Der innere Sklave und die endlose Scham

Aus der Artikelserie: Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Teammitgliedern

„Der innere Sklave und die endlose Scham“ ist Teil 2 des Artikels „Der innere Sklave und die unbewussten Codes, diesen finden Sie hier ->

Der Befriedigungsdiener

Kann es nicht sein, dass wir, manche von uns, in uns einen inneren Befriedigungsdiener haben? Nein? Wirklich nicht? Wissen sie, in unseren Ländern bekommen wir vom System zumindest einen Almosen für unsere Dienste ausbezahlt. Ob in Form von Arbeitslosengeld, weil wir uns mitzuspielen weigern und es doch noch irgendwie tun oder in Form von sozialer Hilfe, weil wir bereits so ausgesaugt und leer sind, dass wir kaum mehr etwas geben können/wollen oder wir uns bewusst-unbewusst sicherheitshalber aus versuchtem Selbstschutz selbst so geleert haben, dass uns keiner mehr etwas nehmen kann. Aber auch als „normaler“ Arbeitnehmer, bzw. selbständiger Unternehmer, der noch auf ein faires Tauschgeschäft der Leistung und der Dienste und das „Leben und Leben lassen“ hofft, schafft man nicht viel mehr als einen finanziellen „Stinkefinger“ zu ernten und findet sich immer öfters statt im Ausbau des Geschäftes in seinem Ruin. Ob nur ganz wenig oder ein wenig mehr, wir bekommen immerhin noch etwas für unsere „Kooperation“ mit dem „System“. Aber was bekommen wir dafür, wenn wir diese „Befriedigungsarbeit“ in einem anderen Rahmen tun?

Wie, wo, was? Befriedigungsarbeit? Ich doch nicht! Ach nein?

Die emotionale Befriedigung

Haben Sie noch nie versucht, jemandem Recht zu geben, nur damit sie endlich von ihm Ruhe haben und sie so schnell wie möglich von ihm loskommen? Ach so etwas meine ich? Ja, die mentale Befriedigung zum Beispiel. Damit das Gegenüber das Gefühl hat, dass man mit ihm/mit ihr einverstanden ist, dass man auf seiner Seite ist, ihn sogar respektiert, gern hat, liebt (emotionale Befriedigung). Intuitiv geben wir dieser Person das, was wir spüren, dass sie von uns möchte/fordert. Sie drückt unseren Knopf, wie an einer Zapfsäule, und es fließt das zu ihr, was sie sich wünscht; egal, welche Einstellung wir zu dieser Person haben, egal welche Meinung wir haben. Wir sind auf den Melkstatus geschaltet. Da gibt man nur! Da denkt und fühlt man nicht! Und nachher auch nicht, weil man ausgesaugt, energielos ist.

Wie oft und nach welchen Begegnungen fühlen sie sich total leer und entkräftet? Wie lange Zeit brauchen sie dann, um sich wieder zu regenerieren, um wieder etwas von ihrem guten Herzen, ihrem Verständnis, ihrer Rücksichtnahme und Toleranz geben zu können? Und was bekommen sie für solche Dienste? Nichts? Also sind wir doch bei der (Befriedigungs)Sklaverei? Gehören sie der Person oder der Situation, der sie alles das geben, was sie von ihnen verlangt – unabhängig davon, ob sie selbst noch genug haben oder ob sie überhaupt geben wollen? Geschieht die emotionale oder mentale Verbindung einvernehmlich? Eine zufällige Parallele zu einem SM-Spiel? Erkennen sie es jetzt? Die Massenhysterie von „Shades of Grey“? Warum die Resonanz zu Sadomaso? Sind diese Befriedigungen von anderen Menschen, Systemen und Situationen auf eigene „Kosten“ nicht auch sadistisch oder masochistisch untermalt? Die Menschenscharren laufen möglicherweise in die Kinos, kaufen sich die Bücher, weil sie das Geheimnis erfahren wollen, wie man trotz des Ausgenutztseins auch selbst auf eigene Kosten, eigene Befriedigung erleben kann. Was soll das werden? Suchen alle wirklich nach der Antwort, wie man trotz des schmerzvollen, aussaugenden Energieraubs dabei Spaß und Genuss bis zur Ekstase empfinden kann?

Nein, es ist wirklich nicht spaßig, energielos und ausgesaugt, gedemütigt, ausgenutzt und abgenutzt zu werden; ob körperlich, mental, emotional, geistig, seelisch oder alles zusammen. Um Spaß und Freude empfinden zu können, muss man im Körper, bei sich sein und genug Energie haben und einigermaßen gesund sein, um Freude empfinden und ausleben zu können. Würde man doch irgendwie auf Erniedrigung und Schmerz stehen, müsste einem selbst trotzdem so viel Energie übrig bleiben, dass man die Freude auch noch fühlen und ausleben kann. Wie viel Energie für das Ausleben von Freude spüren sie in sich? Ja ich weiß, wir alle würden uns öfter freuen wollen, aber die Priorität gilt meistens etwas anderem. Zuerst ist jemand, etwas anderes dran, dem wir unsere Aufmerksamkeit, unsere Energie schenken, damit er/sie zuerst sein Spaß haben kann.

Der endlose Scham und warum wir oft nicht in den Spiegel schauen können

Viele empfinden in sich eine unerklärliche Scham. Wissen aber nicht wirklich warum. Nun, viele laufen auch deswegen derzeit in die Kinos, um sich der eigenen Scham bewusst zu werden und die Antwort auf das Warum zu erfahren. Wir spüren, dass wir uns (unter unserem Wert) verkaufen, bzw. dass wir „die Hure“ für jemanden sind. Nicht, dass wir es gewählt hätten! Nein! Nicht, dass wir uns dafür so entschieden hätten! Nicht, dass wir es freiwillig tun … Würden wir es bewusst und freiwillig tun, würden wir uns nicht so sehr schämen oder wenn, dann wäre uns bewusst, warum. Wir schämen uns, weil wir nicht verstehen, wie das passiert ist, dass wir jemandem als seine energetische, egoaufbauende Tankstelle dienen. Wir tun doch schon alles um es zu meiden, um aus dem Zustand, der Situation herauszukommen, sie gar nicht erst entstehen zu lassen und doch, immer wieder kommt dieses Gefühl in uns hoch (wenn wir es überhaupt zulassen), dass mal wieder jemand (oder etwas) sein Ego auf unsere Kosten (selbst)befriedigt hat.SM, der innere Sklave, die endlose Scham, emotionale Befriedigung, Unterleibschmerzen, Missbrauch, sich unter den Wert verkaufen

Warum tun wir das also? Und wie lange noch?

Ich beobachte einige Menschen, die sich in dieser Sache so ohnmächtig fühlen, dass sie bereit sind, lieber zu sterben als so weiter zu leben.

Wer oder was ist unsere Tankstelle?

Und eine Frage ist noch offen: Wenn wir selbst so viel Energie abgeben, bzw. verschenken, wie holen wir uns die uns verlorengegangene Energie zurück? Wie kommen wir in den Zustand, dass wir doch immer wieder noch etwas geben können? Und wenn sich in uns die Leere und damit verbundenes schlechtes Gefühl und Unzufriedenheit meldet, wie beruhigen wir diese? Wechseln wir doch nicht ab und zu die Rollen werden nicht irgendwie vom Opfer zum Täter? Wer oder was ist unsere Tankstelle?

In unserem Inneren haben wir so etwas wie ein inneres Team. Es sind gewisse ausgeprägte Persönlichkeitsanteile oder Aspekte, die sozusagen in irgendeinem Bereich spezialisiert sind. Viele haben schon vom inneren Kind gehört und an seiner Heilung gearbeitet. In einigen meinen Artikeln erwähnte ich bereits den inneren Boykotteur und heute spreche ich die bei manchen vertretenen Aspekt, den ich hier der innere Diener, die innere Dienerin oder sogar die innere Hure, bzw. der Befriedigungssklave nenne an. Es tut mir leid wegen der Derbheit dieses Begriffes, aber entsprechend des Schweregrades, der Tragik des inneren SM-Spiels finde ich diese Expressivität angebracht. Es rüttelt nämlich auf. Jeder kann sich unter dem Begriff etwas vorstellen und kann sofort, ohne groß darüber zu meditieren, nachempfinden, ob er bereit ist, (weiter, für jemanden) „die Hure“ zu spielen. Die Antwort kommt ziemlich schnell und wenn sie auf „Nein“ ausfällt, wäre es an der Zeit, sich zu fragen:

  • Tue ich das bereits? Befriedige ich regelmäßig andere, obwohl es mir eigentlich unangenehm ist?
  • Was habe ich davon?
  • Möchte ich es weiter tun?
  • Was erwarte ich? Was würde geschehen, wenn ich damit aufhöre?
  • Was geschieht wenn ich weiter mache?
  • Wie lange halte ich es noch aus so weiter zu machen?
  • Bin ich bereit, die Konsequenzen zu tragen, wenn ich mich entscheide, damit aufzuhören?
  • Was ist das Schlimmste, was mir passieren könnte?
  • Wie höre ich damit auf? Wie tue ich das? Wie kann ich das tun?

Wenn andere von uns das stehlen, was wir bereits freiwillig geben

Um möglichst Klartext zu reden für diejenigen, die nicht wissen, wie sie in diese Rolle hineingeraten sind: Meistens wurden wir von klein auf dazu trainiert, wenn nicht abgerichtet. Es wurde uns beigebracht vor allem auf die Bedürfnisse der anderen zu achten und sie eventuell auch zu befriedigen. Wir lernten es entweder, weil wir dann eine Belohnung dafür bekamen oder weil wir uns dadurch irgendeine Unannehmlichkeit ersparten. Die Mehrheit der Menschen ist sich dessen gar nicht bewusst, was alles unter diese „Fremdbefriedigungssache“ fällt. Wir wollen doch nur gute, liebende und geliebte, rücksichts- und verständnisvolle, bewusst-spirituelle Menschen sein, die zum allgemeinen Wohl und der Heilung der Erde beitragen. Wir tun vieles, weil wir es aus dem Herzen heraus tun, weil es uns ein freiwilliges Bedürfnis ist. Wir tun es, weil wir so sind wie wir sind. Und doch versuchen andere sich von uns das zu stehlen, was wir bereits freiwillig geben. Warum? Und wie viel sollen wir ihnen noch davon geben? Wie viele Energieaufbaukurse müssen wir belegen und welche spirituell-geistige Techniken müssen wir uns aneignen, um uns wieder ausreichend aufzuladen, um wieder und wieder geben zu können? Im Universum gibt es ja endlose Mengen an Energie, also können wir doch gefahrlos als eine durchgehende Zapfsäule (EnergieLeitung, EnergieKanal) fungieren, oder nicht? Und wenn nicht, warum nicht? Meiner Ansicht nach ist erstens unser Körper, unser Energiesystem nicht darauf ausgelegt anderen ihre (selbst)süchtigen Egos mit Energie(n) zu versorgen und schon überhaupt nicht dann, wenn sie selbst eigentlich keine mehr „vom Universum“ bekommen, weil sie bereits so viel haben, dass sie sie selbst verschenken könnten. Und zweitens ist es auch dann niemanden dienlich jemanden mit Energie zu versorgen, wenn derjenige selbst zu lernen hat, seine eigene Energiequelle zu finden und mit der ihm natürlich zufließenden Energie (die immer seinen wahren Bedürfnissen optimal angepasst ist) auszukommen. Wie energielos müssen wir also selbst werden, bis wir verstehen, dass wir deswegen nicht mehr aufgetankt werden, damit wir etwas Sinnloses nicht weiter nähren …

Aspektologie - Die heilende Integration der gespaltenenen Persönlichkeitsaspekte und Seelenanteile / ein Buch von Kristina Hazler -> https://kristinahazler.com/aspektologie-die-heilende-integration/Der Rest dieser Geschichte ist nachzulesen im Buch
ASPEKTOLOGIE – Die heilende Integration der gespaltenen Persönlichkeitsaspekte und Seelenanteile

© 04/2015 Kristina Hazler

 

Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Teammitgliedern“ besteht aus folgenden Teilen:

    1. Der innere Meister
    2. Der innere Sklave und die unbewussten Codes
    3. Der innere Sklave und die endlose Scham
    4. Das innere (Ego)Kind und die kindliche Maske
    5. Das innere Kind und das Liebesmanko
    6. Der innere Schöpfer und seine schöpferische Depression
    7. Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung
    8. Der innere Boykotteur in der Praxis
    9. Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater
    10. Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie
    11. Der innere Engel in dieser Welt
    12. Der innere Versager und seine Transformation
    13. Der innere Genius – Es ist die höchste Zeit für eine Geniekultur
    14. Der innere Besserwisser und die Bereitschaft für nächsten Bewusstseinsschritt
    15. Der innere Kritiker – unsere ultimative Prüfinstanz
    16. Der innere (Lebens)Verweigerer und die überraschende Kehrwende
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  • Brauchst Du zum Thema des Artikels oder einem anderen Thema ein unterstützendes Coaching oder ein klärendes Gespräch? Ich begleite Dich gerne ->

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  • Dieser Artikel basiert auf eigener Recherche und Erfahrung und wiedergibt meine persönliche Meinung. Er hat einen Informationscharakter und kann zur Blickwinkelverschiebung, Horizonterweiterung und Bewusstwerdung anregen. Es werden darin definitiv keine gesundheitlichen Ratschläge erteilt.

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