Gute Miene zum bösen Spiel

„Gute Miene zum bösen Spiel“ oder noch können sie ihr Gesicht wahren …

Wie lange noch? Noch können sie ihr „Gesicht” wahren, noch können sie so tun, als hätten sie es nicht erblickt, und noch können sie gute Miene zum bösen Spiel machen. Aber warum sind so viele müde und erschöpft? Wie viel Energie kostet es sie, eine „gute Miene” und „Ahnungslosigkeit” sogar sich selbst gegenüber vorzutäuschen, damit ihre eigene, auf wackeligen Füßen stehende Welt nicht zusammenbricht? (Lese dazu auch: „Wie lange noch???„)

Die aktuelle Zeitqualität des globalisierten Jetzt

Die aktuelle Zeitqualität, die ich mit meiner Wahrnehmung und meinem „System” erfasse, erzählt mir eine Geschichte von Panik und Angst, die ich in den Augen und im Verhalten der Menschen ablesen kann. Obwohl sie in den letzten Jahren ihr Bestes gegeben haben, fürchten sie die Zukunft. Sie ahnen, dass sie einen schonungslosen Spiegel vorgehalten bekommen werden, in dem sie erkennen werden, was in ihrem Leben nicht auf ihrer persönlichen Wahrheit aufgebaut ist.

Und sie wissen schon heute, dass ihnen dieses Erkennen wehtun wird. Es ist ein seltsames Paradoxon – so wie das menschliche Leben ein Paradoxon zu sein scheint. Sie fürchten sich vor dem Blick in den zukünftigen Spiegel, obwohl sie schon heute erkannt haben, was ihnen wehtun wird. Ohne das heutige Erkennen könnten sie sich nämlich nicht fürchten und wissen, dass es ihnen wehtun wird. Sie fürchten sich also vor dem, was sie bereits kennen.

Gute Miene zum bösen Spiel

Aber noch können sie ihr „Gesicht” wahren, noch können sie so tun, als hätten sie es nicht erblickt, und gute Miene zum „bösen” Spiel machen. Aber warum sind so viele müde und erschöpft? Wie viel Energie kostet es sie, diese „gute Miene” und „Ahnungslosigkeit” sogar sich selbst gegenüber vorzutäuschen, damit ihre „eigene Welt” auf wackeligen Füßen nicht zusammenbricht? In scheinbar friedvollen Menschen ist aufgrund des bereits geschehenen Erkennens unglaublich viel Wut und Trauer angestaut. Diese brodelt.

Wie dramatisch muss das Spiegelbild noch werden?

Das Fass ist übervoll. Es wird immer schwieriger und mühsamer, all den „Dampf” unter dem Deckel der Beschönigung und des Sich-Arrangierens zu halten. Fremde Kulturen und Mentalitäten – und nicht nur solche, die uns in den Medien gezeigt werden – mit einem ganz anderen emotionalen Haushalt dringen in unsere „heilen Welten” ein. Sie sind „heißblütiger”, emotionaler und direkter. Sie bringen dichtere Energien mit, die den eigenen, emotional auf schwacher Flamme köchelnden Kessel zum Überlaufen bringen. Es ist aber möglicherweise eine Hilfe …

Frau mit Spiegelbild des Himmels im Wald.
Was zeigt der Blick in den Spiegel?

Es ist eine Hilfe für die Zurückgezogenheit, die Reduziertheit, das „Sparatmen“ und das „Sparleben“ – diese „Fremdenergien“ wirken wie ein Verstärker. Sie geben uns einen „Pusch“ und wir können mit eigenen Augen erkennen, was alles in uns steckt und sich im Laufe der Jahre angestaut hat. Fürchtet euch also nicht vor der Zukunft, wenn ihr sie bereits kennt! Ihr könnt euch dementsprechend vorbereiten, wenn ihr den Kopf nicht in den Sand steckt und erkennt, dass ihr eigentlich schon heute in den Spiegel der „unschönen” Wahrheit schaut. Oder muss der Spiegel noch schärfer, dramatischer und ätzender werden?

Der Blick in den Spiegel

Die aktuelle Angst vor dem Blick in den Spiegel ist nicht die befürchtete Angst, sich ungeschminkt selbst zu erblicken, sondern die Angst, diejenigen ohne Masken zu sehen, die wir liebgewonnen haben, zu lieben versuchen oder einst aus unserem Leben verbannt haben.

Grundsätzlich geht es darum: Die einen haben derzeit das Thema, dass sie das Beschriebene bei anderen, bei ihren Lieben, beobachten werden, und die nächsten werden selbst mittendrin sein. Beide können nichts anderes tun, als es zu erleben, sich dessen bewusst zu werden und bewusst zu sein.

Was, wenn das, was wir glauben, in der Zukunft zu fürchten, bereits unser Jetzt ist?

© 08/2016 Kristina Hazler (aktualisier7 08/2026)


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