Persönlichkeitsentwicklung und die Vielfalt der Multipersönlichkeit

“Persönlichkeitsentwicklung und die Vielfalt der Multipersönlichkeit” ist Teil 3 der Artikelreihe:
Heilung gespaltener Persönlichkeitsaspekte – Zusammenführung und die Integration 
Teil 1
finden Sie hier ->

Bewusst sein oder nicht bewusst sein?

Bewusst sein oder nicht bewusst sein? – Das ist hier die Frage! Deswegen ist die (eigene) BewusstseinsArbeit so wichtig. Der wichtigste Aspekt der BewusstseinsArbeit ist die Entscheidung, sich wieder bewusst sein zu wollen, statt sich hinter der Unbewusstheit zu verstecken. Alleine diese Entscheidung bewirkt schon Wunder und bringt alle notwendigen Hebel in Bewegung. Aber wollen Sie wirklich, dass sich so viel um Sie herum zu bewegen beginnt, dass der Boden unter ihren Füßen, der auf einem Selbstlügenkonstrukt erbaut ist, zu wanken beginnt, bis Sie schließlich das Gefühl bekommen, in einen Abgrund oder sogar ins Bodenlose fallen zu können? Damit man mit solchen Ängsten fertig wird, ohne verrückt zu werden, ist es wichtig einen Aspekt der BewusstseinsArbeit zu „aktivieren“: das Vertrauen. Ich meine hier aber das bewusste Vertrauendem inneren Gefühl des Vertrauens unbedingt auch bewusst zu vertrauen. Es nicht durch angelernte und übernommene Zweifel zu boykottieren[1]. Dem eigenen inneren Wissen über das Leben und dem eigenen Ich zu vertrauen, aus dem heraus man weiß, dass man nicht ins Bodenlose fallen kann, obwohl es sich so anfühlen kann, als wenn einem ein langer, tiefer Fall bevorsteht. Es hängt unter anderem auch davon ab, wie weit man sich bereits von sich selbst entfernt, wie viele Kostüme (Multipersönlichkeit) man übereinander angezogen, wie lange man sich selbst in innerer Lüge, in innerer vorgespielter Unbewusstheit gehalten hat. Weil: Wohin man letztendlich fallen bzw. wohin man ankommen kann, ist immer das Eine: zu sich selbst, in das Ich, in das (eigene) Leben! Und dafür ist es manchmal notwendig, einem den Teppich, unter den man sich selbst gekehrt hat, unter den Füßen wegzureißen. Kein Wunder, wenn man dann ins Wanken und Stolpern kommt und einem schwindelig wird – der Schwindel fliegt wortwörtlich auf!

Persönlichkeitsentwicklung und die Vielfalt der Multipersönlichkeit, Wirken der Energien, Schritte der Bewusstseinsarbeit,

Schritte der BewusstseinsArbeit

  1. Entscheidung für die Bewusstheit treffen
  2. Bewusstes Vertrauen
  3. Nächste Schritte auf sich zukommen lassen
  4. Bereitschaft zum Erkennen
  5. Bereitschaft für Wandeln und Transformation
  6. Bereitschaft zum Loslassen
  7. Bereitschaft für das Unbekannte
  8. Erlauben (dass geschieht, was geschieht)
  9. Bereitschaft, das Erkannte in der Praxis umzusetzen und zu leben
  10. Bereitschaft für weitere/nächste Horizonterweiterung

Bevor ich zu dem Unterschied zwischen Persönlichkeit und einem Persönlichkeitsanteil übergehe – so wie ich es wahrnehme und verstehe – möchte ich noch kurz bei der Persönlichkeit und dem Begriff Persönlichkeitsentwicklung, auf dem viele modernen Workshop und Seminare basieren, bleiben. 

Multipersönlichkeit – können wir mehrere (innere) Persönlichkeiten haben?

Aufgrund des beschriebenen Beispiels der Wirtschaftspersönlichkeit können Sie sich sicher vorstellen, dass wir höchstwahrscheinlich nicht nur diese eine Persönlichkeit haben. Da sie situationsbedingt entwickelt wurde und wir uns im Laufe unseres Lebens in verschiedenen (Lebens)Situationen befinden, werden wir uns wahrscheinlich mehrere und verschiedene Persönlichkeiten gebildet haben. Das Ganze beginnt bereits in der Kindheit, wo unsere Kindespersönlichkeit entsteht. Aufgrund der Umwelt, in der wir aufwachsen und welches Feedback, welche Rückkopplung wir von unserer Umgebung bekommen und was uns in unserem jungen menschlichen Alter in der Umgebung möglich ist zu tun (also situationsbedingt), lernen wir uns kennen und wahrzunehmen. Aber (!) … wir lernen uns meistens nicht als unser „ganzes Ich“ kennen, sondern nur in dem Rahmen, wie es uns die Umstände „erlauben“ und ermöglichen, also wie viel von uns und wie klar oder verzerrt sie fähig sind, es uns zu spiegeln.[2] Um dies noch besser verstehen zu können, wäre für uns ein Verständnis vom (Zusammen)Wirken von Energien, begrenztem Bewusstsein, Grenzen und Blockaden sehr hilfreich, sowie auch, dass uns beigebracht wurde, vieles davon verkehrt zu verstehen und zu deuten.[3] Dazu ein Beispiel:

Ein Mädchen wird in einer einfachen Bauernfamilie geboren. In der Familie beherrscht die landwirtschaftliche Schwerstarbeit den Alltag. Alles dreht sich um die Tiere, ihre Versorgung und die Feldarbeit. Den eigenen „Rhythmus“ diktiert der Biorhythmus der Tiere, das Wetter, die Mondphasen, die Jahreszeiten und die wirtschaftliche Nachfrage nach den erzeugten Produkten. Was das Mädchen nicht weiß: Ihre Seele hat eine starke kommunikative, soziale Seite mit einem tiefen Blick für das Wesentliche. Sie hat bereits viele Leben auf der Erde verbracht, wo sie die menschlich-seelische Natur studierte und bereits in einigen Leben darüber wissenschaftliche Arbeiten verfasste. In ihrem letzten Leben war sie sogar als ein berühmter Psychologe allgemein anerkannt. Der elterliche Hof in diesem Leben befindet sich jedoch weitab – in einer abgeschiedenen Bergwelt. Die Eltern sind nicht besonders gesprächig, eher schwermütiger, verschlossen-erdiger Natur. Sie verstehen es, ihre Pflicht täglich zu erledigen, ohne sie je zu hinterfragen. Klar wollen sie für ihre Tochter nur das Beste, aber ihre (noch) begrenzte geistige Natur erlaubt ihnen nur, die primären Bedürfnisse des Kindes und vor allem seines Körpers zu sehen. Nach und nach entwickelt das Kind so einen Körper und ein energetisches System, welche es ihm ermöglichen, in den dichten, kargen Verhältnissen zu leben und schwere Arbeit zu verrichten. Sie selbst lernt sich als ein rotbackiges, pummeliges, in sich selbst zurückgezogenes Mädchen kennen, das Schwierigkeiten hat mit Fremden (die ab und zu am Hof auftauchen) zu kommunizieren und die Gedanken aus ihrer inneren Welt verbal zu formulieren. Sie merkt, dass sie diese fremden Menschen für sonderbar, gar dumm halten. Das macht sie unglücklich. Sie spürt, dass irgendwas mit ihrer Anschauung nicht stimmt, aber sie kann dem nicht nachgehen.

Einerseits bleibt ihr dazu keine Kraft und keine Zeit, zwischen den ganzen Erledigungen und Pflichten, anderseits, und das weiß sie nicht: Die schwere Energie der Umgebung und der dichte Körper bilden eine Art Schranke zwischen ihrem menschlichen Wesen und der Seele, bei der sie eine Er(Auf)klärung erfahren könnte. Sie merkt selbstverständlich auch nicht, dass sich ihre (Seelen)Fähigkeiten bzw. im früheren Leben schon gelebte Fähigkeiten sogar auf dem Hof und auch in den dichten Umständen bemerkbar machen. Ohne diese wäre sie eben nicht fähig gewesen, ihre Empathie einzusetzen und den „Fremdlingen“ ihre Haltung ihr gegenüber abzulesen. Selbstverständlich war sie gekränkt, weil sie sich in dem jungen Alter nicht auf ihr „altes“, geklärtes Wissen (dass diese Menschen nur ihre eigenen Unzulänglichkeiten auf sie projizierten und es mit ihr selbst eigentlich gar nichts zu tun hat) zugreifen konnte. Hätte sie nur eins ihrer selbstgeschriebenen Bücher aus den früheren Leben bei der Hand! :) So wächst sie unglücklich, scheu, zurückgezogen auf und nach und nach bildet sie sich eine entsprechende psychisch-energetische Persönlichkeit, die so gar nicht ihrem „seelischen Ich“ entspricht, sondern eigentlich ein Abbild des Elternhauses und deren Elternhaus (also situationsbedingt) ist. Eine Persönlichkeit eines scheuen, eher zurückgebliebenen, schwerfälligen Mädchens, die sie noch lange begleiten und nach außen leben wird. Ist sie das aber? Diese bäuerliche Persönlichkeit? Nein! Es ist nur eine Persönlichkeit, die sich aufgrund von verschiedenen zusammenspielenden Faktoren (um sie) entwickelt bzw. gewickelt hat. Sie ist das nicht. Aber aufgrund von Mangel anderer Ereignisse kann sie nicht vergleichen, kann sie sich nicht anders erleben und in anderen Fähigkeiten und Rollen kennenlernen. Sie kann irgendwann später (wenn sie soweit ist) zu erahnen beginnen, dass ihre Persönlichkeit aus dem letzten Leben – der berühmte Psychologe – eigentlich trotz all seinem psychologisch-empathisch-intuitiven Wissen große Probleme hatte, mit Menschen, die seine Hilfe brauchten,  optimal zu arbeiten, weil er aufgrund seiner eigenen Vergeistigung die Schwierigkeit hatte, die Dichtheit seiner Klienten zu überwinden, um sie auf ihrer Ebene, dort wo sie sie und ihre Ratschläge verstehen könnten, zu erreichen. Deswegen hat sich die Seele etwas Besonderes für das nächste Leben ausgedacht und im Vertrauen auf sich selbst und die eigene Qualität einen Frauenkörper und sehr dichte Lebensumstände gewählt, um die zukünftige Kommunikation mit den Klienten bereits auf anderer Basis in der Dichtheit mit Hilfe der weiblichen Intuition und Empathie zu verankern. So wird eines Tages dem Mädchen bei einem kurzen außerordentlichen Ausflug zu entfernten Bekannten ein – wen wundert’s – psychologisches Buch in die Hände fallen, das sie in den langen Winternächten auf dem Hof lernen wird zu lesen und zu verstehen. Und nicht nur das! Sie findet darin sich selbst und ihre eigene Geschichte! Das wird den Schleier der Unbewusstheit lichten und sie beginnt, sich auf einmal anders zu erspüren und zu sehen. Und … sie wird selbstverständlich nichts anderes wollen als in die Welt hinaus zu gehen, um noch mehr zu erfahren, mehr kennenzulernen, besser zu verstehen. Bevor es soweit ist, muss sie sich aber noch vorbereiten! Da sie intuitiv weiß, wie sie in ihrer bäuerlichen Persönlichkeit auf andere wirkt, möchte sie sich zuerst verändern, eine andere Persönlichkeit entwickeln! Ihre alte Weisheit in Bezug auf Menschen, ihre Menschenkenntnis, beginnt sich zu ihr „durchzusprechen“ und sie versteht immer besser, welches neue „Kostüm“ sie sich kreieren muss, das ihr in der Welt die Türen und Menschenherzen öffnet. Und so beginnt sie intuitiv, aus ihrem Seelenwissen heraus, an einer Persönlichkeitsentwicklung (!) zu arbeiten. An der Entwicklung einer Persönlichkeit, die es ihr ermöglichen wird, in der Welt, so wie sie gerade ist, zu sich selbst zu kommen, sich zu finden und zu entfalten.

Mit Hilfe dieses Beispiel können wir sehen, dass eine Persönlichkeit eigentlich eine Art Ausdrucks- und Hilfsinstrument ist. Was ist dann aber eine Persönlichkeitsentwicklung?

Fortsetzung … (Zum Teil 4 ->)
(Wollen Sie die gesamte Artikelreihe komplett und ohne Unterbrechung lesen, können Sie diese hier downloaden ->)

© 07/2016 Kristina Hazler

Heilung gespaltener Persönlichkeitsaspekte – Zusammenführung und die Integration

besteht aus folgenden Teilen:

  1. Gespaltene Persönlichkeitsanteile und die (Selbst)Entfremdung
  2. Unsere Persönlichkeit – ein Erfahrungsinstrument
  3. Persönlichkeitsentwicklung und die Vielfalt der Multipersönlichkeit
  4. Horizonterweiterung und die Fallen moderner Persönlichkeitsentwicklung
  5. Multidimensionalität – die zukünftige Lebensweise
  6. Persönlichkeit versus Ausstrahlung
  7. Die erste bewusste Persönlichkeitsspaltung entsteht in der Kindheit
  8. Der perfekte Wesenskern, die Andersartigkeit, die Summe aller unserer Erfahrungen

Der Artikel steht in der vollen Länge (16 A4-Seiten) im Online-Shop “BewusstseinsWelten” zum Download bereit (hier geht es zum Online-Shop ->)

 


AspektologieZum Thema empfehle ich auch

 

 


Fußnoten:

[1]     Lesen Sie dazu mehr im Artikel: Der innere Boykotteur

[2]     Oft wird bei den Persönlichkeitsentwicklungs-Techniken mit dem „Spiegelgesetz“ hantiert. Selten wird jedoch erwähnt, dass die „Spiegelflächen“ meistens nicht klar sind und uns ein unscharfes und verzerrtes Bild bieten. So sieht man nicht sich selbst in dem Spiegel, sondern nur eine Art Karikatur.

[3]     Zum Wirken von Energien, begrenztem Bewusstsein, Grenzen und Blockaden und dem Verkehrten habe ich die Buchreihe „BewusstseinsCoaching“ geschrieben. Das Thema Wirken, Wahrnehmung und Deutung von Energien finden sie im Band 3 „Die Kunst der bewussten Wahrnehmung“, zum Thema Begrenzungen und Blockaden im Band 4 und 5 „Grenzgänge“ und im Band 2 „Die verkehrte Logik“ wird der Weg aus dem verkehrten Sehen, Wahrnehmen und Denken beschrieben.

 


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