemanden anderen gewohnt intensiv spüren zu müssen und mich von fremden Energien zu reinigen.  Mittels einer Cranio Sacral Therapie[2] bei der Mutter einer Freundin, lernte ich meinen Körper besser zu verstehen. Ich konnte spüren, wie viel Verdrängtes an die Oberfläche kam und übte mich, es durch einen bewussten Akt des Loslassens gehen zu lassen. Es war schön zu sehen, dass wenn ich innerlich nach Hilfe schrie, immer jemand zur rechten Zeit da war und dies erfüllte mich mit neuem Vertrauen.

Die Chance ergreifen

Mein Wunsch zu Modeln wurde immer größer. Also beschloss ich endlich etwas dafür zu tun, als sich die Möglichkeit dafür auftat, und das schöne dabei war, ich musste nichts weiter tun, als einfach die Chance zu ergreifen, die sich mir angeboten hatte. Das war eine Gelegenheit, herauszufinden, ob ich überhaupt ein Talent dafür habe. In einer Bar in der ich samstags zusammen mit meiner Tante arbeitete, unterhielt ich mich eines Abends mit einem Stammgast  und siehe da, er war ein professioneller Fotograf! Er hat sogar Falco fotografiert und wie unglaublich es auch klang, er war daran interessiert, mit mir Fotos zu machen! Diesmal nutzte ich meine Chance und hatte dann mit 18 Jahren mein erstes professionelles Fotoshooting! Ich war so überglücklich und konnte es nicht abwarten, bis ich die fertigen Fotos bekam und sie mir ansehen konnte.

Und doch kam ich immer wieder von meinem erträumten Weg ab. Ich hatte das Gefühl, dass mir aus unerklärlichen Gründen immer wieder Steine in den Weg gelegt wurden. Vielleicht war ich einfach noch nicht bereit oder meine Zeit war noch nicht gekommen – ich weiß es nicht. Doch durch das, was ich inzwischen gelernt hatte, war mir bewusst, dass ich eine Art von „Prüfungen“ bestehen musste, wenn ich mich weiterentwickeln wollte und mich auf gewisse Weise beweisen „musste“, wenn ich etwas erreichen wollte.

Zwei Jahre später nahm ich erneut all meinen Mut zusammen und bewarb mich bei allen möglichen Modelagenturen. Inzwischen war ich eigentlich zu alt für das Geschäft und noch dazu viel zu klein und dennoch konnte ich nicht lockerlassen. Zuerst habe ich mich nur online beworben, aber es kam nie eine Antwort zurück. Dann bin ich mit einer früheren Freundin spontan zu einem Modelcasting gegangen. Wenn schon, denn schon! – also habe ich mich gleich bei der besten Agentur in Wien WIENERMODELS vorgestellt. Ich bekam jedoch eine Absage, weil ich zu klein für sie war. Ich war unendlich enttäuscht, gab aber diesmal nicht auf! Zu diesem Zeitpunkt war ich innerlich schon viel stärker, mutiger und auch selbstbewusster und vor allem fing ich an bewusst auf meine Intuition zu hören.

Nachdem ich bei WIENERMODELS abgelehnt wurde, ging ich zu einem Casting bei einer unbekannten, jungen Modelagentur und hatte Glück! Dort war es anscheinend kein Problem, dass ich zu klein war. Sie meinten, sie melden sich später bei mir und das haben sie dann auch. Ich wurde zu einem Shooting eingeladen, um Portfoliofotos zu machen, damit ich vermittelt werden kann. Einen Vertrag habe ich per Email bekommen. Bevor ich diesen unterschrieb, erfuhr ich an einem Freitag um 02.00 in der Früh von meiner ersten Chance: Ich konnte für ein anderes Model bei einem Poolshooting einspringen! Das Shooting verlief großartig und die Fotos sind unglaublich schön geworden. Es hatte mir so viel Spaß gemacht, auch wenn es nur ein tfp (time for print) Shooting[3] war, und ich somit nichts verdiente. Es ist die gängige Art, dass man als Einsteigerin  normalerweise erst einmal ein paar professionelle Fotos sammeln muss, um später aufgrund von diesen auch bezahlte Jobs zu bekommen. Ich freute mich schon riesig auf die nächste Gelegenheit!

Nach dem Shooting besprach ich mit dem Creative Director die Details des Vertrages und wir fixierten einen Termin für dessen Unterzeichnung. Nur leider kam es, aus mir unbekannten Gründen, nie dazu. Es war aber gar nicht so schlecht. Irgendwie war ich sogar erleichtert, weil ich mit dem Vertrag nicht besonders zufrieden war. Meinen Traum wollte ich aber unbedingt weiter verfolgen. Durch Zufall, über Bekannte oder Facebook, absolvierte ich noch weitere drei Fotoshootings. Nach dem Letzten war ich aber sehr enttäuscht, weil die Fotos eine Katastrophe waren und ich hörte erneut auf, an mich zu glauben. Immer wieder zweifelte ich an mir, bis ich meinen Traum endgültig abgehakt hatte – dachte ich. Ich wollte es nicht mehr versuchen, ich wollte nicht mehr modeln, ich wollte mich nicht weiter demütigen lassen. Ich hatte immer noch viele Phasen, in denen ich mich überhaupt nicht attraktiv und viel zu dünn fand, die mich demotivierten und es stand auch nicht wirklich jemand hinter mir, zumindest solch einen Eindruck hatte ich damals, der mich trotz meiner Zweifel in meinem Tun bekräftigt hätte.

Ein Jahr war vergangen, und trotz meines Entschlusses konnte ich meinen Traum immer noch nicht vergessen. Wie auch, er verfolgte mich überall. Es machte mich traurig, aber ich konnte beim besten Willen nicht mehr an mich glauben. Ich dachte mir: „Ja, dann soll es nicht sein. Ich bin viel zu klein, nicht hübsch, also kann ich es doch gleich sein lassen, bevor ich mich weiter blamiere“. Doch irgendwie sollte es nicht so bleiben …

Den Zweifeln zu trotz

Eines Tages entschied ich mich spontan, zu einer Freundin nach Florida zu fliegen. Sie brauchte eine Freundin an ihrer Seite, denn sie war in einer schweren Phase, während sie alleine mit ihrer kleinen Tochter lebte, und ich selbst brauchte endlich wieder Urlaub und ich konnte gut beides miteinander verbinden. Irgendetwas in mir wollte unbedingt dorthin. Zu dieser Zeit arbeitete ich neben meinem Studium in einem Lingeriegeschäft und Dank meiner Chefin, mit der ich mich gut verstand, bekam ich schnell frei und flog über den Atlantik. In Florida lernte ich jemand sehr Interessanten kennen. Diese Begegnung veränderte etwas in mir. Es war, als hätte sich auf einmal mein Bewusstsein erweitert – ein magischer Moment.  Wir unterhielten uns stundenlang und bemerkten nicht einmal, wie schnell die Zeit verging. Ich erzählte ihm von meinem Traum und meinen Zweifeln und Ängsten. Er schien von mir überzeugt zu sein, obwohl er mich kaum kannte. Er hat mir zugeredet und mir Tipps gegeben, denn er kannte sich in der Modelbranche aus, da er einst selbst modelte. Durch ihn habe ich mich dann doch dazu entschieden, es noch einmal zu probieren. Nach dem in mir die Entscheidung gefallen war, fühlte ich mich erneut beflügelt, glücklich und voller Energie und … einen Monat später hatte ich auch schon ein Fotoshooting! Ganz alleine und ohne eine Agentur habe ich es geschafft. Und das Beste daran: Ich fand während dieses Shootings meine Liebe zum Modeln wieder. Ich liebe es vor der Kamera zu stehen. Währenddessen vergesse ich die Welt um mich herum und alle meine Sorgen, obwohl es mir manchmal vorkommt, dass ich genau an diese denken muss, um für das Bild gefragte Emotionen besser darstellen zu können. Sie berühren mich aber zu dem Zeitpunkt nicht. Ich betrachte in diesen Augenblicken die Dinge, wie eine außenstehende Person. Ich lebe sie vollkommen bewusst, während die Zeit rasend schnell vergeht. Ich liebe es, mich herrichten zu lassen, tolle Kleider anzuziehen. Ich mag es, verschiedene Seiten von mir zu sehen und zu zeigen und dabei einfach ein Mädchen zu sein. Obwohl man glauben könnte, dass es in dieser Szene nur oberflächlich zugeht, kann ich dort erstaunlicherweise ich selbst, in vielen meinen Aspekten, sein und entdecke manchmal auch neue Facetten von mir, äußerlich wie innerlich. Natürlich bin ich etwas nervös, schüchtern bin ich manchmal auch, aber trotzdem bin ich einfach nur glücklich. Es gibt mir so viel Energie und Freude. Ich fühle mich stark. Es macht mir unglaublich viel Spaß, die ganze Palette an Emotionen zu zeigen, denn das alles bin ich!

Jedes Mal bin ich positiv überrascht, wenn ich neue Fotos von mir sehe und kann es immer noch nicht glauben und kann dann auch für Stunden nicht mehr aufhören zu lächeln.

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Auf dem Laufsteg ist das anders, da habe ich weniger Erfahrung. Sobald ich einen Laufstegjob bekomme, bin ich dankbar für die angebotene Chance, habe aber jedes Mal großes Lampenfieber. Am Tag der Modenschau übergebe ich mich regelmäßig aufgrund der extremen Anspannung. Kurz vor der Show zittere ich am ganzen Körper vor Aufregung und der Angst hinzufallen oder mich zu blamieren. Am liebsten würde ich sofort weglaufen und doch tue ich es nicht. Sobald ich am Catwalk bin ist aber alles vergessen, und ich mache meinen langersehnten Job wie ein Profi. Und danach? Danach bin ich jedes Mal stolz auf mich. Stolz es durchgezogen zu haben. Ich freue mich über das Feedback, die Videos und Fotos der Modenschau.

Seit Florida läuft es immer besser. Natürlich bekam ich das erste Jahr nur tfp Shootings, und es waren nicht so viele, da ich ja nebenbei noch arbeitete und mit dem Soziologiestudium anfing.  Ich traute mich wieder und ich war so glücklich, voller Mut und es ging mir eigentlich jeden Tag sehr gut, so wie schon lange nicht mehr. Heute, wenn Probleme auftauchen, bin ich nur noch sehr selten am Boden zerstört und lasse mich von ihnen nicht herunterziehen, auch wenn es mir vielleicht einmal ein paar Tage nicht besonders gut geht. Ich will nicht mehr verdrängen und immer so tun als sei alles gut. Wenn ich auch negative Gefühle zulasse und sie im aktuellen Augenblick akzeptiere, geht es mir schneller wieder besser und vor allem viel länger besser.

Mein Traum ist wahr (geworden)

Mittlerweile bin ich 23 Jahre alt und von Jahr zu Jahr habe ich mehr Erfolg in der Modebranche und das, wie ich schon erwähnt habe, ohne eine Agentur. Einige Jobs bekomme ich durch Freundinnen und Bekannte. Inzwischen werde ich dafür auch bezahlt und bekomme sogar Laufstegjobs, obwohl ich zu klein bin und auch älter werde. In dieser Branche wird es mit dem zunehmenden Alter schwieriger, aber ich mache unbeirrt weiter. Ich wagte den entscheidenden Schritt und gab meinen sicheren Nebenjob auf, damit ich mich vollkommen auf meine Karriere als Model und auf mein Studium konzentrieren konnte. Kurze Zeit später erreichte ich bereits zwei Ziele: Ich schaffte es in ein Hochglanzmagazin und war auch auf einem Plakat zu bewundern. Es kam alles so unerwartet und erst in einem ruhigen Moment wurde mir bewusst, dass ich all diese Dinge erst vor kurzem in meinem Geiste visualisierte.

Das Studium der Soziologie ist mir manchmal etwas zu viel, obwohl es mich interessiert. Es gibt Tage, da würde ich am liebsten ein One-Way-Ticket nach Los Angeles, New York oder Asien buchen und mich dort bei allen möglichen Agenturen bewerben, bis mich eine nimmt. So mutig bin ich leider noch nicht und das Studium möchte ich auch gern abschließen. Es lehrt mich, wie die Gesellschaft funktioniert und dass die Menschheit im Grunde nur das tut, was der Staat, die Gesellschaft möchte. Das ermutigt mich noch mehr meinen eigenen Weg zu gehen und einfach zu leben, wie ich es möchte.

Ich kann es auch immer noch nicht glauben, dass ich das erreicht habe, gleichzeitig glaube ich auch daran, dass ich noch mehr erreichen kann. Vielleicht schaffe ich es sogar auch meinen Traum, nur vom Modeln zu leben, zu realisieren. Anfragen bekomme ich immer mehr. Ich selbst würde mich noch gar nicht als Model bezeichnen, da ich davon noch nicht leben kann. Dennoch sind all die Dinge, die ich bis jetzt erreicht habe große Erfolgserlebnisse für mich.

„Ja“ zu mir selbst

Ich bedanke mich jeden Abend für all das, was ich in meinem Leben bereits habe, für jede Kleinigkeit. Ich bedanke mich für die Dinge, für die ich an dem jeweiligen Tag besonders dankbar bin, für all das, was ich an dem Tag erlebe. Ich versuche hauptsächlich positiv zu denken und vor allem immer zu mir zu stehen, auf mein Bauchgefühl zu hören und „Nein“ zu sagen, wo ich auch Nein meine. „Nein“ zu anderen aber „Ja“ zu mir selbst. Solange ich mir treu bin, auf meine Intuition und meinen Körper höre, bin ich voller Vertrauen und Liebe und das macht mich glücklich und zufrieden, denn ich weiß, falls harte Zeiten kommen sollten, egal wie schlecht es mir dann geht, egal was passiert – ich bin am Leben und ich habe das Wissen und die Kraft, um wieder aufzustehen. Und ich habe bemerkt, je dankbarer ich bin, desto besser geht es mir und ich sehe all die Liebe und die Schönheit dieser Welt wieder.

 

© 2018, Catalina, Kontakt: info@bewusstseinsakademie.com

 

 Geschichte ist ein Teil des Projektes „Die Meister des Lebens – Geschichten die das Leben schreibt“ und wird demnächst auch in Buchform erscheinen.
Weitere Geschichten der Meister des Lebens hier ->

Willst DU mit Deiner Geschichte auch ein Teil des Projektes sein, sende mir bitte diese per Mail ->

 


Fußnoten

[1] Das Neuro-Linguistische Programmieren (kurz NLP) wurde von Richard Bandler und  John Grinder Anfang der 1970er Jahre an der University of California in Santa Cruz entwickelt. Die Bezeichnung „Neuro-Linguistisches Programmieren“ soll ausdrücken, dass Vorgänge im Gehirn (= Neuro) mit Hilfe der Sprache (= linguistisch) auf Basis systematischer Handlungsanweisungen änderbar sind (= Programmieren). (Quelle: Wikipedia, Auszug aus -> https://de.wikipedia.org/wiki/Neuro-Linguistisches_Programmieren)

[2] Die Cranio-Sacral-Therapie („Schädel-Kreuzbein-Therapie“) ist eine alternative medizinische Behandlungsform, die sich aus der Osteopathie entwickelt hat. Die Cranio-Sacral-Therapie beruht unter anderem auf der Annahme, dass sich die rhythmischen Pulsationen der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit auf die äußeren Gewebe und Knochen übertragen und somit abtasten und verändern lassen. (Quelle: Wikipedia, Auszug aus -> https://de.wikipedia.org/wiki/Cranio-Sacral-Therapie)

[3] Ein TfP Shooting ist ein Fotoshooting auf Gegenseitigkeit. TfP bedeutet „Time for prints“. Das Model investiert die Zeit und bekommt dafür kostenlose Fotos. (Quelle, Auszug aus: http://trendy-models.de/was-ist-ein-tfp-shooting/)

 

 


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