Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater

Aus der Reihe: „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten
Ich empfehle ihnen, zuerst den ersten Teil dieses Artikels „Der innere Krieger und der Weg aus der Verletzung“ wie auch den zweiten Teil Der innere Boykotteur in der Praxis zu lesen, um diesen Teil besser zu verstehen.

Die Funktion des inneren Boykotteurs

Viele klagen über den inneren Boykotteur, aber am Beispiel meines Rückführungsklienten[1] kann man sich vorstellen, warum wir uns unbewusst einen inneren Boykotteur kreieren. Wer sonst soll die eventuellen, spontanen, unberechenbaren Handlungen unseres z.B. inneren Kriegers verhindern? Der Boykotteur ist doch jemand (ein Persönlichkeitsanteil), der sich uns in den Weg stellt, der behindert, z.B. dort, wo gerade Kraft- und Muteinsatz erforderlich wäre. Der Boykotteur tut in so einem Fall treu seinen Dienst und sagt: Lieber nicht, das könnte (dir) gefährlich werden und/oder daran könntest du vielleicht zerbrechen oder sogar Gefallen finden und nie wieder davon loskommen. Du könntest dich darin verlieren, dich selbst vergessen. Alles klar? Und so wird mit Leib und Seele dort eigenhändig boykottiert, wo man doch (unberechenbar) mit Herz und Seele dabei sein könnte.

Unabhängig vom inneren Boykotteur probieren manche mit dem (leidenschaftlichen) Kämpfer in sich auf listige Art umzugehen. Sie versuchen, ihn für einen Kampf für gute Sachen zu erziehen. Sie spüren in sich seine kämpferische Flamme lodern und bevor er einen unbedachten „Blödsinn“ anstellen sollte, muss etwas her, wo er sich kämpferisch und kriegerisch ausleben, auspowern könnte, ohne dass er etwas Schlechtes tut. Man (er)findet also etwas, was man selbst für richtig und/oder geeignet (den eigenen Maßstäben nach) hält und wofür man (offiziell und anerkennend) kämpfen darf.

So gesehen hat der Boykotteur u.a. eine Schutzfunktion und sein Hilfsmittel ist der Boykott, was in seinem Ursprung nichts anderes bedeutet als ein gewaltloser Widerstand.[2]Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater, der innere Boykotteur, der innere Berater, Schutzinstanz, Ablehnung

Viele sehnen sich jedoch ununterbrochen und meist unbewusst nach einem Schutz und Sicherheit. Sie suchen diesen im Außen, zum Beispiel im Form einer Person mit einer breiten Schulter zum Anlehnen oder einen Partner, der bereit ist, die Verantwortung in der Beziehung zu übernehmen oder sie sichern sich mit zig Versicherungsverträgen ab oder besuchen Seminare und eignen sich Techniken zur Selbstverteidigung oder energetische Abwehr an, während sie die dazu geeignete Instanz ununterbrochen in sich selbst tragen, diese aber nicht haben wollen – weil sie einen solchen kraftvollen Persönlichkeitsanteil eben als einen Boykotteur, der doch dem Glück immer im Wege steht, empfinden.

Wer soll uns davon abhalten in ein Flugzeug, das abstürzt, einzusteigen, wenn wir unsere Intuition ignorieren, da das Flugticket so teuer war??? Der eigene Boykotteur lässt sich was einfallen. Das Auto, das uns zum Flughafen fahren sollte, will absolut nicht anspringen, wir vergessen unseren Reisepass zuhause oder vertauschen z.B. den Abflug- mit unserem Zahnarzttermin.

Die Schwierigkeit besteht selbstverständlich darin zu unterscheiden, wann der eigene innere Boykotteur am Werk ist und wann wir von anderen Menschen ob auf der bewussten oder unbewussten Ebene ob aus „Liebe“ oder vorsätzlich und manipulativ behindert werden.

Worin liegt die Heilung und Erlösung des inneren Boykotteurs?

Was also sollte der erlösende, freie Umgang mit dem inneren Boykotteur sein? Ihn nicht haben zu wollen? Ihn entfernen? Und sich vor ihm schützen? Ihn heilen, damit er endlich brav wird? Zig Sitzungen auf sich nehmen, um die Ursachen zu ergründen, warum er boykottiert, was er gegen uns hat? Oder sich ihm einfach im Verständnis zuwenden, dass wir diesen Persönlichkeitsanteil wenn wir ihn nicht brauchen würden, gar nicht hätten? Wir wollen/verlangen von anderen, dass sie uns vertrauen? Warum beginnen wir nicht zuerst damit, uns selbst in allen unseren Teilen und Anteilen zu vertrauen und vor allem dort, wo unser Kopf sitzt? Welcher Anteil von uns braucht am schnellsten Zuwendung, wenn nicht derjenige, den wir eine Zeit lang, ob bewusst oder unbewusst, in uns abgelehnt und ihn für störend, unbrauchbar, ungenügend, boykottierend betrachtet haben? Was also geheilt, transformiert, verändert werden muss, sind unsere Einstellung und unser Denken über den Boykotteur.

Wir können uns den Boykotteur auch aus einer anderen Perspektive ansehen, jenseits der mittlerweile negativ besetzten Bezeichnung. Was macht er eigentlich alles, was wir dann in einem Überbegriff zusammenfassen? Als erstes kommuniziert er uns jedes Mal etwas und zwar so, wie wir es in dem Moment fähig sind zu verstehen. Also ist er der Meister der Situation angepassten Kommunikation. Er handelt, und zwar so, wie es die Situation erfordert und das tut er sehr effektiv, weil wir es meist unmittelbar merken, dass etwas geschieht bzw. nicht geschieht. Mit dieser angepassten Kommunikation und Handlung motiviert er uns zum Anhalten, zum Aufmerksam- und Wachsam-sein, zum Sich-erinnern. Er zeigt auf, bewahrt den Überblick, Metaposition, kennt Schwachstellen und alternative Möglichkeiten. So ist er kreativ und flexibel und vor allem geht er auf uns ein, was auf seine Sensibilität und Einfühlsamkeit spricht. Hören sich alle diese Eigenschaften wie die eines Boykotteurs an? Würden wir nicht in der Ablehnung zu seinen „Diensten“ sein, weil uns nicht gefällt, was er uns aufzeigen, wo er uns hinlenken will, wären wir sensibler und früher bereit, ihm ein Ohr zu schenken, dann müsste er vielleicht oft nicht zu ganz so „drastischen“ oder „dramatischen“ Maßnahmen greifen und wir kämen bald nicht mehr auf die Idee, ihn als Boykotteur zu bezeichnen. Zuhören, annehmen, umlenken, verändern – sind wir dafür nicht bereit, bleibt dem „Aufzeiger“ nichts anderes übrig als zu boykottieren.

Damit wir uns die Funktion des Boykotteurs noch besser vorstellen können, machen wir kurz einen Ausflug in die Politik, wo Boykott öfters als eine bewusste Maßnahme eingesetzt wird. Wann wird zu einem Boykott als ein politisches oder sogar wirtschaftliches Mittel gegriffen? Vor allem dann, wenn man meint, dass eine Einlenkung, eine Einsicht, eine Einigung der anderen Seite nicht möglich bzw. zu erwarten ist!

Der innere Boykotteur als eine Art Schutzinstanz

Der Boykotteur kann z.B. gewisse Schritte und Handlungen von uns aus „Sicherheitsgründen“ nicht zulassen, wenn er aus seiner „Vogelperspektive“, aus seiner Metaposition sieht, dass wir für Gewisses noch nicht so weit ist, weil uns für das „Möchte-gerne-unbedingt-einen-Schritt-in-diese-Richtung-tun“ gewisse Erfahrungen, Eigenschaften und Fertigkeiten fehlen. So kann es passieren, dass wir manchmal die Impulse der eigenen Seele, die uns nur das Beste will, für einen bösen ungönnerhaften Boykotteur halten und aus der verkehrten Logik[3] heraus machen wir uns auf den Weg, eine Lösung, eine Methode zu finden, wie wir am besten, schnellsten und schmerzlosesten den „bösen Verhinderer“ loswerden.

Der Gegenpol eines Kriegers und auch eines Boykotteurs ist seine Ganzheit

Meiner Ansicht nach hat keine Energie, keine Eigenschaft, keine Sache, kein Mensch und keine Situation einen Gegenpol im Außen; nur in sich, innerhalb des eigenen Selbst, in Form des Restes, von dem sie (aus welchen Grund auch immer) isoliert ist, getrennt wurde. Aus dieser Perspektive hat also ein Krieger nicht einen Gegenpol in einem Friedensstifter und ein Boykotteur nicht in einem Gönner, sondern der „Gegenpol“ eines Kriegers ist in all dem, was er noch in seiner Ganzheit ist; jenseits des „Aufdrucks“ des Kriegers. So können wir nicht erwarten, dass sich unser innerer Krieger endlich einmal in einen Friedensstifter wandelt, sondern wir können nur durch das Erlauben seines Seins, jenseits der Angst vor ihm, erfahren, was er tatsächlich in seiner Ganzheit für uns ist. Dies fällt uns jedoch schwer, weil wir unseren eigenen Krieger und Kämpfer mit den Energien und Anteilen der anderen beobachten, vor denen wir Angst haben, die wir fürchten. Wir sind aber nicht die anderen!

Klar, manche Menschen glauben tatsächlich, dass ein Leben ein Kampf ist bzw. dass man kämpfen muss, um zu überleben (auch finanziell) bzw. dass man kämpfen muss, um überhaupt leben zu dürfen. Und das Leben scheint ihnen diese Überzeugung auch zu bestätigen. Wie könnte so ein Mensch je eine andere Erfahrung machen, würde der Boykotteur eine Zeit lang den Krieger in einem nicht boykottieren? Noch kämpferisch eingestellte Menschen stoßen unausweichlich an Dinge, die sie sich erkämpfen müssen und Situationen, die sie bekämpfen oder erkämpfen müssen. Der Grund ihrer Einstellung ist entweder, dass sie viele Inkarnationen hatten oder auch nur in diesem Leben Situationen erlebt und/oder beobachtet haben, die auf einem Kampf basierten: z.B. die Mutter, der Vater kämpften (mutig mit der letzten Kraft) für das Überleben der Familie. So lernte man als Kind, das Leben ist so, dass man um den Erhalt der eigenen Existenz kämpfen muss bzw. man ist ein guter und mutiger Mensch, wenn man standhaft kämpft. Jedoch die Wahrheit hinter dem entstandenen Vorbildmuster ist möglicherweise die, dass die Eltern gar nicht für das Überleben kämpften, sondern sich zuerst „nur“ einsetzten, jedoch in späterer Folge, vielleicht aufgrund von Erschöpfung, Müdigkeit, der Wertung der Umgebung und Unzufriedenheit mit den Früchten ihres Einsatzes begannen, selbst zu glauben, dass sie die ganze Zeit gekämpft haben, weil es sich wie ein Kampf (mit den Windmühlen) letztendlich anfühlte, statt sich zu erinnern, dass sie einfach das taten, was sie für richtig und wichtig in den aktuellen Augenblicken hielten.

Aber es gibt auch Menschen, die ihren Selbstwert durch eine kämpferische Auseinandersetzung messen und durch das Siegen gelernt haben, ein Glücksgefühl zu empfinden. Und es gibt auch Menschen, die an die Kraft der Muskeln, als das Non plus Ultra glauben, und meinen, es ist einfach so mit der Materie und dem Körper, dass körperliche Kraft (und Gewalt, wenn diese Kraft über die eigene Natürlichkeit geht) angewendet werden muss. Sie trainieren ihren Körper über die Schmerzgrenze hinaus – der Schmerz muss sein – so das Credo. Angeblich wachsen die Muskeln nicht, wenn man sie nicht zusätzlich belastet. Aber wozu Muskeln aufbauen, wenn man diese im eigenen „normalen“ Leben, jenseits des Fitnessstudios und des Spiegels, als körperliche Energie nie braucht? Haben sie sich jedoch in harter Arbeit diese schwer erkämpft. Kein Wunder, dass das Leben ihnen Situationen liefert, wo diese dann auch zum Einsatz kommen müssen, damit sich die unnatürlich aufgebaute, also blockierte Energie, wieder abbauen kann. Es liefert ihnen aber auch Situationen, die ihnen spiegeln, dass keine Muskelkraft dieser Welt sie vor sich selbst retten kann und/oder Situationen, in denen man lernt, dass man nicht immer automatisch Muskelkraft dort braucht, wo man glaubt, sie zu brauchen, sondern, dass diese mit anderen Mitteln und inneren Instrumenten zu bewältigen sind – zum Beispiel mit Geduld, Vertrauen und Liebe! Und man kann sich vorstellen, was für eine Aufgabe der innere Boykotteur bekommt, wenn die Zeit gekommen ist, eine Erfahrung jenseits der gewohnten Muskelkraft zu machen oder wenn die Gesundheit aufgrund von Übertreibung gefährdet ist.12

Und ist ein Boykotteur so etwas wie der innere Schweinehund? Ich glaube nicht dass es das Selbe ist. Aber ich glaube, dass der innere Boykotteur sich hin und wieder des inneren Schweinhunds und/oder unserer Trägheit bedient, wenn es seinem „Auftrag“, bzw. der „Aufgabe“ dient.

Wenn die Lösung keine Lösung ist

Als Menschen, die wir in einer polaren Welt bzw. einer Welt der Pole, der Widersprüche und Paradoxien leben, finden wir uns immer wieder in Situationen, die uns herausfordern, die uns in einen scheinbaren Gewissenskonflikt stürzen, die von uns verlangen, sich für einen Weg zu entscheiden, der für uns nicht annehmbar zu sein scheint und doch … einen anderen sehen wir nicht. Wir stehen an einer Kreuzung und wissen/glauben, wir müssen einen Schritt, den nächsten Schritt tun und doch … scheint jeder Schritt noch das größere Übel zu sein. Wir stehen vor einem Problem und doch … die sich anbietende Lösung mag für uns keine Lösung zu sein. Was ist in so einer Situation zu tun? Wie ist zu handeln, ohne sich selbst dabei weh zu tun, ohne sich zu etwas zu zwingen, ohne sich dabei selbst zu vergewaltigen?

Ich habe gelernt, zu verstehen, dass es auf der einen Ebene, auf der ich gerade nur die mir widerstrebenden Lösungsansätze sehe, keine wirkliche Lösung gibt. Es ist eine Ebene, in die ich gerade verrutscht bin, in der ich verfahren bin, die mich in der Mangel hat, die meinen Blick fixiert, meinen Geist trübt. Aber! … Es gibt andere Ebenen bzw. eine andere Ebene; eine Ebene, in der ich zu Hause bin und dort gibt es immer eine Lösung! Die Lösung bin ich selbst! So ist mein erster Job, mir nicht Gewalt anzutun und nicht mir widerstrebend zu handeln oder mich zu etwas zu zwingen, was ich nicht mag, um mir (aus verkehrter Logik heraus) sozusagen einen Puffer mit der Absicht zu erschaffen, dann … dann irgendwann, wenn es passt, wieder zu sich zu kommen und zu überlegen was weiter zu tun ist. Das funktioniert so nicht! Wenn ich nicht zu mir stehe, mich ad acta, auch wenn nur für kurze Zeit, auf ein Nebengleis abschiebe, (ver)rutsche ich dadurch noch tiefer in die polare Ebene und werde sofort wieder vor weitere und weitere mir widerstrebende Entscheidungen gestellt. Einmal sollte man also Stopp sagen! Man sollte sich als Erstes auf sich besinnen, zu sich kommen! Um sich die Zeit zu geben, um zu verstehen bzw. sich zu erinnern, dass, wenn sich etwas für mich nicht gut anfühlt und ich doch bereit bin es zu tun, ich höchstwahrscheinlich gerade extrem verfahren und entfernt von mir selbst und meiner Welt bin. Einer Welt, wo ich meine eigenen, vollkommen optimal auf mich abgestimmten Handlungsinstrumente habe, wo ich der Meister der Problemlösungen bin. Nur dort, nur in der eigenen Welt, kann mir aus mir heraus eine „geniale“ Lösung auch für eine „unmögliche“ Situation einfallen. Unmöglich ist sie nämlich nur dann, wenn ich sie in einer anderen Welt/Dimension/Ebene versuche zu lösen, als in der, in der sie sich befindet!

Und so gibt es zwei logische Möglichkeiten:[4]

  1. Die „unmögliche“ Situation betrifft gar nicht mich – deswegen kann ich sie unmöglich lösen.
  2. Ich suche die Lösung dort, wo es unmöglich ist zu lösen, weil ich die Ebenen vertausche.

Die aktuelle Zeitqualität unterstützt nicht mehr die Strategie „Kopf in den Sand stecken“

Im letzten Artikel „Der innere Krieger und der Weg aus der Verletzung“ besprach ich verschieden offensichtliche, aber auch subtile Formen der Gewalt und Selbstgewalt. Ich zeigte auf, dass unter uns und in uns noch mehr Gewalt vorhanden ist, als wir in unserem Alltag wahrhaben (wollen). Die gängige Strategie – den Kopf in den Sand zu stecken – scheint aber nicht mehr zu funktionieren! Wir müssen/könnten der aktuellen Wahrheit in die Augen schauen und unseren lieben, heilen, blauen Planeten auch als einen Ort erkennen, wo wir zum Thema Gewalt vielerorts intensiv (ohne dass wir schwänzen können) unterrichtet werden. Nicht-wollen (Gewalt nicht haben wollen) funktioniert nicht. Dies wäre eine Ablehnung und eine Ablehnung ist keine ganze/heile Lösung. Jeder weiß in sich selbst, wie es sich anfühlt, wenn man abgelehnt wird. Es ist wie ein Stich mitten ins Herz. Es verursacht eine Wunde und diese Wunde kann nur mit Hilfe von Annahme (der Wunde) und mit Hilfe von Liebe heilen. So können wir Gewalt mitten unter uns, in unserem Leben, nicht leugnen. Wir können es zuerst einmal als etwas annehmen, das bis jetzt irgendwie zu dem Menschsein auf diesem Planeten gehörte, auch wenn es sich nicht richtig anfühlt und wir es nicht verstehen. Dies alles können wir annehmen; auch, dass es sich nicht richtig anfühlt, wie auch das, dass wir keine Lösung (aus diesem Schlamassel) kennen. Seit Jahrtausenden wird nach Lösung(en) gesucht und doch sind wir dort wo wir sind. Wie viele kluge Köpfe hatte die Erde schon geboren. Wie viele geniale Menschen haben sich für den Frieden auf der Erde eingesetzt und doch schien es keine dauerhafte Lösung zu sein. So muss es irgendwo einen Haken geben! Wenn es die Genies nicht geschafft haben … wenn die massenhaften Friedensbewegungen und Gesetze nicht zur dauerhaften Gewaltlosigkeit führten … wenn es nicht gelang, den in manchen Menschen vorhanden KriegerIn und KämpferIn[5] zu retuschieren, so bleibt uns die unvorstellbare Möglichkeit, dies zuerst einmal als einen Fakt in Liebe, als ein Teil der menschlichen Lebenserfahrung hier auf der Erde anzunehmen. Beginnen können wir, wie sonst, mit unserem eigenen inneren KriegerIn und KämpferIn. Erst wenn wir diese selbst in uns annehmen, können wir sehen/verstehen/wissen was geschieht. Vielleicht mutiert er samt allen seinen Fähigkeiten und Kräften zu etwas anderem. Vielleicht erkennen wir erst dann sein wahres Potential, die wahre Berufung, die wahre Aufgabe, wenn wir ihn (den Krieger) sein lassen. Was wünschen wir uns selbst doch am meisten von unserer Umgebung, wenn wir gerade in einem klein-großen „Tobsuchtsanfall“ stecken? Und wenn wir erkennen und erfahren, was geschieht, erkennen wir das wahre Potential all der Krieger und Kriegerinnen der Erde, die sich durch (ihre und unsere) Annahme des „Kriegertums“ wandeln und (von der Ablehnung und Verurteilung) befreien können, wenn sie sich in ihren eigenen inneren und äußeren Kämpfen und Bekämpfen und Kriegen und Bekriegen erkennen.

So können wir uns fragen:

  • Wo kämpfe ich noch?
  • Mit was kämpfe ich noch?
  • Was bekämpfe ich in mir?
  • Was möchte ich von mir nicht haben?
  • Was möchte ich, dass andere nicht haben sollen?
  • Was möchte ich nicht, das in meinem Leben ist?
  • Was möchte ich nicht, das die Erde hat?
  • Was betrachte ich als feindlich?
  • Wo glaube ich, mich wehren zu müssen?
  • Wo gehe ich instinktiv in Abwehr?
  • Wo verteidige ich mich?
  • Warum verteidige ich mich?
  • Wo entwickele ich (bewusst/unbewusst) Strategien, um auf Umwegen doch zu einem vorgestellten Ziel zu kommen?
  • Und wo versuche ich mit Gewalt keine Gewalt anzuwenden?
  • Wo kämpfe ich für Kampflosigkeit?
  • Wo führe ich Krieg für eine Welt ohne Krieg?
  • Wo tue ich mir selbst Gewalt an, weil ich glaube, dass ich etwas muss?

Hören wir mit dem Krieg bei uns selbst auf, bevor wir wollen, dass die anderen damit aufhören?

Lassen wir einfach sein …

Lassen wir los …

Atmen wir durch …

Lassen wir den Atem fließen …

Lassen wir das Leben fließen …

Lassen wir die heile Welt hervortreten – in unserer kleinen Ecke – in uns.

© 07/2015 Kristina Hazler

 

Die Artikelreihe „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten“ besteht aus folgenden Teilen:

  1. Der innere Meister
  2. Der innere Sklave und die unbewussten Codes
  3. Der innere Sklave und die endlose Scham
  4. Das innere (Ego)Kind und die kindliche Maske
  5. Das innere Kind und das Liebesmanko
  6. Der innere Schöpfer und seine schöpferische Depression
  7. Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung
  8. Der innere Boykotteur in der Praxis
  9. Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater
  10. Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie
  11. Der innere Engel in dieser Welt
  12. Der innere Versager und seine Transformation
  13. Der innere Genius – Es ist die höchste Zeit für eine Geniekultur
  14. Der innere Besserwisser und die Bereitschaft für nächsten Bewusstseinsschritt
  15. Der innere Kritiker – unsere ultimative Prüfinstanz
  16. Der innere (Lebens)Verweigerer und die überraschende Kehrwende

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Fußnoten:

[1]   Nachzulesen im Artikel: „Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung

[2] Der Begriff Boykott geht auf Charles Cunningham Boykott zurück, einen in Irland lebenden englischen Grundstücksverwalter. Während des Land Wars rief der irische Nationalistenführer Charles Stewart Parnell seine Landsleute zum gewaltlosen Widerstand auf. Infolge der 1880 von Parnell und der Irischen Landliga organisierten Aktion fand Boykott keine Pächter mehr, er wurde „boykottiert“. Dieser erste erfolgreiche Boykott gab allen anderen den Namen. Quelle: Wikipedia

[3] Die verkehrte Logik – ein Begriff, der im Band 2 mit dem Namen „Die verkehrte Logik“ der „BewusstseinsCoaching – Reihe“ eingeführt, erklärt und der transformierende Umgang mit ihr erläutert wurde. Die verkehrte Logik ist etwas, das uns das Unwahre und Unlogische mit logischen Schlussfolgerungen argumentiert und so erscheint uns die „Nichtwahrheit“ als plausibel und wahrhaftig und so, aufgrund des Glaubens der verdrehten Wahrheiten und Schlussfolgerungen, führen wir uns unbewusst selbst hinters Licht und in die Unfreiheit.

[4]    Ich coache Sie gerne zu diesem Thema und helfe Ihnen, die Möglichkeiten herauszufinden.

[5]   Ich bediene mich hier absichtlich der Genderform, weil bei Frau oder Mann kann es beide geschlechtliche Aspekte geben: also ein Mann kann in sich einen Krieger, wie auch eine Kriegerin haben und eine Frau genauso. Öfters hat es damit zu tun, wessen Elternteil in uns kämpft bzw. uns zum Kämpfen animiert, anstiftet oder auch welchen wir bekämpfen. Es können aber auch andere „innere Figuren“, nicht nur die Eltern sein.

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