Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie

aus der Reihe: „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten

Zur bewussten Arbeit mit dem eigenen inneren Team oder zu der Heilung des inneren Teams gehört auch die Arbeit mit dem eigenen Schattenwesen bzw. die Heilung und Erlösung des eigenen Schatten(Wesens).

So oft über den Begriff des eigenen Schattens gehört, gelesen, meditiert. Aber was ist dieser Schatten, über den man springen sollte, dem man begegnen, in die Augen schauen sollte, wirklich?

Fühlen sie sich öfters wie in einem fremden Körper, oder kommt es ihnen ab und zu mal so vor, als würde sich über sie eine dichte Wolke senken, bzw. haben sie das Gefühl, das der Mensch mit dem sie gerade sprechen nicht ganz er selbst ist? Oder sie gehen auf der Straße versunken in ihren Gedanken und auf einmal schrecken sie auf, weil sie das Gefühl haben, als würde auf sie von der Seite plötzlich etwas zurasen und obwohl sie es glauben im Augenwinkel gesehen zu haben, wenn sie bewusst hinschauen, sehen sie nichts? Nun es kann sich in allen Fällen um eine Art Schattenwesen handeln – so nenne ich es, eine Art Energieformation, die wesenhafte Züge angenommen hat. Manchmal, bzw. immer häufiger könnten sie auch das Gefühl haben, während der Nachrichtenschau, neben den Protagonisten des aktuellen Weltgeschehens etwas anderes, schattenhaftes wahrzunehmen.

Nun, ich weiß nicht, was andere unter einem Schatten verstehen und meinen und so kann ich, wie immer, nur meine eigenen Wahrnehmungen und mein Verständnis des Themas „Schatten“ darlegen. Aus meiner Beobachtung der Welt und der Menschen, die mir begegnen, kann ich sagen, dass dieses Thema bzw. der Schatten der Menschen und der Welt derzeit die Oberhand gewinnt. Beginnt, zumindest die besagte „kritische Masse“, nicht bewusst, sich mit dem eigenen „Schattenwesen“ auseinanderzusetzen, nimmt das inzwischen gewachsene, aufgeblasene eigene und auch kollektive Schattenwesen das Ruder in die Hand. Warum? Weil sich dieses Schattenwesen, das vor allem aus Energie besteht, verwirklichen, selbst erlösen will. Man könnte es auch Energiewesen nennen oder der energetische Abdruck der eigenen unerlösten, unerkannten, verkannten, ignorierten, verschmähten, auf Eis gelegten Themen. Und da wir nicht jünger werden, sondern immer mehr Jahre auf dem „Buckel“ aufzuweisen haben, haben wir eben auf diesem „Buckel“ immer mehr aufgesammelt, das mit der Zeit Eigendynamik entwickelt und so etwas wie ein Eigenleben bzw. ein eigenständiges Leben (hinter unserem Rücken) zu leben beginnt.

Ein Gefühl, als hätte uns etwas übernommen

Wollen wir persönlich gerade einen Schritt nach rechts tun, aber unser Energiewesen zieht es nach links, weil es dort das wittert, was es haben möchte, so erscheint uns unser Schritt nach rechts sehr schwer, mühsam, holprig, als würde etwas in uns den Fuß in eine andere Richtung drehen oder wir stolpern und in dieser Phase des Stolperns, des Wiederaufrichtens und Ausrichtens werden wir von unserem Schattenwesen übernommen und neu ausgerichtet. Wir fühlen uns, als hätten wir vergessen, wo und was wir gerade wollten. Verwirrung und Desorientierung, gar Schwäche, macht sich in uns breit, ein Gefühl, als hätte uns etwas übernommen. Geschwächt, scheinbar willenlos, folgen wir Instinktiv der Anziehungskraft der Energie, die ihren Gegenpol zur optimalen Verschmelzung sucht. Nicht selten erwischen wir uns dabei, dass aus unserem Mund Wörter kommen, die wir gar nicht aussprechen wollten, dass wir in einen seltsamen, getriebenen, fast euphorischen Fluss kommen, ob im Denken, Sprechen, Handeln, Gehen – der anders ist als der wahre Fluss des Lebens – und dessen Konsequenz öfters ist, dass sich die gerade gesprochenen (als hätten sie sich selbst gesprochen) Worte und Handlungen gegen uns wenden. Erst jemandem mit scheinbarer Begeisterung etwas erzählt, schon fühlt es sich an, als hätte man ihm eine Waffe in der Hand gegeben, die er gegen uns richten kann. Die „eigenen“ Worte, gesetzten Schritte werden irgendwie in ihrem Sinn verdreht und gegen uns eingesetzt. Wenn tatsächlich so ein seltsames Gefühl, ein Verdacht im Inneren aufkommt, kann unter anderem der eigene Schattenmann, die Schattenfrau, das Schattenwesen am Werk sein.

Die Befriedigungsjagd der Schattenenergie

Die aktive Wirkung dieser Schattenenergie erkenne ich bei Menschen in ihrem veränderten, abwesenden Erscheinen. Sie sind hier, in ihrem Körper und doch mit den Gedanken irgendwo anders. Die Augen lassen nicht in die Seele blicken, als wäre ein Riegel vorgeschoben, der Blick wird vom Verstand beherrscht und ist auf der Pirsch. Er hält Ausschau nach Möglichkeiten. Möglichkeiten, die den Schatten befriedigen würden, kompromisslos, unabhängig von der persönlichen Wahl, unabhängig vom Seelenweg, dem Seelenwunsch. Der Mensch, das eigene „Ich“, wird zum „Opfer“ bzw. zum Sklaven der eigenen Unbewusstheit zu den schattenhaften, sich seinem Blick und Wahrnehmung entziehenden (energetischen) Vorgängen. Entsteht so eine intensive Schattenseite des Selbst bereits in der frühen Kindheit, lernt man diese als einen Teil von sich zu empfinden und als die eigenen „schlechten Eigenschaften“ zu verstehen und damit zu leben und kommt kaum auf die Idee, etwas zu unternehmen, außer man fühlt sich innerlich dadurch im Außen ungenügsam, unvollkommen, nicht passend, nicht gut genug. Dann folgt man möglicherweise dem Wunsch, sich zu verändern, was meistens nichts anderes bedeutet, zu jemandem zu werden, der fähig ist, die unerfüllten Wunsche und Sehnsüchte der Schattenseite zu befriedigen. Eine beispielhafte Strategie, die aus der verkehrten Logik[1] entsprungen ist und die nur zum weiteren Wachsen und Aufladen des Schattenwesens, das im Nacken sitzt und im Rücken drückt und die „Stolpersteine“ unter die Füße legt, beiträgt. Man könnte das Schattenwesen auch mit dem inneren Boykotteur[2] verwechseln, der zwar ein Teil des Schattenwesens sein kann, aber auch andere kreative Funktionen in unserem Inneren für uns hat, über die ich in einem früheren Artikel schrieb. Nichts desto trotz scheint uns das Schattenwesen auf der vollen Linie zu boykottieren, zu manipulieren, zu verführen, zu bedrängen und anzutreiben und … es verändert stetig unsere Resonanz; was bedeutet, dass es Dinge, Menschen, Situationen anzieht, die nicht mit uns, sondern mit unserem Schattenwesen zu tun haben und die uns dann ständig, bis zum Umfallen, beschäftigen, sodass uns kaum Zeit und Kraft bleibt, die Resonanz und den Weg unseres wahren Wesens zu folgen.

Aber ist unser Schattenwesen nicht ein Teil unseres wahren Wesens?

Ja und nein. Wozu bräuchte das Wahre einen Schatten?

Wozu sonst als ein Kontrast, um das Wahre sichtbar, erkennbar zu machen? Einmal im Schatten versunken, fühlen wir uns benebelt, daneben, ausgelaugt, träge, unwohl. Wir fühlen uns nicht in unserer Mitte, in uns, bei uns, in der Kraft. Durch dieses, sich nicht „bei sich“, sich nicht als „ich“ zu fühlen, besteht die Möglichkeit der Bewusstheit zu dem, was man und wie man im „ich“ ist. Warum sollte dann der Schatten ein Teil des wahren Ichs sein, wenn es das ist, was nur das projiziert, was man alles nicht ist? Wenn, dann ist das ein Instrument, ein Hilfsmittel, das aber, wie fast jedes Instrument auch, falsch, verkehrt, destruktiv eingesetzt, seinem Zweck entfremdet werden kann.

Wie entstehen ein persönlicher Schatten und das Schattenwesen?

Wie entsteht so ein Schattenwesen, ein persönlicher Schatten also? So, wie ich es sehe, vor allem durch die Überlagerung von fremden Wünschen und Sehnsüchten, aber auch Traumata, Schmerzen und Blockaden und die Identifizierung damit. Schon während der Schwangerschaft lebt ja das heranwachsende Wesen im Körper und dem Energiefeld und dadurch irgendwie auch im Leben der Mutter. Ist man nicht jemand, der bereits in dieser Phase ein bewusstes Wesen ist, das fähig ist, die Energie der Mutter von der eigenen zu unterscheiden, erblickt man das Licht dieser Welt schon als ein menschliches Wesen, das gewisse Gewohnheiten, Denkweisen, Emotionen, Sorgen, Ängste, Wünsche und Sehnsüchte der Mutter, aber möglicherweise auch des Vaters und anderen Verwandten integrierte und diese mit dem Heranwachsen in sich entdeckt, glaubend, dass es sich um die eigenen handelt. Selbstverständlich tragen dann die Erziehung und das Feld, in dem man sich bewegt und weitere Energieladungen, Programme (auch Virusprogramme) und Muster bei. Entspricht die Sehnsucht, welche wir in uns empfinden, nicht unserer eigenen „Seelensehnsucht“, ergibt es keinen Sinn, dass sie sich erfüllt. Spüren wir in uns zum Beispiel als Kind einen starken Wunsch, eine Tänzerin zu werden, dies jedoch kein eigener Seelenwunsch ist, sondern vielleicht der Seelenwunsch der Mutter, die ihn noch nicht verwirklichte, so führt uns das Leben nicht unbedingt an einer Ausbildung bzw. Möglichkeit, Tänzerin zu werden vorbei.Schattenwesen, Schattenenergie, Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie, Schatten, Schattenleben, Selbstmeisterschaft Wir verstehen es aber nicht! Der Wunsch ist innerlich doch so stark und echt! Wir wollen dem nachgehen, wir wollen mit allen Mitteln Tänzerin werden. Wird uns dies nicht ermöglicht, kann in uns eine Art Schmerz, Beleidigung, Kränkung, Unzufriedenheit, Enttäuschung, Ärger, Wut, Trauer, Zweifel, das Gefühl entstehen, nicht gut genug zu sein. Diese Empfindungen, die auf Gedanken, einem Missverständnis und Unverständnis basieren, erzeugen Energien des Schmerzes, der Beleidigung, Kränkung, Unzufriedenheit und dem Glauben, dass das Leben, Gott, nicht an unserer Seite ist; was aber eigentlich nicht wahr ist, weil all das aus etwas entspringt, das nicht unserem wahren Wesen entspricht. Lassen wir diese aber nicht los (weil wir uns damit identifizieren, uns dadurch traurig, wütend, unzufrieden, enttäuscht, ungenügsam fühlen), bleiben diese erzeugten Energien an uns, in unserem Feld hängen und bilden sozusagen einen Schatten, der uns überschattet, überlagert mit etwas, was wir zwar selbst produziert haben, aber uns nicht wirklich entspricht. Gelingt es uns, aus welchem Gründen auch immer, das wir doch Tänzerin geworden sind, lässt diese Tatsache genauso die Schattenseite wachsen, weil wir etwas leben, was uns nicht entspricht und wir in dieser Rolle kaum die gewünschte, erwartete „Befriedigung“ erfahren. Wir haben möglicherweise all unseren Enthusiasmus, all unsere Aufmerksamkeit, Energie, Kraft und Zeit investiert um diesem Wunsch nachzugehen, ihm zu erfüllen und dann irgendwann, mittendrin, fühlt es sich doch plötzlich nicht gut genug, nicht richtig, nicht zufriedenstellend, nicht belebend an. Ein seltsames schlechtes Gewissen, Zweifel, Unzufriedenheit, Enttäuschung machen sich auch in diesem Fall breit, ähnlich, wie wenn man viele Jahre damit verbringt, an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten, um sich selbst so zu verändern, um endlich zum Beispiel die optimale Figur und Kondition, Leichtigkeit und Ausdauer für eine gedachte Tänzerin zu haben. Alles vielleicht Eigenschaften, die wir uns schwer erarbeiten müssen, weil sie uns nicht entsprechen, weil wir sie in der Form für unseren eigenen Seelenweg gar nicht brauchen, sie uns sogar im Wege stehen, da sie die besagte andere Resonanz erzeugen, als wir benötigen würden, um auf unserem eigenen Weg „haften“ bleiben zu können. So werden wir zwar Tänzerin, aber fühlen uns permanent irgendwie daneben und/oder enterdet – enterdet von sich selbst.

So versuchen wir oft in uns, aufgrund der Unbewusstheit zur eigenen Wahrnehmung und dessen, was wir tatsächlich sind, fremde Schmerzen zu heilen, Blockaden und Traumata von anderen zu erlösen, die empfangenen, nicht eigenen Träume und Visionen zu verwirklichen und das Gefühl, Selbst-auf-der-Strecke-zu-bleiben, wächst andauernd.

Die verschiedenen Gesichter eines Schattens

Ich begegne immer wieder extrem schlanken, fast ausgezehrten Personen, die „alles“ geben, um ihr Ziel zu erreichen. Sie sind scheinbar ein energetisches Wrack, haben kaum mehr Kraft, um weiter zu leben und doch kommt mit ihnen eine intensive, dicke, energiegeladene Wolke, die längst schon die Persönlichkeit übernommen hat bzw. sie vorschiebt, um sich selbst in allen Belangen auszuleben. Dieser Schatten hat wesenhafte Züge und oft mehrere Gesichter, die der Betroffene in seinen Träumen, inneren Bilder oder vorm geistigen Auge erkennen kann. Er glaubt, mit fremden Personen zu tun zu haben und dabei ist das seine Energie, in der sich nur die Gesichter der Menschen spiegeln, mit deren Wünschen, Sehnsüchten, Traumata, Schmerzen und anderen Dingen er sich identifiziert, aus denen heraus er sich angeeignet hat zu denken und zu handeln. So sagt man oft zu solchen, vom Schatten überlagerten Menschen zum Beispiel „Du schaust wie deine Mutter aus.“, „Du sprichst ganz wie dein Vater.“, „Der Lehrer spricht aus dir.“, „Der Partner lässt dich nicht atmen.“ …

Erwacht im eigenen Schattenleben?

Was glauben sie, wie viele Menschen eine Familie gründen, Kinder bekommen, ein Haus bauen, einen bestimmten Beruf wählen oder sogar glauben, eine Berufung zu leben, weil die Motivation dazu in ihnen als ein fremder energetischer Informationsabdruck lebt? Was würden all diese Menschen tun, wenn sie aus ihrem „Traum“ erwachen und merken, dass die gegründete „Familie“ nicht die ihre ist, dass das gebaute Haus nicht ihr Heim ist, dass die Berufung zwar ruft, aber kaum Raum für Eigenverwirklichung lässt? Wohin nach so einem Erwachen mit der Familie, den Kindern, dem Haus, dem Beruf und sogar der Berufung? Und ist es dann ein Wunder, dass man die eigenen Kinder nicht mehr erkennt? Dass sie einem über den Kopf gewachsen sind? Dass man sich entfremdet, den Chef belästigend und die Berufung irgendwie belastend empfindet? Wie muss man an sich weiterarbeiten, wie muss man sich persönlichkeitsmäßig weiterentwickeln, um in sich den Drang zu spüren, dem Partner, den Kindern, dem Chef, den Klienten weiterhin jeden Wunsch in Liebe von den Augen abzulesen und zu erfüllen, um sich so zu bestätigen, dass alles noch immer in Ordnung sei?

Das unerwünschte Selbst

Der Weg der Begegnung mit dem (eigenen) Schatten und seine Erlösung kann nicht darin liegen, auf alle seine Wünsche und Spinnereien einzugehen und mit ihrer Erfüllung immer hinter nach zu sein. Die Erlösung dieser angesammelten Energien, die eigentlich auf einem Missverständnis und verkehrten menschlichen Logik basieren, kann meiner Meinung nach nur im Erkennen und Loslassen liegen. Erkennen, dass die Möglichkeit besteht, dass vieles davon, was uns antreibt und sich als unser Wunsch, Schmerz, Sehnsucht, Traum tarnt, gar nicht unseres ist und dass wir etwas nachlaufen, was uns immer wieder abhält bzw. in „verkehrte Bahnen“ führt und unnötig viel Energie, Kraft und wichtige Lebenszeit kostet, wie auch in der Bereitschaft, all dies loszulassen, auch mit dem Risiko, dass wir den empfundenen Schmerz, Trauma, Wut, Trauer nie heilen und den Traum nicht erfüllen werden. Aber tatsächlich ist es kein Risiko! Weil das Loslassen bedeutet, sich zu öffnen, damit alles, was nicht unseres ist, was wir nicht mehr brauchen, entweichen, abfließen, sich von uns loslösen kann. Loslassen bedeutet nicht, etwas abzulehnen, es zu ignorieren, gar unwiderruflich wegzuschmeißen! Loslassen ist ein Vorgang in Liebe und Verständnis, Rücksicht und Toleranz zu sich selbst und zum Leben. Vertrauensvolles Loslassen ist das wahre Erwachsenwerden. Erwachsen in sich selbst, in der Erkenntnis, dass uns nie etwas entweichen kann, dass wir nie etwas verlieren können, was wir selbst sind und was wir brauchen. Sich der Schattenseite zu öffnen, ihr in die Augen zu schauen, bedeutet, aus dem Schatten zu treten und dem Versteckten, was wir bislang nicht sahen, weil es der Schatten verdeckte entgegentreten, weil unser Schatten kann nicht nur aus den Fremden bestehen, sondern auch aus unserm Selbst, das wir als das Selbst nicht haben wollten. Mit anderen Worten gesagt und den Beispiel der Tänzerin nochmals zu Hilfe holend könnte es heißen: Die Möchte-gerne-Tänzerin erkennt und nimmt die Möglichkeit an, dass es einen Sinn und Grund haben könnte, dass trotz all ihren ehrlichen Bemühen es ihr nicht möglich ist Tänzerin zu werden. Im nächste Schritt lässt sie ihren Wunsch Tänzerin zu werden los, in der Gewissheit, wenn dieser Wunsch zu ihr gehört, wird er irgendwann in Erfüllung gehen, aber möglicherweise auf einen anderen Wege als den sie aus ihren eingefahrenen und begrenzten Vorstellungen zu beschreiten versucht oder aber auch sich die gesamte mentale und emotionale Energiegebilde um sie herum, das in ihr einen Scheinwunsch nach einer Tänzerin nährte verschwindet. Während die Vision der Tänzerin aus ihrem Blickwinkel verschwindet, tauchen nach und nach neue Visionen auf ihren Horizont auf, welche die „Tänzerin“ bislang überschattete.

Mit Hilfe des inneren Schattens zur Selbst-Meisterschaft

Und obwohl kein Risiko besteht, kann sich der Prozess der Schattenerlösung als riskant, gar lebensbedrohend anfühlen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass man sich im Sterben befindet, während sich Teile von einem lösen, die man für seine eigenen gehalten hat. Diese sind sehr tief mit einem verwoben und man lernte durch sie, mit ihnen zu schauen und wahrzunehmen. Anderseits, lösen sich die eigenen, nicht gelebten Anteile von der abgewendeten Seite, um in das Leben zu kommen, was eigentlich eine freudige Angelegenheit ist. Trotzdem können eine Art Depression, Frust und Leid auftreten, weil diese Teile so lang im Schmerz der Ablehnung, Unsichtbarkeit und dem Gefühl, nicht zu genügen, nicht gut genug zu sein, lebten. Versteht ein Mensch nicht bewusst, was mit ihm geschieht, kann er, statt in einem schattenerlösendes Prozess zu sein, in eine weitere Verwirrung und zusätzlichen Schattenaufbau stürzen. Nicht umsonst ist es oft wichtig, in sich bewussteren Persönlichkeitsanteil zu finden, zu entwickeln – einen inneren Meister[3] – der solche Prozesse aus einer neutraleren, nicht in der Menschlichkeit und nicht in dem Prozess verhafteten Ebene überblickt und führt. Ein Meister, der uns hilft, den eigenen Schatten zu meistern, der, obwohl er sich so verkehrt anhört, irgendwie einen Sinn haben muss; so wie alles im Leben einen, seinen eigenen Sinn hat. Wie gesagt, es ist ein Kontrastmittel[4], das uns letztendlich dazu führt, im Kontrast des Schattens die eigene Wahrhaftigkeit und Einzigartigkeit zu erblicken, sich in sie einzufühlen und sie zu verstehen, sie zu sein, sie zu leben. So hilft uns der innere Meister nach und nach, dass wir uns selbst meistern und so gesehen Meister des eigenen Selbst werden.

© 08/2015 Kristina Hazler

 

Die Artikelreihe „Das innere Team und die Arbeit mit einzelnen inneren Aspekten“ besteht aus folgenden Teilen:

  1. Der innere Meister
  2. Der innere Sklave und die unbewussten Codes
  3. Der innere Sklave und die endlose Scham
  4. Das innere (Ego)Kind und die kindliche Maske
  5. Das innere Kind und das Liebesmanko
  6. Der innere Schöpfer und seine schöpferische Depression
  7. Der innere Krieger und der Weg aus der Selbstverletzung
  8. Der innere Boykotteur in der Praxis
  9. Die Transformation des inneren Boykotteurs zum inneren Berater
  10. Das „eigene“ Schattenwesen und die Schattenenergie
  11. Der innere Engel in dieser Welt
  12. Der innere Versager und seine Transformation
  13. Der innere Genius – Es ist die höchste Zeit für eine Geniekultur
  14. Der innere Besserwisser und die Bereitschaft für nächsten Bewusstseinsschritt
  15. Der innere Kritiker – unsere ultimative Prüfinstanz
  16. Der innere (Lebens)Verweigerer und die überraschende Kehrwende

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Fußnoten:

[1] Über die verkehrte Logik können sie im meinem Buch „BewusstseinsCoaching 2 – Die verkehrte Logik“ nachlesen.

[2] Zum inneren Boykotteur lesen sie bitte meinen Artikel „Die Transformation des inneren Boykotteurs

[3] Lesen sie dazu den Artikel: Der innere Meister

[4] Über den Begriff und Bedeutung eines Kontrastmittels als ein Instrument der BewusstseinsArbeit können sie im Band 3 von BewusstseinsCoaching „Die Kunst der bewussten Wahrnehmung“ nachlesen

 

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