Ein Kampf ist wie eine Droge, auch für Krieger des Lichts

Ein Kampf ist wie eine Droge, die wir immer öfters und in größeren Mengen brauchen, bis sie irgendwann unbemerkt zu einem normalen, alltäglichen Teil unseres Lebens wird. Ähnlich, wie wenn wir von einer Droge oder anderen suchterzeugenden Mitteln, Beziehungen bzw. Situationen abhängig sind, suchen wir auch im Fall der Kampfsucht beständig nach einer Möglichkeit sich zu dopen, sich unsere Dosis zu holen. Und wenn es nicht gerade etwas gibt, für das oder dagegen man kämpfen könnte, fallen wir schlicht und einfach in einen entzugsähnlichen Zustand. Wir werden nervös, der Gefühl der Einsamkeit, der Leere, der Sinn- und Nutzlosigkeit taucht auf. Sehnsüchtig erwarten wir eine neue Dosis irgendeiner Ungerechtigkeit, die wieder unseren Kampfgeist weckt und die Lebenskraft, wie durch ein Wunder, zurückkehrt. Statt benommener Orientierungslosigkeit baden wir dann in hoffnungsvoller Lebendigkeit. Endlich haben wir vor den Augen ein Ziel und einen Sinn, endlich wissen wir wieder, warum und wozu wir hier auf der Erde sind.

Der Kampf gegen die Windmühlen

Der Kampf, ob der innere oder mit den äußeren Windmühlen, ist wie eine Droge. Einerseits schenkt er uns Augenblicke der Hoffnung auf einen Sieg und auf eine bessere Zukunft, anderseits trübt er unseren Verstand und gaukelt uns vor, dass wir ganz genau wissen auf wessen Seite das Recht ist. Der Krieger, die Kriegerin (lese auch den Artikel „Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung„) in uns gibt uns die Kraft, sich mit der scheinbaren Dunkelheit zu messen, sich ihr heldenhaft in den Weg zu stellen und den gedachten Gefahren die Stirn zu bieten. Wie eine Sirene, lockt es uns in die unermesslichen Tiefen, lotst uns quer durch die Wüsten und stiftet uns an, riesige Berge zu bezwingen oder diese zu versetzen.

Ein Kampf ist wie eine Droge, auch für Krieger des Lichts, Kampf gegen die Windmühlen

Aussteigen

Der Kampf ist wie eine Droge. Auf ihn zu verzichten, wenn man bereits süchtig ist, ist fast unmöglich, die Droge ist doch diejenige, die uns übermenschliche Kräfte verleiht. Und wir betrügen uns selbst. Am Horizont erscheint ein Hoffnungsschimmer: Nur mehr diesen einen Kampf und dann … Es ist nur ein Trick, ein kurz aufleuchtendes Gespenst dem man das Glitzernde verleiht.

Aus einem Karussell kann man doch nicht dadurch aussteigen, dass man sich für die nächste Fahrt entscheidet!

Ähnlich wie bei einem Hamsterrad, hält man es nur durch eine Entscheidung, sich nicht mehr im Kreis drehen zu wollen, an. Durch eine klare Entscheidung und dadurch, dass man stehen bleibt. Und?

Wie und wo will man einen Karussell verlassen, wenn nicht auf seinem tiefsten Punkt, genau dort, wo man zuerst eingestiegen ist, wo man begonnen hat, nach den Höhen zu streben? – dort, wo man beeindruckt durch die Illusion, dass dort oben das Leben und die Welt sicher einem Paradies gleicht und mit links zu bewältigen ist, den ersten Schritt zur Wolke sieben getan hat.

Der Kampf ist wie eine Droge. Viel haben wir dafür bezahlt. Eintritt und die regelmäßigen Fahrten in den Himmel, die als eine Investition in die eigene sorglose Zukunft gedacht worden sind haben uns nicht selten das ganze Vermögen gekostet. Und jetzt sollen wir auf alles verzichten, aussteigen, ohne eine Rückerstattung zu fordern, ohne für eine Abfindung zu kämpfen? Einfach so, sich mit nacktem Hinter in die Welt da unten begeben?

Neuausrichtung

Der Kampf ist wie eine Droge. In dem Moment wo die Füße wieder den Boden berühren, beginnt sich alles um uns herum zu drehen, wird verschwommen, bebt – will nicht und nicht still stehen. Die Frequenz hat sich verändert. Das ständige im Kreisdrehen hat aufgehört. Und obwohl wir uns schon entschieden und die Bremse gezogen haben, gar bereits ausgestiegen sind – unsere Sinne sind noch immer benebelt und verwirrt, brauchen so ihre irdische Zeit um sich dem neuen Zustand anzupassen und zu realisieren. Zu lange Zeit waren sie auf Hochtouren geschalten und haben aus dem schwindelerregenden Eiltempo heraus die Welt beobachtet und über sie nachgedacht. Wir sind unsicher, es fehlt uns schwer diesen betrunkenen, wackeligen Zustand zu ertragen. Unbewusst suchen wir nach einer Hilfe, nach dem besagten Strohhalm? Aber was, wozu?! Wir sind doch keine Memmen. Wir werden es doch aushalten?! Wir werden doch dagegen ankämpfen können oder? Für uns!? Gegen die Droge kämpfen!? Gegen dem Kampf kämpfen!? Für den inneren Frieden und die Freiheit!?

Tief Luft holen

Der Kampf ist wie eine Droge. Lass dich nicht belügen. Lass dich nicht verführen. Lass dir nichts versprechen. Bleib stehen, hole einmal tief Luft und dann atme alles aus dir raus, das du nicht mehr brauchst. Dies wird dich auffangen, dies wird dich stabilisieren und harmonisieren. Und dann atme weiter und werde wach. Spüre wie in dir das Leben pulsiert, wie sich vor deinen Augen mit jedem Atemzug eine neue Perspektive eröffnet. Atme und schreite dabei, mit Rücksicht auf dich selbst, weiter. Schreite auf sie zu und sehe, wie sie ihr Gesicht vor dir entschleiert, wie sie deine Arme vor dir ausbreitet. Deine bedachten Schritte, einer nach dem anderen, begleitet durch befreiende Atemzüge, führen dich entlang eines Weges, der frei jeglicher Barrieren ist. Es lauern keine Mauern, Grenzen, Schluchten oder Bergen mehr auf dich. Alles ist deins – für dich immer geöffnet – wie für dich erschaffen. Du brauchst keinen fragen, bitten, ersuchen. Du benötigst keinen Stempel, Erlaubnis oder Passierschein. Es ist deine Welt und du bist der König – also, beginne es endlich zu genießen!

© Kristina Hazler 09/2011 (update 11/2017)


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