Man erzählt sich, dass man nicht in die Haut eines anderen Menschen schlüpfen und nicht in seinen Schuhen wandern kann. Und dennoch ist es energetisch möglich, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Und meiner Einschätzung nach tun es die meisten Menschen, ohne sich dessen im Ansatz bewusst zu sein. Heute möchte ich zu diesem verschleierten Thema eine Geschichte aus meinem eigenen Leben erzählen, die selbstverständlich auch mit Heilung, Energie und Bewusstsein zu tun hat – wie es sich für diesen Substack „Energetische Psychosomatik“ gehört.
Dieser Artikel ist zuerst auf Substack erschienen. Die Inhalte der Kategorie Energetische Psychosomatik dienen der Erweiterung deines Horizonts und der Anregung zur Selbsthilfe. Sie sind als ergänzende Blickwinkel zu verstehen und ersetzen niemals eine medizinische Diagnose oder Therapie durch einen Arzt oder Heilpraktiker. Energetische Psychosomatik© ist eine Einladung, die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden bewusst zu übernehmen und neue Pfade der Selbsterkenntnis zu erkunden. Alle bereits erschienenen Beiträge zur Energetischen Psychosomatik findest du hier →
Manchmal ist der Umweg der Weg
Seit mehreren Wochen plagten mich ein Schmerz und eine Schwellung an meiner kleinen Zehe. Zunächst beachtete ich sie nicht, da ich meistens mit schwerwiegenderen Schmerzquellen zu tun habe, die meine Aufmerksamkeit fordern und eine Lösung verlangen. Die meisten dieser Schmerzen gehören jedoch nicht zu mir, sie sind nicht in meinem System vorhanden, sondern resultieren aus einer Art „Schlüpfen in die fremde Haut“. Dieses Schlüpfen in ein fremdes energetisches Kostüm geschieht, soweit ich es nachvollziehen kann, nicht willentlich aus meinem menschlichen Bewusstsein heraus, sondern auf einer übergeordneten Ebene. Ich nenne diese Empfindungsphänomene „Bewusstseinsprojekte“, an denen ich manchmal ein paar Tage, manchmal Wochen, aber manchmal auch Jahre arbeite. Es sind Dinge, die mir manchmal so fremd sind, dass ich erst einen Umweg gehen muss, um sie zu verstehen, einen Blick für sie zu bekommen.
Den Sinn hinter dem Anziehen der fremden energetischen „Haut“ richtig zu verstehen, ist derzeit eher eine vage Ahnung oder sogar menschliche Spekulation. Das Ergebnis, das ich über die Jahrzehnte hinweg menschlich schon verstehen kann, ist die Erweiterung meiner, aber auch kollektiven „Fühl-Datenbank“, das vertiefte Verständnis für menschliche Verwicklungen und das Kreieren von „Leiden“, wovon letztlich mein Schreiben und meine Beratung profitieren.
So schreibe ich persönlich meistens auch nur über das, was ich ge- und erlebt habe, und über das, wozu ich bereits ein wenig mehr Klarheit gewonnen habe, als wenn man selbst darin verfangen ist und vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht.
Desorientierung auf dem Weg der Erweiterung
In meine Beratung kommen immer wieder sogenannte sensible Menschen, die mit all ihren Empfindungen überfordert sind. Oft glauben sie, dass etwas mit ihnen nicht stimmt oder dass sie krank sind, weil sie so viele Schmerzen, Beschwerden und Unpässlichkeiten haben. Die meisten von ihnen sind jedoch eher desorientiert und ihre tatsächliche „Krankheit“ besteht in der verkehrten Ausrichtung des Fokus bzw. dem falschen Filter, durch den sie sich selbst betrachten, und/oder der Fehldeutung.
Als bewussteres, sensibleres Wesen neigt man dazu, Mitmenschen, ihr Verhalten, ihre Muster und Beschwerden sowie ihre Ursachen zu beobachten und daraus auf sich selbst zu schließen. Das ist dann der verkehrte Filter, durch den man sich selbst betrachtet. Man sieht sich selbst und ordnet sich auf der Ebene der beobachteten Menschen ein. Aber was, wenn man selbst nicht auf dieser Ebene zu Hause ist?!
Unbewusste Menschen haben entsprechende Befindlichkeiten, erleben entsprechende Situationen und auch Krankheiten. Wenn man sich auf ihre Ebene stellt, obwohl man dort eigentlich nicht hingehört, und versucht, sich selbst auf ihrer Ebene zu verstehen und zu diagnostizieren, beginnt man, sich auf eine solche Ebene herabzustufen, auf die die „Diagnose“ passt und entsprechend therapiert werden kann.
Wenn der Verstand nicht versteht
Aus diesem Grund versuche ich, meinen Klienten den Unterschied zwischen der Empfindung dessen, was man tatsächlich hat, und dessen, was man lediglich wahrnimmt, beizubringen. Es stellt sich jedoch wie ein fast unmögliches Unterfangen dar, weil der Verstand sich etwas ganz anderes vorstellt: etwas Entferntes, etwas Vages, das das eigene System doch nicht so nah übersetzen kann, dass es sich so echt anfühlt, als hätte man es selbst. Auch wenn meine Klienten mir mit verständnisvollem Nicken folgen, ist es doch eine andere Nummer, wenn sie selbst dann in einer so intensiven Wahrnehmung stecken, dass der auf solche Dinge noch untrainierte Verstand nicht anders kann, als Alarmsignale zu senden und es als das Eigene einzuordnen.
Menschen haben jahrhundertelang ihren Verstand für lineares Denken benutzt und somit weiterentwickelt und konditioniert. Kein Wunder, dass er nicht von heute auf morgen umdenken kann, wenn sich das ganzheitliche System des Menschen, aber auch das des Kollektivs, beginnt zu erweitern, multidimensionaler und damit auch multiwahrnehmbarer wird.
Das (Er)Leben in fremder Haut
Ich stelle mir den übergeordneten Zweck eines solchen Lebens in fremden Schuhen und fremder Haut – oder besser gesagt: in fremden Masken und Kostümen – wie das Leben eines „Dschungelarbeiters“ vor. Dieser bahnt sich mit einer Machete einen Weg durch undurchdringliches Gebüsch. So gelangt er in Bereiche, die andere meiden, weil sie zugewachsen sind, oder in Bereiche, in die man laut Meinung anderer nicht hin darf, soll oder kann. Wenn der Weg einigermaßen frei ist, gelangt Licht hindurch und es liegt an anderen, den Pfad zu betreten oder zuzulassen, dass er wieder zuwächst. Sie können jedoch nicht sagen – auch unbewusst nicht –, sie hätten keine Wahl gehabt und/oder es habe dort keinen Weg gegeben, was oft in den jenseitigen Welten wie ein unendliches Echo aus dem Opferbewusstsein widerhallt.
Aus der übergeordneten Ebene, von der aus man den Wald bzw. den Dschungel überblickt, sieht ein anderes Bild dieser unlogischen Arbeit von mir und mir ähnlichen Wesen so aus, als würde man mithilfe des eigenen Erkennens eine Schlüsselstelle in einem Netz bzw. einem Spinnengewebe öffnen, wodurch sich das Netz aufzulösen beginnt. Es ist, als würde man an einem Strumpf eine Laufmasche bekommen, die sich dann immer weiter ausbreitet.

Im Gegensatz zum Bild des Dschungels kann eine solche befreite „Masche” und der dadurch entstandene (Bewusstseins-)Lauf nicht mehr zuwachsen. Zumindest nicht aufgrund von Nichtbeachtung, Ignoranz, Angst oder dergleichen. Selbstverständlich kann jemand durch einen bewussten, vorsätzlichen Einsatz und immensen Aufwand versuchen, die Ausbreitung zu stoppen – so, als würde man die Laufmasche mit Nagellack versiegeln oder zunähen. Die entstandene Öffnung bleibt aber nicht unsichtbar. Man wird immer sehen, dass da jemand einen Umkehrversuch unternommen hat. Es ist ähnlich wie bei einem mit Steinen zugeschütteten Durchgang: Man weiß bzw. sieht, dass dort etwas ist, und muss nur die Steine wegräumen, um nachzusehen.
Meins oder nicht meins – das ist hier die Frage
So viel zum Übergeordneten. Und doch bin ich ein Mensch und bereite mir manchmal unwillentlich selbst ein Unbehagen oder einen Schmerz. Manchmal sogar, wie viele andere Menschen auch, ohne dass ich es mitbekomme, weil meine Aufmerksamkeit in dem Moment meist ganz woanders ausgelastet ist.
Deswegen beginnt meine Beschäftigung mit jedem neuen „Projekt“ zuerst mit der Frage, ob es meins ist oder lediglich eine Wahrnehmung. Was viele nicht wissen oder sich nicht vorstellen können, ist: Der fremde Schmerz, wenn man sozusagen in das „Kleid“ von jemand anderem schlüpft und mit dessen Energiesystem verbunden wird, ist täuschend echt. Aus meiner Erfahrung heraus ist es sogar so, dass ich Schmerzen mancher Menschen spüre, die diese selbst (noch) gar nicht realisieren, weil sie sich ihnen gegenüber entweder desensibilisiert haben und/oder weil sie seit der Kindheit mit ihnen aufgewachsen sind und ihr System sich entsprechend angepasst hat, als gehörten die Schmerzen zum Leben.
Ich glaube, ich habe es schon einmal in einem Artikel aus der Energetischen Psychosomatik beschrieben: Der Schmerz kann so echt sein, dass man denken könnte, der Arm sei gebrochen. Oder man hat das genaue Gefühl und die Symptome von Gastritis, Reflux oder Bandscheibenvorfall, ohne diese tatsächlich zu haben.
Das veraltete Wissen
Wenn man nicht in der “neuen” Deutung geübt ist, weiß man oft zuerst nicht, was die Sache ist. Beim Gefühl eines gebrochenen Arms ist es noch einfach: Man weiß, dass man nicht hingefallen ist und sich den Arm nicht gebrochen hat. Doch viele beginnen an dieser Stelle trotzdem, von Pontius zu Pilatus zu laufen und sich diagnostizieren zu lassen, statt zu verstehen, dass sie höchstwahrscheinlich im „Dienst“ sind oder im schlechteren Fall unbewusst den Schmerz eines anderen (mit)tragen. Ungefähr so, als würde man versuchen, jemanden samt seinem gesamten unsortierten Gepäck huckepack durch den Dschungel zu bringen, ohne den Weg zuerst mit der Machete freizumachen. Oft kommt es auch noch zusätzlich zu heftigen Abwehrreaktionen desjenigen, den man durchzubringen versucht.
Ein Schmerz ist nicht gleich Schmerz
Kommen wir nun zu meiner kleinen Zehe zurück. Sie schien tatsächlich wieder ein Projekt zu sein, denn egal, welche „Heilungsmethoden“ ich selbst probierte, es trat keine Besserung ein. Normalerweise ist das ein Hinweis, dass es nicht in meinem Bereich liegt, oder dass es sich um etwas Älteres, Hartnäckigeres handelt, das ich gar nicht auf dem Schirm habe. Die Zehe fühlte sich die ganze Zeit so an, als würde mir jemand darauf stehen, egal, wohin ich mich bewegen wollte. Im Gegensatz zu den anderen Schmerzen, die meist nicht visuell festzustellen sind, war die Zehe auch geschwollen und rot.
Und so stand ich da, als Dschungelarbeiterin im Geiste, während mein eigener kleiner Außenposten – die Zehe – meuterte ;)
Mit der Zeit musste ich sie beim Schuhanziehen wortwörtlich in Watte packen, damit sie nicht noch mehr gereizt wurde. Doch auch das schien nichts zu bringen. Sie tat Tag und Nacht weh. Wenn ich mich energetisch hineingefühlt habe, wenn ich mit dem Bewusstsein hineingegangen bin, dann fühlte es sich an, als wäre die Zehe durch ein Portal mit einer weit entfernten Ebene verbunden. Entweder war mir diese Ebene fremd, oder ich war aus meiner aktuellen Perspektive nicht in der Lage, sie zu erreichen oder zu erkennen.

Wie bereits gesagt, handelt es sich dabei meist um ein psychoenergetisches Bewusstseinsprojekt. Ein Projekt ist nichts, das ad hoc fertig ist. Es unterliegt einem Entwicklungs- und Entfaltungsprozess, bei dem verschiedene Faktoren in der richtigen Zusammensetzung erst zusammenfinden müssen. Im Falle von Multidimensionalität oder dem Puzzeln über diverse Ebenen hinweg bedeutet dies oft, dass man zuerst bestimmte Instrumente und Fähigkeiten reaktivieren oder entwickeln muss, um dann die benötigten Ebenen betreten, sich in ihnen orientieren, sie verstehen und das richtige Bild zusammenbauen zu können.
Warum ist die Erlösung nicht gleich greifbar?
Eine solche Projektarbeit ist oft ziemlich komplex. Das ist auch bei meiner Beratung von Klienten der Fall: Ich muss mir den „Rat“ für sie oft über Wochen hinweg erarbeiten. Dies ist selbstverständlich kaum den Klienten erklärbar, geschweige denn verrechenbar. Oft ist es so, dass allein durch mein Erleben seiner Problematik schon eine Spur gelegt wurde, die letztendlich einen möglichen Weg durch seinen „Dschungel“ markiert – unabhängig davon, ob es ihm dann noch wertvoll erscheint, zu einer Sitzung zu kommen und dafür im besten Fall auch zu bezahlen.
Die übergeordnete Ebene entscheidet, welche „Laufmasche“ zur Transformation angestupst wird. Ob das Ego des Klienten das möchte oder sich das vorstellen kann, ist letztlich egal, denn jede wahrhaftige, befreiende „Lösung” ist ein Dienst an die Allgemeinheit, an das Kollektiv.
Von all dem schien meine kleine Zehe aber nichts zu wissen. Schließlich fuhr mich mein Mann Mitte März ans Meer nach Norditalien. Nicht wegen meiner Zehe, sondern wegen meiner regelmäßigen Auszeit, Kontemplation, Rekapitulation usw., die zu dieser Jahreszeit noch jenseits der Menschenmassen möglich sind. Selbstverständlich freute ich mich für die Zehe auf die regelmäßigen Barfußspaziergänge im Sand und im Meer und hoffte insgeheim, dass genau das ist, was sie braucht, um wieder in Ordnung zu sein. Anschließend fuhr mein Mann zurück nach Wien. Anders als im letzten Jahr, als ich mir einen winzig kleinen Fiat 500 mietete, blieb ich dieses Jahr nur mit meinem E-Bike zurück. Ich wollte noch ursprünglicher sein und mich nur in einem kleinen Umkreis bewegen. Ich, das Meer und meine Projekte, die ich hoffte, so ohne Ablenkung nach und nach „abzuarbeiten“.
Das Kopfkino und seine Folgen
Nach zwei Wochen musste ich jedoch zu meiner Überraschung feststellen, dass es meiner Zehe kein Stück besser ging. Im Gegenteil: Die gewohnt ausgedehnten Spaziergänge durch den mehrere Kilometer langen Sandstrand wurden immer schwieriger, wenn ich nicht gerade barfuß unterwegs war – wozu mir noch zu kalt war. Das machte mich stutzig und auch einen Teil in mir ängstlich, der sich alle möglichen Gedanken darüber machte, was mit der Zehe los sein könnte. Wie in solchen Fällen üblich begann mein Kopf, Szenarien und Bilder zu generieren, in denen ich mit einer amputierten oder völlig verkrüppelten Zehe herumlaufen musste. Wie passte das nur zu mir?
Durch den mentalen Druck breitete sich der Schmerz schon über den halben Fuß aus. Mir war natürlich bewusst, wie man sich hineinsteigern und die Beschwerden damit vergrößern und intensivieren kann. Trotz meines Wissens konnte ich mir irgendwie nicht helfen – das kenne ich aber auch.
In so einer Phase hilft meistens nur das Loslassen.
Vorstellungen, was helfen kann, loszulassen
Also ließ ich los. Ich packte meine Zehe weiterhin in Watte und fuhr öfter Fahrrad, als dass ich spazieren ging. Irgendwann musste ich aber ein neues Experiment wagen und war gezwungen, in einem Supermarkt einzukaufen, der weiter entfernt war als meine normale, für meinen Hintern erträgliche tägliche Fahrradroute. Gleichzeitig sensibler und älter zu werden, ist schon eine Herausforderung!
Dass ich einmal eine Fahrradroute danach planen müsste, wie viel mein Hinterteil (wegen des als zu hart empfundenen Sitzes) schafft, hätte ich früher nie für möglich gehalten. ;) Als lachte mich das Leben aus. Als könnte ich nur wählen zwischen Zehe und Hintern oder zu Hause zu bleiben.
Zugegeben, ich überzeichne jetzt ein wenig, aber an manchen Tagen fühlt es sich tatsächlich so an, als würde ich mich am liebsten aus meinem Körper lösen und auf Wolke sieben schweben wollen.
Ich fasse mich kurz, damit ich zur ersten Erlösung der Geschichte rund um die Zehe komme. Ich wusste ja auch nicht, dass sie so spannend sein würde. ;)
Ein Tritt in die Wunde
Im Supermarkt angekommen, war ich ziemlich stolz auf mich, dass ich mich so weit weg von der Zivilisation, meinem Mann, dem Auto usw. selbst versorgen kann. Mich beschäftigte jedoch die Frage, wie viel ich einkaufen konnte und sollte, damit alles in den Fahrradkorb passt und ich heil in mein vorübergehendes Zuhause zurückkomme. Also konzentrierte ich mich aufs Einkaufen und das sorgfältige, intuitive Abwägen der ungefähren Menge der Produkte in meinem Einkaufswagen. Was hatte Priorität: eine Packung Milch statt zwei zu nehmen und dafür vielleicht eine Packung frischen Spinat und Tomatensugo oder doch etwas anderes, zum Beispiel frisches Brot?
Während ich zur Kasse ging, beobachtete ich meinen Einkaufswagen skeptisch. Ich machte mir Gedanken darüber, wie ich den Rest wohl mitnehmen würde, falls etwas nicht mehr in den Fahrradkorb passen würde. Ich hatte keinen Rucksack dabei und die Idee, mit einer Einkaufstasche in der Hand zu fahren, war keine Option. Während ich in solchen logistischen Gedanken verloren war, stolperte ich plötzlich und unerwartet mit voller Wucht ausgerechnet mit meiner wunden Zehe gegen das Rad des Einkaufswagens. Es war, als würde mein Körper einen Schritt nach vorne machen, obwohl sich der Wagen noch nicht bewegte.
Treffen ins Schwarze
Die Wucht des Schmerzes in der ohnehin schmerzempfindlichen Zehe ließ den Schmerz wie ein Blitz bis in mein Gehirn steigen und statt Sterne sah ich nur Schwärze. Oh mein Gott! Das konnte doch nicht wahr sein! – fuhr es mir als Erstes durch den Kopf. Mir schossen sofort Tränen in die Augen, als hätte etwas, das schon so lange heldenhaft Schmerzen ertragen hatte, ohne dass dies je gewürdigt worden wäre, noch eine weitere ordentliche Ohrfeige verpasst bekommen. Die Tränen flossen aber nicht wegen des physischen, sondern wegen des seelischen Schmerzes. Aus Unglücklichsein, aus Hilflosigkeit, aus Nichtgesehenwerden, aus Ausweglosigkeit … und aus der Tatsache, sich selbst noch mehr verletzt zu haben, obwohl ich doch so sehr aufpasste!
Und doch waren die Tränen auch ein Zeichen, dass endlich etwas ins Fließen kam. :)
Auf einer anderen Ebene spielte sich eine ganz andere Geschichte ab.
Praktisch, pragmatisch!
Ein Blitz der Erinnerung
Ich stand noch immer mitten in einem Supermarkt, war auf dem Weg zur Kasse und musste anschließend mehrere Kilometer nach Hause fahren. Der Schmerz in der Zehe und im ganzen Fuß war so groß, dass ich nicht wusste, ob ich mir die Zehe nicht endgültig ruiniert hatte, ob ich überhaupt noch einen Schritt machen konnte – was doch unsinnig war, denn es war „nur” die kleine Zehe – und ob ich es mit dem vollen Korb und dem Fahrrad nach Hause schaffen würde. Und wenn ja, was sollte ich dann mit der Zehe machen? Arzt, Untersuchung? Gips?
Was würde aus meinen Spaziergängen am Meer werden?
Während ich über all das nachdachte, traf mich auf einer dritten Ebene, exakt in dem Moment, in dem ich mit der Zehe gegen das Rad des Warenkorbs stolperte, ein Blitz der Erinnerung! Auf einmal wusste ich: So etwas war mir schon einmal passiert! Vor ein paar Wochen. Damals hatte ich es kaum registriert. Es war doch nur die kleine Zehe! Ich schenkte dem Stolperer und der Zehe keine Aufmerksamkeit. Als sich die Zehe schließlich ein paar Tage später zu melden begann, hatte ich den Stolperer schon wieder vergessen.
Spontanheilung einer anderen Art
Oh Gott! Jetzt verstand ich! So unglaublich es klingen mag, ich wusste sofort, dass dies die Heilung für die Zehe war und dass wieder alles in Ordnung sein würde. Sie brauchte „nur” meine Aufmerksamkeit, Verständnis und Zuwendung. Ich drehte mich von der Kasse weg und steuerte noch einmal den Supermarkt an. Diesmal ging ich in die Drogerieabteilung. Ich wollte eine wohltuende Salbe für meine Zehe finden. Sie hatten nichts Passendes, aber das war im Prinzip egal. Ich kaufte eine kühlende Salbe für die Haut und der Rest ist selbsterklärend, auch wenn es unglaublich klingt. Aber genau das wollte ich mit dieser Geschichte im Rahmen der energetischen Psychosomatik vermitteln.
Zu Hause widmete ich mich der Zehe, ausgerüstet mit der neu gewonnenen Bewusstheit und Erfahrung. Ich schmierte sie mit einer 08/15-Creme ein, und am nächsten Tag waren die wochenlangen Schwellung und Rötung verschwunden. Ich musste die Zehe nicht mehr in Watte packen und konnte einen längeren Spaziergang machen. Ja, ein Abdruck des Schmerzes als Erinnerung war noch da, aber er war nicht zu vergleichen mit dem Schmerz, den man erwarten würde, wenn man eine chronische Wunde noch einmal mit voller Wucht trifft.
Gleichzeitig wurde mir klar, warum sich derzeit viele Menschen fragen, warum ihnen diese oder jene schmerzhaften Dinge (wieder) passieren (müssen). Nun, die Antwort kann einfacher sein, als man vermutet: Sie melden sich als Erinnerung, damit sie auf dem einfachsten bewussten Weg endlich heilen können. Nichts mehr und nichts weniger. Howgh. ;)
Die Geschichte meiner kleinen Zehe hat noch weitere Heilungsebenen. Darüber aber mehr in der nächsten Folge.
Therapie-Essenz: Die Weisheit der kleinen Zehe
Wenn dein Körper oder dein Empfinden hartnäckige Signale sendet, die sich weder durch Schonung noch durch herkömmliche Methoden lösen lassen, lade ich dich ein, die folgenden Schritte zu reflektieren:
1. Filter-Check (Meins oder Nicht-Meins?)
Prüfe, ob der Schmerz eine physische Verletzung deines eigenen Systems ist oder eine „Wahrnehmung” aus einem psycho-energetischen Projekt, in das du (vielleicht unbewusst) geschlüpft bist. Sensible Menschen tragen oft Schmerz-„Kostüme“, die nicht zu ihrer eigenen Ebene gehören.
Prüfe, ob eine Beschwerde oder ein Unwohlsein tatsächlich „deine“ sind oder ob du unbewusst in ein fremdes „energetisches Kostüm“ geschlüpft bist. Sensible Menschen neigen dazu, Schmerzen wahrzunehmen, die nicht in ihrem eigenen System verwurzelt sind.
2. Watte oder Fokus?
Manchmal ist das „In-Watte-Packen“ (Vermeidung und Übervorsicht) eine Form der Desensibilisierung, die den Schmerz im System konserviert. Heilung braucht oft den mutigen Fokus statt der schützenden Isolation.
Das „In-Watte-Packen“, also das Vermeiden von Belastung und Reizen, kann die Heilung paradoxerweise verzögern. Wirkliche Erlösung erfordert oft den Mut, den Schutz aufzugeben und die Aufmerksamkeit direkt ins Zentrum des Geschehens zu lenken.
3. Die Macht der Anerkennung
Ein Symptom kann chronisch werden, nur weil die ursprüngliche Ursache – so banal sie auch war – vom Verstand ignoriert oder vergessen wurde. Das Symptom ist häufig ein „Erinnerungsspeicher“, der darauf wartet, dass du den Moment seiner Entstehung würdigst. Heilung geschieht oft in dem Moment, in dem die Geschichte hinter dem Schmerz (wieder)erkannt wird.
4. Der Schock als Weckruf
Ein plötzlicher, heftiger Impuls (wie ein Stoß im Supermarkt) kann als Katalysator dienen, um gestaute Energie ins Fließen zu bringen und die Aufmerksamkeit radikal in die Gegenwart zu lenken.
5. Einfachheit
Sobald die energetische Ursache bewusst erkannt wurde, reicht oft eine ganz einfache, liebevoll-pragmatische Zuwendung aus, um die physische Heilung zu vollenden.
Die Kernfrage für dich:
Wo in deinem Leben „hinkst“ du gerade, weil du versuchst, eine alte Geschichte in Watte zu packen, anstatt ihr einmal kurz und schmerzhaft die volle Aufmerksamkeit zu schenken?
oder noch mit anderen Worten:
Wo in deinem Leben versuchst du gerade, eine „wunde Stelle“ durch Vorsicht zu heilen, anstatt ihr den einen, bewussten Moment der vollen, ungeschönten Aufmerksamkeit zu schenken?
© 04/2026 Kristina Hazler
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