Bewusst sein,  Engelsgeschichten,  Selbsthilfe,  Spiritualität

Die Geschichte eines Engels

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Gerade in diesen Zeiten (auch der Corona & Co.) können wir alle ein wenig Engelenergie und besinnende Engelsgeschichten brauchen.
Anbei mein Beitrag dazu.

Dieser Artikel ist Teil 1 der Artikelserie: Engelsgeschichten, die aus folgenden Teilen besteht:

1. Die Geschichte eines Engels
2. Ein Engel auf Erden bekommt eine engelhafte Hilfe
3. Ein Engel möchte kranke Herzen heilen
4. Der innere Engel in dieser Welt
5. Ein Engel lernt den Geist von Weihnachten kennen
6. Der Engel kommt endlich wieder nach Hause
7. Der Engel und die göttliche Aufklärung
8. Der Engel und der direkte Draht zu Gott

Die Geschichte eines Engels

 

Der verlorene Mensch

Mitten in einem Wald hat sich ein Mensch verloren. Vor lauten Bäumen um sich, sieht er den Weg nicht. Er ist verzweifelt, hilflos, am Rande der Ohnmacht, alles dreht sich um ihn. Er droht zu verdursten und zu verhungern. Der Körper schmerzt, will ihn nicht mehr tragen, so weit und so lange ist er gegangen. Der Tod scheint nahe zu sein. Er kann nicht mehr, er will nicht mehr. Die Müdigkeit scheint ihn zu übermannen. Weil ihn die Füße nicht mehr tragen wollen und die Augen nichts mehr erkennen können, bleibt er dort stehen, wo er gerade ist, nimmt einen tiefen Atemzug, vielleicht den letzten, glaubt er, öffnet seinen Mund und er lässt es laut, fast wütend, aus seiner Kehle schreien:

„Warum hilft mir denn keiner?“

Er sinkt zum Boden, fasst sich ans Herz und beginnt verzweifelt zu weinen. Alles ist egal. Alles fällt von ihm ab. Er will nichts mehr tragen. Er will nichts mehr haben. Er weint und weint den ganzen Schmerz aus sich heraus, bis er sich selbst aus seinem Inneren sagen hört:

„Bitte, wenn da jemand ist, wenn du mich hörst, bitte helfe mir!“

Verwundert hält er den Atem an und fragt sich selbst: Wer soll da denn sein? Wer soll mir denn schon helfen?

Er fällt zu Boden und erschöpft schläft er ein.

Ein Engel will helfen

Im Traum erscheint ihm ein Engel, der zu ihm spricht: „Du rufst nach Hilfe und ich bin bei dir. Ich kann dir helfen, ich kann dir den Weg zeigen, wenn du willst.“

Der Mensch dreht sich im Schlaf um, schaut den Engel an und spricht zu ihm: „Wie willst du mir denn helfen? Was weißt du schon über mich? Du bist doch ein Engel! Dir ist es leicht zu leben. Du bist frei, du bist fröhlich, du kannst fliegen wohin du willst und tun was du willst. Wie sollst du mir denn schon bitteschön helfen können? Was willst du mir denn schon erzählen können? Was weißt du schon von mir und meinem Schmerz und Leid?“

Engel hört aufmerksam zu und denkt darüber, was der Mensch ihm sagte, nach. Irgendwie klingt es logisch. Der Engel sieht zwar aus seiner Warte den Weg aus dem Wald direkt vor sich und er weiß, er könnte den Menschen dort durchlotsen, aber der Mensch hat Recht. Als Engel weiß er nicht, wie es ist, als Mensch im Wald verloren zu sein.

Engel fragt Gott um Hilfe

Engel versteht nicht ganz die Situation, also geht er zu Gott und fragt nach, was Sache ist: „Ich verstehe es nicht. Da ist ein verzweifelter Mensch und ruft nach Hilfe. Hast du mich nicht geschickt, um ihm zu helfen? Ich sehe den Weg aus dem Wald, aber der Mensch, der will nicht sehen, der will nicht auf mich hören, was soll ich denn tun?“

Daraufhin fragt Gott den Engel zurück: „Was möchtest du denn tun?“ und Engel antwortet: „Ich möchte dem Menschen helfen, dafür sind wir Engel doch auf der Erde da, oder?“

Und Gott fragt erneut: „Ja klar! Was möchtest du also tun?“ Als hätte alleine die göttliche Frage etwas im Engel bewirkt, leuchtet er in seinem Inneren auf und bekommt eine Idee! Der Mensch selbst hat es ihm eigentlich gesagt; er muss zuerst zu einem Menschen werden, um zu wissen, wie es ist, ein Mensch zu sein, damit der Mensch seine Hilfe annehmen kann!

Und so passiert es auch. Der Engel wird zum Menschen, geht in den Wald, findet seinen Schützling, der noch immer verzweifelt nach Hilfe ruft. Der Engel sieht weiterhin den Weg aus dem Wald klar vor sich und so tritt er entschieden und selbsbewusst vor seinen Schützling, reicht ihm die helfende Hand und bietet ihm seine Hilfe an. Der Mensch, volltrunken mit seinem Schmerz, öffnet seine schweren Augenlider, verdreht die Augen, schüttelt den Kopf und wendet sich enttäuscht von dem Engelmenschen ab, während er mit einer leisen Ironie in der Stimme spricht und gleichsam lacht: „Du?! Wie willst du mir denn helfen? Du bist doch genauso nur ein armer Mensch wie ich! Was willst du mir denn schon erzählen? Wohin willst du mich den schon führen? Lass mich lieber allein und geh deinen Weg!“

Der Engel im Menschenkörper ist verblüfft. Jetzt versteht er nichts mehr. Zuerst war er ein Engel und das war dem Menschen nicht gut genug. Jetzt war er auch ein Mensch geworden, der weiß wo der Weg aus dem Wald ist und es ist dem Menschen noch immer nicht genug. Was war da nur los? Wieso, warum konnte er ob als Engel, oder als Engelsmensch nicht einfach seinen Job tun? Was stimmte denn mit ihm nicht? Warum lehnte ihn dieser Mensch sogar in so einer verzweifelten Lage ab? Sagte man doch nicht, dass sich die Menschen in ihrer verzweifelten Lage an jedem Strohhalm klammern???

Der Engelsmensch

Der Engelmensch setzt sich mitten im Wald auf einen Stein, nimmt seinen Kopf in die Hand und versucht dem Ganzen auf den Zahn zu fühlen, kommt aber zu keinem Ergebnis. Er kennt aber so eine Stelle, wo er immer nach einem Rat fragen kann. Also ruft er wieder Gott an und fragt: „Jetzt bin ich ein Mensch geworden und der Mensch will erst recht nicht, dass ich ihm helfe. Jetzt lehnt er mich ausgerechnet deswegen ab, weil ich ein Mensch bin, das verstehe ich nicht. Wie kann das sein?“

Die göttliche Stimme räuspert sich und spricht zu dem menschgewordenen Engel: „Du bist kein Mensch, du hast nur einen menschlichen Körper angenommen …“

„Aha …?!“ ist der Engel verblüfft und fragt weiter: „… und was ist dann ein Mensch?“

Und der liebe Gott fragt zurück: „Möchtest du es denn wissen? Möchtest du es denn wirklich wissen?“

Der Engel denkt kurz nach und fragt sicherheitshalber noch nach: „Ist dem Menschen überhaupt zu helfen?“

Und wie sollte es anders sein, als dass Gott ihm erneut zurückfragt: „Möchtest du es denn herausfinden?“

und …

der Engel weiß nicht einmal wie, aber er bejaht. Er ist ja auch von Natur aus neugierig und möchte alles wissen. Überhaupt dann, wenn auch nur eine Möglichkeit besteht, dass er helfen kann.

Und so passiert es: Mitten in einer Stadt, in einem Appartement, läutet der Morgenwecker, wie jeden Tag. Ein Wesen im Frauenkörper steht auf, schaut sich im Spiegel an, wie zum ersten Mal und fragt sich: „Wer bin ich – verdammt noch mal?“

(Teil 2 dieser Engelsgeschichte finden Sie hier -> Ein Engel auf Erden bekommt eine engelhafte Hilfe)

© 01/2014 Kristina Hazler

 


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